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16.10.2015

13:27 Uhr

Duell mit der Telekom

1&1 legt im Werbestreit nach

VonIna Karabasz

Das Duell, das die Telekom und 1&1 über die Fernsehwerbung austragen, geht weiter. Die United-Internet-Tochter veräppelt die Bonner in einem neuen Spot. Schießt sie damit übers Ziel hinaus?

Die Telekom und 1&1 streiten sich. dpa

Deutsche Telekom

Die Telekom und 1&1 streiten sich.

DüsseldorfWeit mehr als 100.000 Zuschauer haben in den vergangenen Monaten dabei zugesehen, wie sich die Deutsche Telekom und ihr Konkurrent 1&1 sich mittels Werbespots in der Frage um das beste Netz duellieren. Alleine das Video der letzte Retourkutsche der Telekom wurde über den Youtube-Kanal der Telekom mehr als 280.000 Mal angeklickt.

Der Streit hatte seinen Anfang genommen, als 1&1 vom Branchenmagazin „Connect“ für das beste Festnetz ausgezeichnet wurde. Dieser Sieg kam für alle überraschend, selbst die Tester – hat doch die Tochter von des United-Internet-Konzerns fast kein eigenes Netz, sondern mietet Kapazitäten der Wettbewerber. Jedoch werden diese so clever zusammengeschaltet, dass das angebotene Netz besser ist als das der Konkurrenz, so das Urteil.

Diesen Sieg feierte 1&1 genüsslich in einem Werbespot, in dem es bei einer Preisverleihung an dem vermeintlichen Vertreter der Telekom vorbeizieht, der sich verdattert wieder hinsetzen muss. Die Bonner revanchierten sich, in dem sie in einem Werbespot ein Mädchen erfolglos nach Empfang suchen lässt, was von einem Jungen mit dem Satz „Bist du bei 1&1 oder was?“ kommentiert wird, bevor er sich mit einem „uäh“ zweifelnd abwendet.

Retourkutsche der Telekom: „Bist du bei 1&1 oder was?“

Retourkutsche der Telekom

„Bist du bei 1&1 oder was?“

In einem Werbespot revanchiert sich die Deutsche Telekom für den Spott des Konkurrenten.

Nun wiederrum sah sich offensichtlich 1&1 wieder am Zug. Ein neuer Spot zeigt die After-Show-Party nach der Preisverleihung. Der vermeintliche Telekomvertreter will jemandem in der Zentrale per Handy mitteilen, dass 1&1 gewonnen hat – jedoch hat er Verbindungsschwierigkeiten.

Damit hat der Wettbewerber in der Auseinandersetzung nach Meinung von Handelsblatt-Lesern den Bogen jedoch überreizt. Wurde der Streit bisher interessiert-amüsiert wahrgenommen, kippt die Stimmung. Der Kommentar einer Facebook-Nutzerin auf eine Handelsblatt-Umfrage, was von dem Spot zu halten sei, fasst die große Mehrheit der Nutzermeinungen zusammen: „Lächerlich. Netz kaufen und albern nachtreten.“ Die meisten hängen sich daran auf, dass 1&1 kein eigenes Netz hätte.

Das Unternehmen jedoch erklärt: „1&1 nutzt für die Realisierung von DSL-Komplettanschlüssen sein eigenes Glasfasernetz und arbeitet zusätzlich mit verschiedenen Netzpartnern zusammen.“ Telefonie-Leistungen würden über eine eigens entwickelte „Voice-over-IP“-Plattform realisiert. Die Erfahrung im Aufbau und Betrieb dieser Plattform schlage sich eins zu eins im Testergebnis und am Anschluss der Kunden nieder. Zudem pflege man eine enge Zusammenarbeit mit dem Routerhersteller AVM, um sie speziell auf ihre Netzsituation abstimmen zu können. „Dabei ist zu beachten, dass die Hardware von der Connect als ein entscheidender Faktor für den Test genannt wurde“, heißt es von 1&1.

Hinter den Kulissen tobt derweil offenbar ein Rechtsstreit, obwohl vergleichende Werbung in Deutschland unter Einschränkungen erlaubt. Doch sowohl der ursprüngliche Spot von 1&1, als auch die Retourkutsche der Telekom wurden nach der Veröffentlichung verändert. So fehlt etwa im Video auf dem Youtube-Kanal der Telekom der „Bist du bei 1&1 oder was“-Kommentar, in dem von 1&1 wurde unter anderem die Szene, in der der vermeintliche Telekomvertreter ein Victory-Zeichen macht, herausgeschnitten.

Daher könnte es sein, das auch der neue Spot in der Form nicht mehr lange gezeigt wird. Stein des Anstoßes zwischen den Unternehmen ist wohl unter anderem, dass 1&1 nicht deutlich genug erklärt, dass der Testsieg nur für das Festnetz gilt – und nicht für das Mobilfunknetz. Der angebliche Telekomvertreter jedoch hat Probleme mit seinem Handy – das könnte den Zuschauer auf eine falsche Fährte locken. 

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