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27.09.2016

13:31 Uhr

Disney und Microsoft

Immer mehr Konzerne an Twitter interessiert

Immer mehr Unternehmen haben offenbar Interesse an Twitter. Medienberichten zufolge erwägen auch Disney und Microsoft eine Übernahme des Kurznachrichtendienstes. Keine Aufmerksamkeit erhält Twitter hingegen von Facebook.

Auch Disney und Microsoft haben Medienberichten zufolge Interesse am Kurznachrichtendienst Twitter. Reuters

Twitter

Auch Disney und Microsoft haben Medienberichten zufolge Interesse am Kurznachrichtendienst Twitter.

New YorkDer schwächelnde Kurznachrichtendienst Twitter zieht Medienberichten zufolge neben Google und Salesforce weitere Kaufinteressenten an. So habe der Unterhaltungs- und Medienkonzern Disney wegen eines möglichen Angebots bereits einen Finanzberater engagiert, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Twitter-Chef Jack Dorsey hat seit 2013 einen Sitz im Disney-Verwaltungsrat.

Laut dem TV-Sender CNBC gehört auch der US-Softwareriese Microsoft zu den potenziellen Bietern für das Internet-Unternehmen, das zuletzt an der Börse mit rund 16 Milliarden Dollar bewertet wurde. Facebook habe dagegen wohl kein Interesse. Ein Verkauf von Twitter dürfte in den nächsten 30 bis 45 Tagen über die Bühne gehen, berichtete der Sender. An der Frankfurter Börse notierte die Twitter-Aktie am Dienstag im Parketthandel drei Prozent höher.

Twitter: Kurznachrichtendienst lockert 140-Zeichen-Regel

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Vorbei sind die Zeiten, in denen angehängte Fotos und Videos auf Twitter die Anzahl der Zeichen reduzierten. Nun werden sie nicht mehr angerechnet. Der angeschlagene Internetdienst sucht so einen Weg aus der Krise.

Facebook und Microsoft wollten keine Stellungnahmen abgeben. Twitter und Disney waren zunächst nicht zu erreichen.

Twitter hat Insider-Informationen zufolge erste Gespräche über einen Verkauf geführt. Zu den Interessenten gehören demnach Google sowie der US-Softwarekonzern und SAP -Konkurrent Salesforce. Twitter-Chef Dorsey äußerte sich am Montag auf einer Konferenz nicht zu den Verhandlungen.

Die Twitter-Gründer

Drei plus eins

In der offiziellen Geschichtsschreibung von Twitter spielen drei Gründer die Hauptrolle. Es gibt aber noch einen, der sich aus dem Kreis zu Unrecht ausgeschlossen fühlt. Die vier Köpfe im Kurzporträt.

Jack Dorsey

Der erste Chef der Firma gilt als Twitter-Erfinder. Doch er war 2007 laut Erinnerungen von Weggefährten dem Job nicht gewachsen. Für böses Blut soll etwa gesorgt haben, dass er sich am frühen Nachmittag zu Yoga-Kursen oder Zeichen-Stunden aufmachte. Dorsey, der sich auch schon als Masseur versucht hatte, verlor den Job, verließ Twitter und gründete den Mobil-Bezahldienst Square. Dort reifte er als Manager, so dass er seit 2015 mit Twitter und Square zwei börsennotierte Unternehmen gleichzeitig führen darf.

Evan Williams

Williams war schon vor Twitter ein bekannter Internet-Unternehmer. Er stand hinter der Blog-Plattform Blogger, die 2003 von Google gekauft wurde. Das die Begriffe „Blog“ und „Blogger“ populär wurden, ist auch Williams zu verdanken. Danach gründete er gemeinsam mit Biz Stone die Podcasting-Firma Odeo. Weil die Idee mit den Podcasts nicht so recht zünden wollte, gab es auch ein kleines Nebenprojekt - Twitter. Dorsey wurde erster Chef, im Oktober 2008 wurde er aber im Chefsessel durch Williams ersetzt. Zwei Jahre später ging der CEO-Posten an Dick Costolo weiter. Williams verließ Twitter, auch wenn er einer der größten Aktionäre blieb. 2012 gründete Williams die Medienplattform Medium, auf der jeder Artikel veröffentlichen kann.

Biz Stone

Stone (42) arbeitete für Google, bevor sich auf das Podcasting-Projekt mit Williams einließ, aus dem schließlich Twitter hervorging. Im Gegensatz zu seinen Mitgründern hatte Stone keine Ambitionen auf den Chefposten. Aber er versuchte sich als Wagniskapitalist und investierte unter anderem in Dorseys Bezahldienst Square, den Anbieter vernetzter Thermostate Nest und den Uber-Konkurrenten Lyft. 2012 gründete er eine neue eigene Firma Jelly - eine Plattform, bei der Nutzer alle möglichen Fragen stellen und beantworten können.

Noah Glass

Glass verkündet in seinem Twitter-Profil immer noch schlicht „I started this“ - „ich habe das in Gang gesetzt“. In einem Interview mit dem Blog „Business Insider“ erzählte Glass, er sei als einer der Odeo-Mitgründer von Anfang an auch maßgeblich bei Twitter involviert gewesen - und habe auch den ursprünglichen Namen „Twttr“ vorgeschlagen. Ihm sei auch die Leitung des Projekts in der Anfangszeit übertragen worden. Aber auch Glass bestreitet nicht, dass die Grundidee für Twitter von Dorsey kam.

Das Unternehmen wird bereits seit längerem als Übernahmekandidat gehandelt. Vor einigen Jahren wurde es noch als neuer Internetstar gefeiert. Doch das Wachstum geriet schon bald ins Stocken. Twitter fiel immer weiter hinter die Platzhirsche Google und Facebook zurück. Werbekunden hielten sich zurück, reihenweise sprangen Top-Manager ab.

Zuletzt nagte zusätzlich die wachsende Konkurrenz von Rivalen wie Snapchat und der Facebook-Tochter Instagram am Geschäft. Im vergangenen Quartal erzielte Twitter das geringste Umsatzplus seit dem Börsengang im November 2013.

Von

rtr

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