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01.01.2014

10:27 Uhr

Diese Themen bleiben

Diese Schlagzeilen lesen Sie 2014

BMW will eine Revolution einleiten, Thyssen-Krupp plagt sich mit Altlasten, die Banken müssen Milliardenstrafen fürchten. Welche Unternehmen, Trends und Skandale in diesem Jahr für Schlagzeilen sorgen werden.

Blick in die Zukunft? Tragbare Computer wie Google Glass werden immer populärer. ap

Blick in die Zukunft? Tragbare Computer wie Google Glass werden immer populärer.

Schluss mit den Jahresrückblicken! Handelsblatt Online schaut nach vorn: Welche Firmen werden 2014 im Blickpunkt stehen, welche Produkte und Trends? Eine subjektive Auswahl – von Tesla bis Thyssen-Krupp, vom Wettbewerb der Chat-Dienste bis zu den Skandalen um die großen Banken.

Los geht es mit der Technologiebranche.

Der Computer auf der Nase

„Ok, Glass, take a picture“: Dieser Satz ist womöglich bald häufiger zu hören. Denn der Technologie-Konzern Google will seine Cyberbrille Glass angeblich 2014 in den Handel bringen. Das Gerät blendet Informationen über eingehende E-Mails und Anrufe im Sichtfeld ein. Oder es schießt Fotos – nach dem noch ungewöhnlich klingenden Kommando.

Ob der Computer auf der Nase in seinem jetzigen Entwicklungsstadium dem Hype gerecht wird, bezweifeln Experten zwar. Dennoch steht Google Glass für einen Trend, vom dem wir 2014 weitaus häufiger hören werden: tragbare Technologie, oft mit dem klingenden englischen Begriff „Wearable Technology“ bezeichnet. Denn Sensoren und Elektronik sind inzwischen so klein, billig und leistungsfähig, dass man sie auch am Körper tragen kann.

Schon 2013 kamen diverse Smartwatches heraus, also intelligente Uhren, die im Zusammenspiel mit dem Smartphone E-Mails, Anrufe und Tweets am Handgelenk anzeigen und als Fernbedienung für das Mobiltelefon dienen. So stellte Samsung mit viel Tamtam seine Galaxy Gear vor, Sony bietet bereits die dritte Generation seiner Smartwatch an, dazu arbeiten Start-ups wie Pebble an kreativen Lösungen.

Doch die intelligenten Uhren sind nur der Anfang. Zahlreiche „smarte“ Geräte versprechen, den Träger jederzeit und überall mit dem Internet zu verbinden (so wie Google Glass) – oder umgekehrt Informationen zu sammeln. Forscher arbeiten bereits an T-Shirts und Sohlen mit eingewobenen Sensoren, die Bewegung, Herzschlag und Muskelaktivität messen. Besonderes Interesse an dem Trend hat die Gesundheitsbranche: Smarte Kleidung könnte es deutlich leichter machen, die Gesundheit im Blick zu behalten – ohne unbequeme Untersuchungen. (Christof Kerkmann)

Facebook und die vielen Zwerge

Snapchat-Nachrichten verschwinden, Messenger-Dienste bleiben. AFP

Snapchat-Nachrichten verschwinden, Messenger-Dienste bleiben.

Facebook ist die unangefochtene Nummer 1 der Sozialen Netzwerke, trotzdem erwächst dem Internet-Konzern neue Konkurrenz: Smartphone-Apps wie WhatsApp, Snapchat und Line werden immer beliebter – und buhlen um die Aufmerksamkeit der Nutzer. Das ist so, als ob der blaue Riese beim „Monopoly“ alle anderen vom Brett gefegt hat, aber auf einmal am Nebentisch ein anderes Spiel läuft.

Auf den ersten Blick haben die Instant-Messenger-Apps nicht viel mit Facebook gemeinsam: Sie bieten deutlich weniger Funktionen. Aber sie ermöglichen auch eine privatere Kommunikation als im Sozialen Netzwerk, wo viele Nutzer Hunderte von Freunden und Bekannten versammelt haben. Darin liegt der Reiz, gerade für Teenager, die sich nur mit dem Freundeskreis austauschen wollen. Ohne dass die Eltern mitlesen, wie es bei Facebook durchaus passieren kann.

