Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.06.2013

12:39 Uhr

Drehen, schieben, tatschen

Not macht PC-Hersteller erfinderisch

VonChristof Kerkmann

Die Computerhersteller sind so innovativ wie lange nicht mehr – aus purer Not: Weil Notebooks und PCs immer weniger gefragt sind, lassen sich Asus, Dell & Co. viel einfallen. Welche Geräte setzen sich durch?

Drei in einem: Asus-Chef Jonney Shih zeigt das Transformer Book Trio, einen der ungewöhnlichsten neuen Computer. AFP

Drei in einem: Asus-Chef Jonney Shih zeigt das Transformer Book Trio, einen der ungewöhnlichsten neuen Computer.

DüsseldorfDer Computermarkt ist umkämpft – wer da noch Aufmerksamkeit erregen will, muss sich etwas einfallen lassen. Das hatten wohl auch die Ingenieure von Asus im Sinn, als sie das Transformer Book Trio entwarfen: Das Gadget, das der taiwanische Hersteller diese Woche auf der Fachmesse Computex vorstellte, soll drei Geräte in einem vereinen. Der abnehmbare Bildschirm alleine ist ein Tablet-Computer mit dem Betriebssystem Android. Steckt man ihn auf die dazugehörige Tastatur, wird daraus ein Notebook mit Windows 8. Und mit einer Docking-Station wird er zum Schreibtisch-Rechner. Es sei das „innovativste Gerät auf dem Markt“, meinte Asus-Chef Jonney Shih.

Asus zeigte auf der Messe vielleicht das ungewöhnlichste, aber nicht das einzige Mischwesen – wie schon bei der Branchenschau CES im Januar waren Hybrid-Rechner der große Trend der Messe. Das hat seinen Grund: Der PC-Markt schrumpft, die Margen sind (außer bei Apple) niedrig. Dagegen boomen Smartphones und Tablet-Computer. Deswegen müssen sich Asus und Acer, Sony und Dell etwas einfallen lassen, um das Geschäft zu beleben. Apple und Samsung schwänzten den Branchentreff in Taiwan übrigens. Sie stellen ihre Produkte bei eigenen Veranstaltungen vor, um sich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit nicht mit anderen teilen zu müssen.

„Wir sind in einer Umbruchphase. Die vielen Innovationen sind ein Indikator dafür“, sagt Sebastian Paas, Partner bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Die Hersteller müssten herausfinden, welche Formate und Funktionen bei den Kunden ankommen, wie also die Computer der Zukunft aussehen.

Die größten Tablet-Hersteller

Apple

Mit dem iPad hat Apple den totgeglaubten Tablet-Markt wiederbelebt, und immer noch ist der iKonzern der größte Anbieter, angesichts wachsender Konkurrenz verliert er allerdings Marktanteile. Im ersten Quartal stammte ein Drittel der Geräte von Apple (32,5 Prozent Marktanteil nach 40,2 Prozent im Vorjahr). Dabei entwickelte sich der Konzern schlechter als der Markt, der Absatz fiel von 19,5 Millionen auf 16,4 Millionen Stück – insgesamt stieg der Absatz dagegen leicht auf 50,4 Millionen Stück, wie aus Zahlen des Marktforschers IDC hervorgeht.

Samsung

Samsung ist bereits der größte Smartphone-Hersteller, auch bei den Tablets holt der südkoreanische Hersteller mächtig auf. Im ersten Quartal verkaufte er 11,2 Millionen Geräte und steigerte damit den Marktanteil auf 22,3 Prozent (Vorjahresquartal: 17,5 Prozent).

Asus

Einen leichten Rückgang verbuchte Asus. Der taiwanische Computerhersteller, der unter anderem für Google das Nexus 7 baut, verkaufte 2,5 Millionen Tablets – 5,0 Prozent Marktanteil (Vorjahr: 5,4 Prozent).

Amazon

Der Online-Händler Amazon drückt sein Kindle Fire zu Kampfpreisen in den Markt, allerdings mit durchwachsenem Erfolg. Das Unternehmen verkaufte im ersten Quartal eine Million Geräte und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor. Der Marktanteil sank auf 1 Prozent.

