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09.10.2012

15:13 Uhr

E-Books

Wie der Nutzer zum gläsernen Leser wird

VonTina Halberschmidt

Liest da jemand mit? Anbieter von E-Readern und E-Books können leicht zurückverfolgen, was ihre Kunden gerade treiben. Datenschützer sind alarmiert.

Anbieter allerdings leicht zurückverfolgen, für welches Buch sich der einzelne Leser gerade interessiert, wie oft er zurückblättert oder ob er einzelne Seiten besonders intensiv studiert. dpa

Anbieter allerdings leicht zurückverfolgen, für welches Buch sich der einzelne Leser gerade interessiert, wie oft er zurückblättert oder ob er einzelne Seiten besonders intensiv studiert.

Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch – das pornografische „Shades of Grey“ oder doch „Die Kunst des klugen Handelns“ von Rolf Dobelli? Lesen Sie die Einleitung aufmerksam oder blättern Sie darüber hinweg? Und gibt es einzelne Stellen, die es Ihnen besonders angetan haben?

Auf all diese Fragen wussten Autoren, Verlage und Buchhändler bisher keine Antwort. Seit Einführung des E-Books können die Anbieter allerdings leicht zurückverfolgen, für welches Buch sich der einzelne Leser gerade interessiert, wie oft er zurückblättert oder ob er einzelne Seiten besonders intensiv studiert.

Der Kunde wird so zum sprichwörtlichen gläsernen Leser, der mit jedem Abruf zahlreiche persönliche Daten an Amazon, Google oder beispielsweise die US-Kette Barnes & Nobles sendet. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer amerikanischen Studie, aus der das Wall Street Journal zitiert - unter der vielsagenden Überschrift „Your E-Book Is Reading You“ („Dein E-Book liest dich“).

Ob die amerikanischen Verhältnisse 1:1 auf die deutsche Nutzerschaft übertragen werden können, ist nicht sicher zu sagen. Marktführer Amazon äußerte sich auf Anfrage von Handelsblatt Online nicht zum Thema.

Fest steht: Das deutsche und europäische Datenschutzrecht unterscheidet sich stark von dem der USA. Nils Schröder, Sprecher des Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit Nordrhein-Westfalen (LDI), erklärt, in Deutschland seien Bundesdatenschutz- und Telemediengesetz relevant.

Ob die deutschen Lesegewohnheiten im Einzelnen von E-Book-Anbietern ausgewertet werden, ist ihm nicht bekannt. „Ich gehe aber davon aus, dass Nutzungsdaten von hohem wirtschaftlichen Interesse sind, so dass wahrscheinlich in einigen Bereichen eine Auswertung erfolgt - möglicherweise anonymisiert, vielleicht aber auch personenbezogen.“

Kommentare (1)

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fdsf

09.10.2012, 15:52 Uhr

Ich halte jede Nutzung von Ebooks für die Aufgabe von Eigentum. Es wird bald so sein dass man sich zum Preis eines neuen Produktes eben dieses nicht mehr sein Eigen nennen kann sondern nur noch als geliehene Beigabe sehen kann.
So kosten Ebooks wahnwitzige Summen wenn man bedenkt das man sie nicht mal weiterverkaufen darf bzw. kann dies Plattformunabhängig.

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