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09.07.2013

17:06 Uhr

„Digital Lifestyle“-Anbieter

Freenet baut Apple-Händler Gravis um

ExklusivDer Mobilfunkanbieter Freenet öffnet die Filiale seiner Neuerwerbung Gravis. Bald sollen neben Apple-Geräten auch Produkte anderer Elektronik-Hersteller in die Regale kommen. Den Anfang macht Sony.

iPad von Apple: Der Händler Gravis soll zum „Digital-Lifestyle-Anbieter“ werden. Reuters, Sascha Rheker

iPad von Apple: Der Händler Gravis soll zum „Digital-Lifestyle-Anbieter“ werden.

DüsseldorfEin halbes Jahr nach dem Kauf des Apple-Händlers Gravis baut der Hamburger Mobilfunkanbieter Freenet seine Neuerwerbung zum zweiten Standbein neben dem Telefongeschäft aus. Gravis soll künftig auch die Geräte anderer großer Elektronik-Hersteller anbieten, die sich mit den Apple-Produkten zu einer Infotainmelt-Welt verbinden lassen. Den Anfang macht Sony, andere sollen schon bald folgen. „Unser Ziel ist es, dass Kunden in drei Jahren in den Gravis-Läden alle großen relevanten Eco-Systeme finden“, sagte Freenet-Chef Christoph Vilanek in einem Gespräch mit dem Handelsblatt.

Schon seit geraumer Zeit verfolgt Vilanek den Plan, den Hamburger Mobilfunker in einen „Digital-Lifestyle-Anbieter“ zu verwandeln. Bislang verkauft Freenet in seinen 550 eigenen Mobilcom-Debitel-Shops schon Strom- und Kabelverträge oder eine Heizungssteuerung per Smartphone. Mit diesem zweiten Standbein will Vilanek den schleichenden Umsatzverlust aus dem Mobilfunk-Geschäft kompensieren.

Fakten zur Smartphone-Sucht

1

1 mal pro Stunde checken Erwachsene ihr Handy. Erst checken, dann strecken: Jeder dritte Handy-Besitzer blickt nach dem Aufwachen als Erstes aufs Display, jeder zweite sagt als letzte Amtshandlung vor dem Einschlafen seinem Handy „Gute Nacht.“

(Quelle: Anitra Eggler, „Facebook macht blöd, blind und erfolglos.“)

3417

3417 Textnachrichten erhält ein amerikanischer Teenager zwischen 13 und 17 Jahren im Monat. Das sind bei einem 16-Stunden-Tag sieben bis acht Nachrichten pro Stunde.

68 Prozent

68 Prozent aller Handy-Besitzer leiden unter eingebildetem Vibrationsalarm. Sie erleben dieses Phänomen einmal pro Woche.

4,8 Milliarden

4,8 Milliarden Menschen besitzen ein Handy, hingegen nur 4,2 Milliarden eine Zahnbürste. Tendenz steigend: Täglich werden mehr Smartphones verkauft als Babys geboren.

20 Prozent

20 Prozent greifen nach dem Sex sofort zum Handy, hingegen nur noch 10 Prozent zur Zigarette danach.

60 Prozent

60 Prozent der britischen Jugendlichen können sich ein Leben ohne Handy nicht mehr vorstellen und bezeichnen sich selbst als „hochgradig abhängig“. Bei den Erwachsenen sind es nur 37 Prozent – lügen die?

1 von 10

1 von 10 Handynutzern weiß nicht, wo der Ausknopf ist.

1 von 10 greift beim Gottesdienst zum Handy.

1 von 10 nutzt sein Handy während des Sex.

2 von 10

2 von 10 schalten ihr Handy nie aus.

2 von 10 tippen beim Autofahren - das wirkt wie bei 0,8 Promille.

3 von 10

3 von 10 Teens machen per SMS Schluss.

4 von 10

4 von 10 gehen nicht ohne Handy aufs Klo.

5 von 10

5 von 10 nutzen ihr Handy im Bett.

6 von 10

6 von 10 schlafen mit dem Handy - auf dem Nachttisch.

7 von 10

7 von 10 verzichten lieber auf Alkohol als auf ihr Smartphone.

„Es reicht nicht mehr, nur noch Simkarten-Verteiler zu sein“, sagt der Freenet-Chef. Wie alle Mobilfunkanbieter leidet Freenet und dessen wichtigste Marke Mobilcom-Debitel unter dem starken Konkurrenzdruck und der harten Regulierung mit sinkenden Roaming- und Terminierungsentgelten.

Im künftigen Segment will Vilanek pro Jahr deutlich zweistellig wachsen, mögliche Zukäufe ausgenommen. Für dieses Jahr plant der Freenet-Chef einen Umsatz von deutlich über 200 Millionen Euro aus den Geschäften von Gravis und dem Verkauf von Zubehör und Apple-Geräten ein. 2012 erzielte Freenet einen Umsatz von 3,1 Milliarden Euro.

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