Sonstige

Diverse Hersteller tummeln sich in der Kategorie Sonstiges – zusammen kommen sie auf 17,2 Millionen Geräte und einen Marktanteil von 34,2 Prozent. Darunter ist beispielsweise Microsoft: Der Konzern vermarktet seinen Tablet-Computer Surface als Notebook-Ersatz.

Lenovo

Aufsteiger des Jahres in Lenovo: Der größte PC-Hersteller der Welt verkaufte im ersten Quartal auch 2,1 Millionen Tablets, ein plus von 1,5 Millionen. Marktanteil: 2,1 Prozent.

Daher wird experimentiert, nicht nur bei Asus. Sony etwa zeigte auf der Computex das Vaio Duo 13, ein vollwertiges Notebook, dessen Touchscreen sich mit einem Schiebemechanismus ganz über die Tastatur legen lässt. Als das „Beste aus zwei Welten“ preist der Hersteller das Hybrid-Gerät an, das mit Preisen ab 1500 Euro allerdings kein Schnäppchen ist. Zwei-in-eins soll auch das XPS 11 von Dell bieten: Der Touchscreen des Notebooks lässt sich komplett umklappen, so dass am Ende ein Tablet-Computer auf dem Schoß liegt – ähnlich wie beim Ideapad Yoga von Lenovo.

Auch in den herkömmlich gestalteten Notebooks stecken heute viele Eigenschaften, die man von Tablet-Computern kennt. Auf der Messe warben die Hersteller mit ausdauernden Akkus, Touchscreens und handlicher Bedienung. Dagegen sind viele Tablet-Computer dank Tastatur und ansehnlicher Rechenleistung heute halbe PCs. Acer preist beispielsweise sein Iconia W3 als „einen vollwertigen Windows-PC in einer Hand“ an – es ist nur acht Zoll groß, soll sich aber dank passabler Rechenleistung und Docking-Station zum Notebook aufrüsten lassen.

„Die Grenze zwischen Smartphones, Tablets und Laptops verwischt zusehends“, beobachtet Experte Paas, bei KPMG zuständig für die Beratung von IT-Führungskräften. Der Ausgang dieser technischen Evolution sei ungewiss: „Welche Geräte sich durchsetzen, weiß man noch nicht genau.“

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Rechner

08.06.2013, 13:30 Uhr

+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte beziehen Sie sich in den Kommentaren auf den jeweiligen Artikel +++

Rechner

08.06.2013, 14:44 Uhr

+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte kommentieren Sie zum Thema, bleiben Sie sachlich und beachten Sie unsere Netiquette: www.handelsblatt.com/nettiquette +++

Account gelöscht!

08.06.2013, 14:57 Uhr

Komischerweise gehen die Umsätze bei Apple Notebooks nicht nach unten...wieso wohl? Obwohl dort stinknormale Hardware drinnensteckt hat es Apple geschafft das ganze noch sehr praktisch zu verpacken...+ fast absolut lautlos und dennoch rechenstark.

Wenn ich mir dagegen dann andere Notebooks live ansehe, dann sorry aber da dreht sich mir der Magen um....Plastik mühsam zusammengeschraubt oder gestecktes Zeug, schwer, und bei jedem Display muss ich unbedingt zusehen ob er auch etwas taugt.....so läuft das eben nicht mehr, sorry. Von der Lautstärke der meissten, mal ganz abgesehen.

PC? Da tendiere ich zum HAckintosh, wo ich auch mein Windows mitbenutzen kann und ne Power wie bei einem Macpro für nichtmal die Hälfte des Geldes haben kann: http://digggi.com/betriebssysteme/os-x-betriebssysteme/hackintosh-anleitung-osx-auf-dem-pc-installieren/

Ansonsten bleibt mir bei Notebooks nur zu sagen "Baut richtige Teile und verschont die Leute mit diesem zusammengebastelten Plastikkram mit irgendwelchen nicht passenden Komponenten!".

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×