Die heißen Smartphone-Dienste

Snapchat

Mit der Snapchat-App können Nutzer Textnachrichten, Fotos und Videos verschicken, die sich nach einem kurzen Zeitraum selbst löschen. Gerade unter Jugendlichen ist die Anwendung beliebt – vermutlich nicht selten für Anzüglichkeiten. Die Gründer lehnten mehrere milliardenschwere Übernahmeangebote ab, auch Facebook ließen sie abblitzen.

Instagram

Ein Produkt des Smartphone-Zeitalters ist der Foto-Dienst Instagram: Er war von vornherein nur für mobile Geräte ausgelegt. Nutzer können Fotos und Videos aufnehmen, mit Filtern aufpeppen und hochladen. Das Prinzip von Instagram erinnert an Twitter, nur dass es hier ausschließlich um Bilder geht. Facebook übernahm den Dienst 2012 für umgerechnet eine Milliarde Dollar.

Pinterest

Beim Fotodienst Pinterest sammeln die Nutzer Bilder von verschiedenen Websites in digitalen Notizbüchern – meistens mit dem Smartphone. Die Entwicklung von Pinterest wird von Urheberrechtssorgen begleitet: Die öffentlichen Sammlungen könnten nach Ansicht einiger Experten als Urheberrechtsverletzung ausgelegt werden. Das Unternehmen hat inzwischen eine Milliardenbewertung.

Whatsapp

In immer mehr Ländern wird Whatsapp zum SMS-Ersatz. Der Dienst erlaubt es, Kurznachrichten, Bilder und Videos über Internet zu verschicken. Die App läuft auf sämtlichen Betriebssystemen. Trotz etlicher Sicherheitspannen gehört Whatsapp zu den beliebtesten Smartphone-Anwendungen, sie hat nach Unternehmensangaben 500 Millionen Nutzer. Facebook hat das Start-up für 22 Milliarden Dollar übernommen.

Line

Ähnliche wie Whatsapp funktioniert Line, eine App mit asiatischem Ursprung. Sie bietet Instant Messaging für Smartphone und PC. Nutzer können nicht nur Textnachrichten, Fotos und Videos tauschen, sondern auch Telefonate führen. Eine Besonderheit sind virtuelle Sticker, die man in einem Shop kaufen kann.

Vine

Mit dem Dienst Vine können Nutzer bei Twitter sechs Sekunden kurze Videoschnappschüsse hochladen, die in einer Endlosschleife laufen. Der Zwitscherdienst übernahm das Start-up nur wenige Monate nach dessen Gründung im Sommer 2012. Vine hat nach Angaben vom Sommer 40 Millionen Nutzer.

Periscope

Videoübertragungen in Echtzeit ermöglicht der Dienst Periscope, der zu Twitter gehört. Die Bedienung ist bewusst einfach gehalten: App öffnen, „Broadcast“ klicken – schon beginnt der Live-Stream. Ein konkurrierendes Angebot ist Meerkat.

Tumblr

Twitter ist kurzatmige Internet-Kommunikation, Blogs lassen sich mehr Zeit. Irgendwo dazwischen befindet sich Tumblr, ein 2007 gegründeter Web-Dienst für das unkomplizierte Veröffentlichen im Netz. Ähnlich wie bei Twitter kann man bei Tumblr anderen Nutzern folgen und sieht dann deren Beiträge im sogenannten Dashboard, einer Übersichtsseite. 2013 übernahm Yahoo das Start-up für 1,1 Milliarden Dollar.

Der Internet-Riese nimmt die Rivalen ernst: Das Unternehmen kaufte im September 2012 den Bilderdienst Instagram für eine Milliarde Dollar, für Snapchat bot es angeblich sogar drei Milliarden Dollar – eine stolze Summe für ein Start-up ohne Geschäftsmodell. Der Deal kam jedoch nicht zustande.

2014 werden wir noch deutlich häufiger von den neuen Kommunikationsdiensten hören. Das japanische Unternehmen Line will Medienberichten zufolge an die Börse. WhatsApp und Snapchat werden unterdessen weiter daran arbeiten, zu Größen der Smartphone-Welt zu werden. Falls sie beim nächsten Milliardenangebot nicht doch schwach werden. (Christof Kerkmann)

Andere Unternehmen haben allerdings deutlich größere Probleme als Facebook – lesen Sie auf der nächsten Seite, womit Thyssen-Krupp und Air Berlin zu kämpfen haben werden.

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