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06.10.2015

20:20 Uhr

Die große Microsoft-Show

Surface Book soll Apples Macbooks Konkurrenz machen

VonAxel Postinett

Das ist frech: Während Apple Microsofts Tablet kopiert, schlägt Redmond mit einem Tablet im Laptop zurück und bringt flüssigkeitsgekühlte Smartphones. Die Gewichte in der Branche verschieben sich.

Microsofts neuestes Produkt ist Laptop und Tablet zugleich. AFP

Surface Book

Microsofts neuestes Produkt ist Laptop und Tablet zugleich.

New YorkMit einem Produktfeuerwerk eröffnet Microsoft den Kampf um das Weihnachtsgeschäft und bricht gleichzeitig dafür mit alten Partnern. Ein neu vorgestelltes „Surface Book“ mit abnehmbarem 13,5-Zoll-Bildschirm ist nicht weniger als das erste Laptop aus Redmond. Das lässt Dell, HP oder Acer schwer schlucken. Der Name sagt allerdings bereits, gegen wen es wirklich geht: Apple und seine Macbook-Laptops.

Die Surface Books kommen mit Intel i5 oder i7-Prozessoren, 16 oder 32 GB Arbeitsspeicher sowie Front- und Rückkamera. Batterien in Bildschirm- und Tastaturteil versprechen bis zu zwölf Stunden Akkulaufzeit. Ein Stift mit 1024 verschiedenen Druckstufen soll vor allem Kreative und Designer ansprechen. Das optisch sehr ansprechend gestylte Gerät mit der hintergrundbeleuchteten Tastatur wird in den USA zwischen 1.400 und 2.600 Dollar kosten. Der Bildschirmteil lässt sich dabei als vollwertiges Tablet nutzen und wendet sich damit direkt gegen Apples iPad Pro.

Daneben gab es neues Tablet Surface Pro 4. Was war das meisterwartete Produkt des Jahres? Das iPhone 6S? Apples iPad Pro? Googles Tablet „Pixel C“? Nein: Es war Microsofts Surface Pro 4, und es ist da. Die Neuauflage des beliebten Surface 3 Pro wird nicht nur entscheiden, ob Microsoft selbst eine Zukunft im Businessmarkt hat. Es wird auch klarstellen, ob Apple mit seiner angehängten Vertriebsabteilung IBM eine Chance in Unternehmen bekommt und vielleicht sogar Google. Obwohl Googles neues „Pixel C“ mit angeflanschter Tastatur nur noch Außenseiterchancen hat.

Die Geschichte von Microsoft Windows

1975

Am 4. April gründen die Kindheitsfreunde Bill Gates und Paul Allen das Unternehmen.

1980

Microsoft bekommt von IBM den Auftrag, ein Betriebssystem für den geplanten Personal Computer zu liefern. Microsoft bietet ein zugekauftes Programm unter dem Namen MS-DOS an. Microsoft kann MS-DOS auch anderen Herstellern verkaufen, so legt es der Deal fest.

1985

Microsoft veröffentlicht das erste - quasi noch unbrauchbare - Windows, eine grafische Erweiterung für MS-DOS.

1987

Microsoft stellt Windows 2 vor. Apple wirft Microsoft Ideenklau vor und klagt vor Gericht. In dem komplizierten Rechtsstreit kann sich Microsoft fünf Jahre später endgültig durchsetzen.

1990

Windows 3.0 erhält eine komplett neue Oberfläche. Die Nachfolgeversion 3.11 (1994) gilt als die erste wirklich brauchbare Windows-Variante.

1993

Mit Windows NT stellt Microsoft ein 32-Bit-System für Workstations und Server vor.

1995

Windows 95 wird mit einem zuvor unüblichen Marketing-Aufwand auf den Markt gebracht.

1998

Windows 98 kommt als Weiterentwicklung von Windows 95 auf den Markt.

2000

Windows Me ist das letzte Betriebssystem, das auf MS-DOS aufsetzt. Diese Windows-Variante galt als besonders fehleranfällig.

2001

Im Oktober bringt Microsoft Windows XP heraus, sein langlebigstes Betriebssystem. XP setzt auf der Architektur der Windows-NT-Familie auf.

2007

Windows Vista verkauft sich zwar gut, ist aber bei Nutzern unter anderem wegen umständlicher Bedienung unbeliebt.

2009

Windows 7 soll die Schwächen von Vista ausbessern.

2012

Windows 8 verfügt über zwei unterschiedliche Benutzeroberflächen: eine Kacheloptik für Tablet Computer und ein herkömmlicher Windows-Desktop für PCs. Anwender vermissen den beliebten Start-Button. Ein Jahr später wird das System auf die Version 8.1 aktualisiert.

2015

Mit Windows 10 bietet Microsoft eine einheitliche technische Plattform für PCs, Tablet-Computer und Smartphones an. Das Start-Menü kehrt auf den PC zurück.

Wurden die Versionen eins und zwei des Surface noch kühl aufgenommen, änderte sich das mit dem Surface Pro 3. Im Finanzjahr 2015 explodierte der Tablet-Umsatz auf 3,6 Milliarden Dollar. Die Einsicht, dass sich Hardware-Investitionen im Bereich mobiler Produktivität auszahlen, wurde der interessanteste Trend in der Gadgetwelt 2015 und zwang Apple und Google zum Handeln. Deren Kernkompetenz liegt im Privatkundenbereich, aber nun springen sie auf den Business-Zug auf.

Microsoft reagiert gelassen. Das Surface Pro 4 behält die Maße des Vorgängers, quetscht statt eines 12-Zoll-Bildschirms jetzt 12,3-Zoll hinein. Es ist leichter und stärker motorisiert. Aber ansonsten bleibt das Erfolgsmodell unverändert. Ein Fingerabdruckleser kommt in die neue Tastatur. „Repariere nichts, das nicht kaputt ist“, lautet ein altes Sprichwort und Nadella will auf der Erfolgswelle weiterschwimmen.

Ganz anders bei Smartphones. Die Lumia-Smartphones stehen kurz vor der Bedeutungslosigkeit. Nach Milliardenabschreibungen und Massenentlassungen in der Hardwaresparte, früher Nokia, bleibt die Frage, wie es weitergehen soll.

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