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29.04.2013

18:06 Uhr

DSL-Limit der Telekom

„René, mein liebes Drosselchen!“

VonTobias Jobke

Auch eine Woche nach der Ankündigung der Telekom, Volumengrenzen für Festnetz-DSL einzuführen, reißen Hohn und Spott nicht ab. Telekom-Kunden lassen im Netz nicht locker und überbieten sich mit originellem Protest.

Telekom-Chef Obermann: „René, mein liebes Drosselchen!“ Reuters

Telekom-Chef Obermann: „René, mein liebes Drosselchen!“

DüsseldorfEs klingt wie eine Neuauflage von David gegen Goliath: Der 18-jährige Abiturient Malte Götz aus Düsseldorf kämpft online gegen die milliardenschwere Deutsche Telekom – mit einer Online-Petition. Doch Götz ist nicht allein. Seit Montag kann er einen symbolischen Erfolg verbuchen: Die Zahl der Unterzeichner seiner Petition hat die 100.000er-Marke geknackt. Und das dürfte auch die Telekom zu spüren bekommen: Denn jede Unterschrift führt zu einer automatisierten Mail an den Magentariesen.

Genau eine Woche ist es her, dass die Telekom in einer Pressemitteilung ankündigte, „wie im Mobilfunk“ Volumengrenzen einzuführen, deren Überschreitung eine Drosselung der Surfgeschwindigkeit zur Folge hat. Der anfängliche Proteststurm ist auch sieben Tage später noch nicht verflogen. Auf Twitter wird er inzwischen unter dem verbreiteten Hashtag #Drosselkom gebündelt.

Unter die vielen Telekom-kritischen Tweets mischen sich jedoch auch Zweifel an der Konsequenz des Massen-Aufschreis – so wie die von Nutzer @Jan Lehnardt: „Ich wüsste gerne, wie viele der 100.000 Unterzeichner der Drosselkom-Kampagne ihren T-Anschluss gekündigt haben.“ Ein Großteil der Twitter-Reaktionen ist inzwischen allerdings satirisch: So existiert ein eigenes Twitterkonto unter dem Namen „Deutsche Drosselkom“, über das mehrmals täglich getwittert wird.

Und auch auf der Facebook-Service-Seite der Telekom trudeln weiter wütende bis satirische Posts ein. Tim Schidlowski schreibt: „Entschuldigung, geehrte Telekom, da das Volumen meines Kontos aufgebraucht ist, wird in Zukunft meine Zahlungsmoral gedrosselt.“ Und Franz Schmidt fragt: „Verstößt die Telekom damit nicht gegen die Netzneutralität?“ In diese Kerbe schlägt auch ein Youtube-Video der Seite netzpolitik.org, deren Betreiber ihre Kritik in einem satirischen Werbespot verpackt haben:

Auf Satire-Plakate statt -Videos setzen die zahlreichen Spötter auf der Seite hilf-telekom.de. Sie haben einen Sport daraus gemacht, sich mit selbst montierten Satire-Anzeigen im Telekom-Layout über die Drossel-Pläne des Unternehmens lustig zu machen. Mehrere hundert Beispiele sind bereits zu finden, etwa der an Telekom-Chef Obermann gerichtete Slogan: „René, mein liebes Drosselchen!“

Aber auch wer sich mit dem Thema #Drosselkom auf einer ernsteren Ebene befassen möchte, kommt im Netz nicht zu kurz. So versuchen mehrere Seiten, die Auswirkungen der geplanten Tempobremse zu verdeutlichen. Unter der Adresse drossl.de kann man sich zum Beispiel ausrechnen lassen, wie lange man in Zukunft noch surfen kann, bis das Tempo heruntergefahren wird.

Beispiel: Bei voller Nutzung eines DSL-Vertrages mit einer Geschwindigkeit von 6 Megabit pro würde der Internetzugang nach 28 Stunden und 27 Minuten im Monat gedrosselt. Auf der Homepage der Computerzeitschrift „Chip“ lässt sich sogar ein Programm herunterladen, mit dem sich das verlangsamte Surfen mit 384 Kilobit pro Sekunde simulieren lässt: #Drosselkom schon heute, ganz ohne Neuvertrag.

Kunden empört

Telekom drosselt Netzgeschwindigkeit

Kunden empört: Telekom drosselt Netzgeschwindigkeit

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Kommentare (14)

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Orangensaft

29.04.2013, 17:56 Uhr

Ich bin zwar von diesem Konzern enttäuscht, vorallem wegen der ganz miesen Informationspolitik, mit der versucht wird die eigenen Kunden gegeneinander auszuspielen --- aber verstehen kann ich die Telekom auch ein bischen. Und auch komisch finde ich, das man einerseits annimmt, dass sich das Datenvolumen bis 2016 vervierfacht und andererseits dann die Zahlen von 2013 (3% Nutzer wären heute betroffen)einfach hochrechnet.

384kbit/s sind einfach viel viel viel zu wenig und einer Nation wie Deutschland auch einfach unwürdig. Von mir aus kann die Telekom ja meinen Anschluss um die Hälfte oder max 2/3 runterdrosseln, da hät ich nichmal was dagegen. Aber um 99,2% zu drosseln ist einfach nur dreist. Das ist der Versuch beim Kunden sinnlosen Leidensdruck zu erzeugen, damit er sich dann dieses und jenes Datenpaket hinzubucht. Nicht mit mir, sag ich da nur!

Icke79

29.04.2013, 18:19 Uhr

Mal gut, dass ich nicht mehr bei dem Verein bin. Aber auch meinen nächsten Mobilvertrag werde ich dann woanders abschließen, wenn der fällig ist - sicher ist sicher. Das schützt vor unliebsamen Überraschungen.

Ichbinsdoch

29.04.2013, 18:21 Uhr

DSL Anschluss gekündigt, steig auf Kabel um :
Problem erledigt

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