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31.01.2007

10:44 Uhr

Düstere Aussichten für Papier

Krug entschuldigt sich bei T-Aktionären

Manfred Krug ist für viele Menschen untrennbar mit der T-Aktie verbunden. Der Schauspieler hatte zum Börsengang der Telekom für das zur Volksaktie hochgejubelte Wertpapier geworben. Heute reut es ihn, denn viele Anteilseigner haben große Verluste gemacht. Und auch die Zukunftsaussichten sind wenig erfreulich.

Erinnern Sie sich noch? Manfred Krug und Charles Brauer im Werbespot für die T-Aktie 1996. Foto: Telekom

Erinnern Sie sich noch? Manfred Krug und Charles Brauer im Werbespot für die T-Aktie 1996. Foto: Telekom

HB/som DÜSSELDORF/HAMBURG. „Ich entschuldige mich aus tiefstem Herzen bei allen Mitmenschen, die eine von mir empfohlene Aktie gekauft haben und enttäuscht worden sind“, sagte Krug im Interview mit dem Magazion „Stern“. Seine Werbespots für die T-Aktie bezeichnete er als seinen größten beruflichen Fehler. Zusammen mit dem damaligen Tatort-Kommissar Charles Brauer hatte Krug 1996 für den Börsengang der staatseigenen Telekom geworben.

Nach kurzem Höhenflug notiert das Papier heute mit um die 13,50 Euro unter dem Ausgabepreis vom November 1996, als sich allein rund 1,9 Millionen Privatanleger die T-Aktie mit einem kleinen Rabatt zu umgerechnet 14,32 Euro kauften. Besonders schlimm hat es die T-Aktionäre getroffen, die Anfang 2000 zum Spitzenkurs von annähernd 90 Euro gekauft haben. Seine eigenen Telekom-Aktien besitze er immer noch, sagte Krug: „Ich betrachte es als eine Art Selbstbestrafung. Es sind bis heute die einzigen Aktien, die ich selbst gekauft habe.“

Üppige Dividende ist bald passé

Angesichts zurückgehender Gewinne müssen sich Aktionäre der Deutschen Telekom auch auf sinkende Dividenden gefasst machen. Nicht in diesem Jahr, aber dann. Neuland beträte der Ex-Monopolist damit nicht, denn auch schon früher genoss Kontinuität keine Priorität.

Auslöser ist die am Wochenende von der Telekom gesenkte Gewinnprognose. Sie lässt wenig Platz für ambitionierte Dividenden. Bereits für das abgelaufene Geschäftsjahr ergibt sich eine Ausschüttungsquote von 82 Prozent. Sie errechnet sich aus dem von allen großen Bankhäusern erwarteten Nettogewinn von durchschnittlich 88 Cent je Aktie und einer vom Vorstand anvisierten Dividende von mindestens 72 Cent. „Solch eine hohe Quote ist dauerhaft nicht durchzuhalten. Wie soll die Telekom Investitionen tätigen, Schulden abbauen oder Durststrecken überstehen?“, fragt Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg. Im Dax liegt die Ausschüttungsquote im Schnitt bei 40, in Europa bei 50 Prozent.

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