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26.06.2014

14:33 Uhr

Digitalsparte

ProSiebenSat.1-Chef bekräftigt Wachstumsziele

ProSiebenSat.1 befindet sich auf einem guten Weg. Bereits ein Drittel des Umsatzes erzielt der RTL-Konkurrent außerhalb des klassischen TV-Werbegeschäfts - Chef Ebeling beklagt jedoch Wettbewerbsverzerrungen.

Die ProSiebenSat.1-Gruppe in Unterföhring bei München. Die Digitalsparte soll verstärkt durch Zukäufe und Partnerschaften im Ausland expandieren. ap

Die ProSiebenSat.1-Gruppe in Unterföhring bei München. Die Digitalsparte soll verstärkt durch Zukäufe und Partnerschaften im Ausland expandieren.

MünchenProSiebenSat.1 erwartet dank seiner boomenden Digitalsparte unverändert starkes Wachstum. Vorstandschef Thomas Ebeling bekräftigte am Donnerstag die Ziele, die er sich für den Fernseh- und Onlinekonzern für 2014 und die darauffolgenden Jahre gesteckt hat. „Insgesamt rechnen wir mit einer deutlichen Steigerung des Konzernumsatzes im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich“, sagte Ebeling laut Redemanuskript auf der Hauptversammlung in München. Auch beim um Sondereffekte bereinigten Betriebsergebnis (Recurring Ebitda) gehe er von einem weiteren Anstieg aus.

Zum Wachstum sollten alle drei Sparten beitragen: das Fernsehen im niedrigen einstelligen Prozentbereich, die Digitalaktivitäten und das Produktionsgeschäft jeweils mit zweistelligen Steigerungsraten. ProSiebenSat.1 ergänzt sein traditionelles TV-Geschäft zunehmend im Internet um Videoangebote, Spiele und Shopping-Plattformen, die auf den eigenen Fernsehkanälen beworben werden.

Ebeling bekräftigte, dass die Digitalsparte nun auch verstärkt durch Zukäufe und Partnerschaften im Ausland expandieren solle. „Wir suchen systematisch auf der ganzen Welt nach erfolgversprechenden Start-Up-Unternehmen und haben dafür Scouting-Büros in den USA, Asien, Indien und Israel aufgebaut“, erklärte der Vorstandschef. Sie sollen dazu beitragen, dass der Umsatz im kommenden Jahr auf mindestens 2,85 Milliarden Euro und bis 2018 auf 3,36 Milliarden Euro steigt. Im vergangenen Jahr waren es 2,6 Milliarden Euro.

Bei der Expansion helfen sollen mehrere neue Aufsichtsratsmitglieder, die sich am Donnerstag zur Wahl stellen - darunter Yahoo-Manager Adam Cahan und der Präsident des US-Telekommunikationskonzerns Verizon, Erik Huggers. Nach dem Ausstieg der beiden früheren Hauptaktionäre KKR und Permira besetzt ProSiebenSat.1 das Kontrollgremium weitgehend neu. Aufsichtsratschef soll SAP-Finanzvorstand Werner Brandt werden.

Allerdings hat ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling erneut Wettbewerbsverzerrungen auf dem deutschen Medienmarkt beklagt. Je mehr das klassische Fernsehen mit dem Internet verschmelze, desto größer würden die Nachteile, die Sender gegenüber neuen Anbietern im Internet hätten.

„So muss sich etwa Google weder an die gleichen Jugendschutz- und Datenschutzgesetze, nicht an die gleichen Lizenzanforderungen und Urheberrechte halten wie wir - oder gar an Werbezeitenbeschränkungen“, sagte Ebeling am Donnerstag in München auf der Hauptversammlung des Konzerns. Es gehe ihm nicht um zusätzliche Regeln, sondern um die Gleichbehandlung der verschiedenen Anbieter. Sonst bleibe der Wettbewerb verzerrt.

Trotz der Hindernisse sieht sich ProSiebenSat.1 auf einem guten Weg. „Wir sind ein kerngesundes Unternehmen“, bilanzierte Ebeling. Bei seinem Amtsantritt vor gut fünf Jahren habe er einen verschuldeten Konzern in schwieriger wirtschaftlicher Lage übernommen. Seitdem hat der frühere Pharmamanager den RTL-Rivalen umgekrempelt und der Sendergruppe eine neue Wachstumsstrategie verpasst, um damit unabhängiger von den schwankenden Werbemärkten zu werden.

Im vergangenen Jahr erzielte ProSiebenSat.1 bereits ein Drittel des Umsatzes außerhalb des klassischen TV-Werbegeschäfts. „Unsere Diversifizierungsstrategie ist richtig und zahlt sich aus“, sagte Ebeling. Dennoch bleibt das Fernsehen die wichtigste Säule für den Konzern. Bei der Gründung neuer Sender will sich Ebeling aber in diesem Jahr bremsen. Zwar gebe es Überlegungen für einen weiteren Kanal, der aber frühstens 2015 an den Start gehen solle.

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