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30.01.2007

15:34 Uhr

Drittes Quartal

Fernseher und Kameras retten Sony

VonFinn Mayer-Kuckuk

Der japanische Elektrokonzern Sony leidet immer noch unter hohen Ausgaben für die Spielkonsole Play Station 3. Die massiven Verluste bei der Spielesparte konnten auch durch ein starkes Geschäft mit Flachbildschirmen kaum ausgeglichen werden.

Sonys Playstation 3. Foto: ap.

Sonys Playstation 3. Foto: ap.

TOKIO. Da zudem die Versicherungs-Sparte schlecht abschnitt, nahm der Nettogewinn im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,3 Prozent auf 159,9 Mrd Yen (eine Mrd. Euro) ab. Der operative Gewinn sank um 15 Prozent auf 179 Mrd. Yen.

Dennoch ist der Konzern angesichts eines rund laufenden Geschäfts mit Digitalkameras und Fernsehern wieder optimistischer für das Ergebnis des Gesamtjahres. „Wegen der guten Absatzzahlen der Elektroniksparte erwarten wir höhere Gewinne als bei unserer vorhergehenden Prognose im Oktober 2006 angekündigt“, sagte Finanzvorstand Nobuyuki Oneda gestern in Tokio. Vor der Revision im Oktober lag die Erwartung bei 130 Mrd. Yen, zwischendurch bei 80 Mrd. und jetzt bis 110 Mrd. Im höheren Gewinnziel sind allerdings zehn Mrd. Yen ursprünglich geplante Kosten für den Konzernumbau enthalten, die Sony ins nächste Fiskaljahr verschiebt.

Der Grund für die Rücknahme der Gewinnerwartung war im Oktober die hohe Anschubfinanzierung für die Spielkonsole Playstation. Die Sparte Videospiele verzeichnete auch im abgelaufenen Quartal trotz Umsatzanstieg noch einen operativen Verlust von 54 Mrd. Yen. „Dies liegt hauptsächlich am Verkauf der Playstation 3 zu strategischen Preisen“, sagt Takeo Yuhara, ein Vizepräsident des Unternehmens.

Konzernchef Howard Stringer hatte sich im vergangenen Jahr entschlossen, die Konsole 20 Prozent billiger anzubieten als ursprünglich kalkuliert. Das Unternehmen hofft dennoch, mit der neuen Playstation im kommenden Jahr Geld zu verdienen. Neue Chiptechnik soll die Herstellung des Innenlebens preiswerter machen. Außerdem sollen die Kunden nicht nur einfache Spiele, sondern auch kostenpflichtige Zusatzdienste wie Routenplaner und Netzanwendungen über die Playstation nutzen. Die Konsole ist internetfähig.

Bis Ende Dezember lieferte Sony 1,84 Mill. neue Playstations aus. Oneda bekräftigte das Ziel, bis Ende des Geschäftsjahres sechs Mill. Stück der Playstation 3 abzusetzen. Sony weigert sich jedoch weiterhin, Verkaufszahlen zu nennen, und nennt nur Daten zu Auslieferungen – also Produktionszahlen. Die tragbare Playstation Portable – die ebenfalls internetfähig ist – verkaufte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal 72 Prozent schlechter. Es gingen nur noch 1,76 Mill. Stück über den Ladentisch.

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