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11.01.2005

17:40 Uhr

Direktoriums-Mitglieder zurückgetreten

Nortel legt endlich Zahlen für 2003 vor

Lang wurde darauf gwartet, nun hat der wegen Bilanzunregelmäßigkeiten in die Schlagzeilen geratene Telekommunikationsausrüster am Dienstag seine revidierten Geschäftszahlen für 2003 vorgelegt.

HB OTTAWA. Nach den revidierten Zahlen musste Nordamerikas größter Telekommunikationsausrüster für 2003 zwar seinen ausgewiesenen Gewinn senken, verzeichnete aber steigende Umsätze. Für 2003 wies Nortel nun einen Umsatz von 10,19 Mrd. Dollar statt der zuvor veröffentlichten 9,81 Mrd. Dollar aus. Der Gewinn je Aktie ging allerdings auf zehn von zuvor 17 Cents zurück. In den Jahren 2001 und 2002 ergab sich nach den neuen Berechnung jeweils ein höherer Umsatz bei niedrigeren Verlusten. Für die Veröffentlichung der Geschäftszahlen 2004 wollte sich Nortel auf keinen Termin festlegen.

Für 2005 kündigte Nortel-Vorstandschef Bill Owens einen Umsatzanstieg an. „Zu diesem Zeitpunkt würden wir sagen, dass der Umsatz 2005 höher als 2004 ausfallen wird“, sagte er. Nortel arbeite hart daran, seine Gewinnmarge aufrecht zu halten. Wie das in der kanadischen Provinz Ottawa ansässige Unternehmen weiter mitteilte, werden zwölf führende Manager ihre Boni für das Jahr 2003 von 8,6 Mill. Dollar über einen Zeitraum von drei Jahren zurückzahlen. Keiner dieser Vorstände sei allerdings in unregelmäßige Bilanzierungen verwickelt.

Die revidierten Zahlen von Notel waren bereits seit langem an den Finanzmärkten erwartet worden. Nortel musste die geplante Veröffentlichung aber mehrmals verschieben und hatte dies mit der Komplexität der Berechnungen begründet. Ende Oktober hatte Nortel mitgeteilt, das revidierte Jahresergebnis für 2003 werde auf der Basis der bisherigen Erkenntnisse rund drei Prozent über dem bisher veröffentlichen Ergebnis liegen, für 2002 etwa ein Prozent höher als ursprünglich angenommen und 2001 sieben Prozent darüber.

Der Konzern hatte seit Monaten seine Bilanzen der vergangenen Jahre überarbeitet. Unregelmäßigkeiten hatten zu Klagen sowie Untersuchungen der Staatsanwaltschaft und der Aufsichtsbehörden geführt. Nortel prüft seine Bücher wegen überhöhter Abschreibungen und Rückstellungen rückwirkend bis zum Jahr 2000 und hat deshalb im Frühjahr mehrere Topmanager entlassen, darunter den damaligen Vorstandschef Frank Dunn. Fünf Mitglieder des Direktoriums traten zudem zurück, wie auch Chairman Lynton Wilson.

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