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05.08.2015

04:20 Uhr

Disney

Superhelden können den Aktiensturz nicht bremsen

Disney-Chef Robert Iger ist zufrieden: Der Medienkonzern hat seinen Gewinn kräftig gesteigert. Dahinter steckt vor allem das Geschäft rund um die „Avengers“. An der Börse geht es für Disney trotzdem bergab.

Dank Comic-Verfilmungen und Co.

Trotz Umsatz-Tief: So scheffelt Disney Milliarden-Gewinne

Dank Comic-Verfilmungen und Co.: Trotz Umsatz-Tief: So scheffelt Disney Milliarden-Gewinne

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BurbankDer Actionfilm „Avengers“ hat den Gewinn beim US-Medienkonzern Disney kräftig steigen lassen. Zudem füllten steigende Fanartikelverkäufe dem US-Unterhaltungsriesen zuletzt gut die Kassen, wie die am Dienstag veröffentlichten Finanzergebnisse für das letzte Vierteljahr zeigen. Aber auch die Geschäfte in der Mediensparte und mit Vergnügungsparks liefen rund.

Disneys Überschuss kletterte im vergangenen Geschäftsquartal (bis Ende Juni) im Jahresvergleich um elf Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar (2,3 Mrd Euro). Der Umsatz wuchs um fünf Prozent auf 13,1 Milliarden Dollar. „Wir sind sehr zufrieden mit unserer Leistung“, kommentierte Disney-Chef Robert Iger die Ergebnisse.

Kinoumsatz legt um 13 Prozent zu

Besonders stark sprudelten dank Kinohits wie „Avengers: Age of Ultron“ die Einnahmen im Filmgeschäft. Hier legten die Erlöse um 13 Prozent zu. Der zweite Film von Marvels Superhelden-Serie hatte den zweitbesten Kinostart in den USA hingelegt und übertraf den Kassenschlager „Captain America: The Winter Soldier“ aus dem Vorjahreszeitraum.

Das Disney-Prinzip

Vermarktung auf allen Kanälen

Es ist in der Medienbranche ein ehernes Gesetz: Beliebte Figuren aus Büchern, Filmen oder Spielen werden auf allen Kanälen vermarktet. Disney verfolgt dieses Prinzip schon seit Jahren: Micky und Goofy tapsen nicht nur durch Comics, sondern auch durch Zeichentrickfilme und Freizeitparks. Auch Computerspiele mit den Comichelden gibt es.

Zukauf neuer Figuren

Unternehmen können eigene Ideen entwickeln – oder zukaufen. Dass eine solche Strategie Erfolg haben kann, zeigt Disney: Der Konzern übernahm beispielsweise 2012 das Filmstudio Lucasfilm samt der Rechte an der „Star Wars“-Serie. Eine neue Folge ist längst in Arbeit. Auch den Comicverlag Marvel und das Animationsstudio Pixar kaufte der Konzern. Die Filme brachten an den Kinokassen Milliarden ein.

Das Gesetz der Serie

Ein erfolgreicher Film bleibt selten allein: Filme und Computerspiele gehen häufig in Serie, weil die bekannten Charaktere und Geschichten das Publikum locken. Zu den Büchern von Harry Potter gab es selbstverständlich auch passende Filme und Computerspiele in ähnlicher Zahl.

Anpassung mit Fantasie

Die Geschichten beliebter Figuren lassen sich aber nicht eins zu eins auf andere Mediengattungen übertragen. Wenn ein Roman zum Film wird, fällt viel weg, umgekehrt muss ein Buchautor sich viel einfallen lassen, um mit einem Filmhelden 300 Seiten zu füllen. Das führt nicht selten zu Kritik der Leser oder Zuschauer.

Zudem macht Disney weiterhin sehr erträgliche Geschäfte mit Fanartikeln. So haben sich beispielsweise Produkte zum Film „Frozen“ („Die Eiskönigin“) längst zu einem lukrativen Dauerbrenner für den Medienkonzern entwickelt. Mit „Star Wars: The Force Awakens“ soll Ende des Jahres das nächste Filmspektakel anlaufen, an das sich sehr hohe Erwartungen knüpfen.

Doch auch die Mediensparte - mit dem Flaggschiff ABC die wichtigste Geldquelle für Disney - florierte mit einem Umsatzplus von fünf Prozent. Einen Zuwachs von vier Prozent verzeichnete das Geschäft mit Urlaubs-Resorts, Freizeitparks und Kreuzfahrtschiffen. Diese Sparte ist der zweitwichtigste Umsatzbringer des Konzerns.

60 Jahre Disneyland: Mausefalle für Millionen

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Vor 60 Jahren eröffnete Walt Disney sein erstes Disneyland in Kalifornien. Heute lockt die Mausefalle immer noch Millionen Besucher an. Die Betreiber verfolgen damit mehr als nur ein Ziel.

Am Markt konnten die Zahlen trotzdem nicht auf Anhieb überzeugen. Die Gewinnerwartungen der Analysten wurden zwar übertroffen, doch beim Umsatz hatte sich die Wall Street etwas mehr erhofft.

Die Aktie fiel nachbörslich zunächst um gut zwei Prozent - und trudelte dann um sechs Prozent ins Minus. Disney hat bislang mit einem Plus von 29 Prozent in diesem Jahr von allen Dow-Jones-Werten am stärksten zugelegt.

Umsatzprognose erstmals seit zwei Jahren verfehlt

Disney hatte nicht nur den Gewinn gemeldet, sondern auch die Erwartungen für seine Kabelnetz-Sparte zurückgeschraubt. Zum ersten Mal seit zwei Jahren hatte zudem die Umsatzprognosen die Experten enttäuscht. Der Umsatz verfehlte mit 13,1 Milliarden Dollar - zuvor 12,47 Milliarden - die Vorhersage von 13,23 Milliarden Dollar.

Für die Kabel-Probleme machte Disney-Chef Bob Iger unter anderem einen moderaten Rückgang der Zuschauerzahlen beim Sportsender ESPN verantwortlich. Zunehmend würden digitale Medien in Anspruch genommen, sagte er. Das Unternehmen führte zudem Währungseffekte an.

Nun geht Disney von einem Gewinnwachstum in der Sparte im unteren einstelligen Bereich in den Geschäftsjahren 2013 bis 2016 aus. Bislang hatte der Konzern die obere Spanne angepeilt.

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