Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.09.2016

14:14 Uhr

„Die Höhle der Löwen“

Darum ist die Gründershow so erfolgreich

VonStefan Winterbauer
Quelle:Meedia.de

Die zweite Folge der neuen Staffel „Die Höhle der Löwen“ bei Vox holte noch einmal bessere Quoten als die ohnehin schon gute Auftaktfolge. Woher kommt die Begeisterung des Publikums für das Gründer-Casting?

Der prominente Unternehmer füllt die ihm zugedachte Rolle in der neuen Staffel sehr gut aus. VOX

Juror Carsten Maschmeyer

Der prominente Unternehmer füllt die ihm zugedachte Rolle in der neuen Staffel sehr gut aus.

1. Substanz

Hier werden echte Gründer mit guten oder zumindest interessanten Ideen präsentiert. So zum Beispiel der 60-jährige Installateur-Meister in der jüngsten Folge, der mit der „Abfluss Fee“ dem lästigen Problem von verschmutzten Waschbecken-Abflüssen zu Leibe rückte. Die meisten der Kandidaten haben tolle Ideen und Mut und Einfallsreichtum bei der Umsetzung bewiesen.

Ein anderes Beispiel aus der jüngsten Folge ist der frühere Zahntechniker, der einen revolutionären Reparatur-Stift entwickelte. Das ist echter Erfindergeist und begeistert nicht nur die Jury-Mitglieder, sondern auch die Zuschauer zu Hause. Die Show setzt auf wirkliches Talent und Können und nicht auf den schnellen Knalleffekt.

Gründershow „Die Höhle der Löwen“: „Das ist eine Millionen-Idee“

Gründershow „Die Höhle der Löwen“

„Das ist eine Millionen-Idee“

Online-Shops und eine Bügel-Hilfe: Wer zum Staffelstart von „Die Höhle der Löwen“ auf innovative Geschäftsmodelle gehofft hat, erlebt eine große Enttäuschung. Auch Neuling Carsten Maschmeyer ist noch nicht in Form.

Umgekehrt sieht es der Zuschauer auch gerne, wenn überhebliche Jung-Gründer mit unausgereiften Ideen und überzogenen Forderungen sich an den Löwen die Zähne ausbeißen (die Flaschen-Zwillinge aus der zweiten Folge). Die Show funktioniert hier ähnlich wie „Rach der Restauranttester“ zu seinen besten Zeiten. Beides ist unterhaltsam anzuschauen: Die „guten“ Gründer werden belohnt, die „schlechten“ abgewatscht.

2. Jury

Die Zusammensetzung der Löwen-Runde ist auch in neuer Besetzung überaus stimmig. Dass der Elder Statesman Vural Öger im echten Leben pleite ging, hätte leicht peinlich sein können. Die Produktion fand mit Carsten Maschmeyer aber einen prominenten und durchaus umstrittenen Ersatzmann. Bislang füllt Maschmeyer die ihm zugedachte Rolle sehr gut aus. Dass er immer wieder seine Ehe mit der Schauspielerin Veronika Ferres erwähnt und über keinen absolut untadeligen Ruf verfügt – für die Show ist es unerheblich. Die schon immer eher schwache Lencke Steiner, die sowieso fast nie investierte, wurde durch den Vertriebler Ralf Dümmel ersetzt.

Eine gute Wahl, denn Dümmel ist entscheidungsfreudiger und bringt die Spielfarbe Massenmarkt in die Show („… soundsoviele Regalmeter …“, „… ganz Deutschland zuplakatieren …“ usw.). Die drei stärksten Jurymitglieder sind aber Judith Williams mit ihrer Empathie, Frank Thelen mit einer gewissen Rabautzigkeit und Jochen Schweitzer als verständnisvoller Investor-Onkel. Die drei bilden eine gut funktionierende Kerngruppe, bei der sich die beiden Neuen passend einfügen.

3. Präsentation

Die Show verzichtet weitgehend auf rührselige oder ablenkende Hintergrund-Geschichten rund um Schicksale der Kandidaten. Im Vordergrund stehen die Ideen und Produkte sowie deren Bewertung. Es gibt ab und zu kurze Einspieler über den Werdegang eines Start-ups nachdem es in der Show war, was völlig in Ordnung ist. Der Kern der Show – Präsentation und Bewertung – ist so stark, dass man kein weiteres emotionales Beiwerk braucht. Emotionen gibt es genug bei der Präsentation, wenn etwa die Gründerin eines Hochzeits-Plan-Dienstes in Tränen ausbricht, weil sie schon zu viel an ihrem Unternehmen weggegeben hat.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×