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22.02.2011

09:40 Uhr

Drittes Quartal

Kabel Deutschland gewinnt an Fahrt

Der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland hat ein solides drittes Quartal verzeichnet und die Erwartungen erfüllt. Grund ist die unverändert hohe Nachfrage nach dem Kombi-Produkt Internet und Telefon.

Der Trend zu Premium TV-Diensten beschert Kabel Deutschland gute Ergebnisse. Quelle: obs

Der Trend zu Premium TV-Diensten beschert Kabel Deutschland gute Ergebnisse.

Unterföhring

Bei Kabel Deutschland (KDG) laufen die Geschäfte nach dem Börsengang vor knapp einem Jahr wie geschmiert. Die Internet- und Telefondienste des Münchner Konzerns boomen, und auch neue Angebote wie Pay-TV finden zunehmend ihre Kunden. Die Erfolgsstory könnte bald einen Nachahmer finden, der kleinere Netzbetreiber KabelBW aus Baden-Württemberg steht bereits in den Startlöchern und könnte noch vor Ostern an die Börse gehen oder verkauft werden - für Milliarden.

Im vergangenen Quartal des Geschäftsjahres 2010/11 (bis Ende März) haben bereits 1,27 der insgesamt 8,8 Millionen der KDG-Kunden über ihren Kabelanschluss telefoniert und im Internet gesurft - ein Viertel mehr als noch vor einem Jahr, erklärte Konzernchef Adrian von Hammerstein am Dienstag. Das sorgte dafür, dass der operative Gewinn um 13 Prozent auf 185 Millionen Euro und der Umsatz um sieben Prozent auf 405 Millionen Euro anzog. Allerdings rutschte KDG wegen einer Finanztransaktion unter dem Strich mit 36 Millionen Euro in die Verlustzone, nach 4,6 Millionen Überschuss vor ein Jahr zuvor. KDG hatte vor kurzem einen Teil seiner Schulden von 2,9 Milliarden Euro neu finanziert. Dafür mussten zunächst 47 Millionen Euro ausgegeben werden, doch soll der Schritt KDG ab diesem Jahr voraussichtlich 50 Millionen Euro Zinsen pro Jahr sparen.

Die Prognose für das Gesamtjahr bekräftigt KDG: Demnach will das bayerische Unternehmen 2010/2011 ein bereinigtes Ergebnis von 720 bis 725 Millionen Euro erreichen. Daneben geht der Vorstand weiterhin von einem Umsatzwachstum von 6,5 bis sieben Prozent aus.

Börsianer vermochte das aber nicht zu begeistern. Der Kurs der MDax-Titel fiel um drei Prozent auf 38 Euro. Viele Investoren haben mit KDG trotzdem gutes Geld verdient. Seit der Erstnotiz im März 2010 verzeichneten die KDG-Aktien ein Kursplus von 75 Prozent.

Das sind gute Nachrichten für den Finanzinvestor EQT, der KabelBW verkaufen will. Das hohe Wachstumstempo und die guten Aussichten dürften den Preis treiben. Vergangene Woche waren mindestens fünf Gebote für den Branchen-Dritten eingegangen, wie Reuters von mehreren mit dem Prozess vertrauten Personen erfahren hatte. Darunter sei nur ein Unternehmen aus der Branche, nämlich der US-Kabelkonzern Liberty Global, der 2009 den Wettbewerber Unitymedia gekauft hatte. Daneben haben auch die Beteiligungsfirmen CVC, Cinven, Hellman & Friedman und Providence Offerten eingereicht. Aus Kreisen der Bieter war von Kaufpreisen um 2,5 Milliarden Euro zu hören. Von anderer Seite war dagegen von Geboten von bis zu knapp unter drei Milliarden Euro die Rede.

Von

dpa

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