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08.09.2014

23:20 Uhr

E-Plus-Kauf

Telefónica will 3,62 Milliarden Euro einsammeln

Um den Konkurrenten E-Plus zu kaufen, hat Telefónica mit einer milliardenschweren Kapitalerhöhung begonnen. 3,62 Milliarden Euro will das Unternehmen einnehmen und auf diesem Wege 1,117 Milliarden neue Aktien ausgeben.

Telefonica Deutschland hat mit der Kaptalerhöhung begonnen um E-Plus zu kaufen. dpa

Telefonica Deutschland hat mit der Kaptalerhöhung begonnen um E-Plus zu kaufen.

München/BrüsselDie Telefongesellschaft Telefónica Deutschland (O2) hat die milliardenschwere Kapitalerhöhung zur Teilfinanzierung des E-Plus-Kaufs eingeleitet. „Mit dem Start sind wir überzeugt, die Transaktion wie geplant noch im laufenden Quartal abzuschließen“, sagte Telefónica Deutschland-Strategievorstand Markus Haas am Montag laut Mitteilung.

Mit der Kapitalerhöhung sollen rund 3,62 Milliarden Euro erlöst werden. Insgesamt werden rund 1,117 Milliarden neue Aktien ausgegeben. Der Bezugspreis liegt bei 3,24 Euro je Aktie. Dabei berechtigt eine ausstehende Aktie zum Bezug einer neuen Aktie. Die Frist läuft voraussichtlich ab Mittwoch (10. September) bis einschließlich 23. September.

Was die Fusion von E-Plus und O2 für den Kunden bedeutet

Worum geht es?

Die niederländische KPN verkauft ihre Tochter E-Plus an Telefónica Deutschland. Das wurde bereits im Juli 2013 angekündigt. Telefónica Deutschland gehört seinerseits zum spanischen Telefónica-Konzern und bietet vor allem die Mobilfunk-Marke O2 an. „Das neue Unternehmen wird erhebliche Größen- und Effizienzvorteile erzielen“, erklärte Telefónica Deutschland am Mittwoch. Abgeschlossen sein soll der Kauf voraussichtlich bis Ende September.

Wie viele Mobilfunkanbieter gibt es jetzt noch?

Von den großen Anbietern, die ein eigenes Mobilfunknetz besitzen, gibt es in Deutschland künftig nur drei statt vier. Neben Telefónica Deutschland sind dies die Deutsche Telekom und Vodafone. Allerdings gibt es noch viele weitere Mobilfunkmarken. Sie gehören entweder auch zu diesen großen Konzernen oder zu anderen Anbietern. Diese Anbieter leihen sich sozusagen das Netz von den Großen und bieten dann den Endkunden eigene Verträge an. Außerdem könnte sich künftig nach Einschätzung der EU-Kommission auch wieder ein weiterer Anbieter mit eigenem Netz etablieren.

Was bedeutet der Wegfall eines so großen Unternehmens?

Die EU-Kommission hatte bei der Fusion zunächst Bedenken. Sie befürchtete, die Konzentration könne dazu führen, dass sich die verbleibenden Firmen nicht mehr so hart bekriegen - was für die Kunden schlecht wäre, die gerade vom Wettbewerb Vorteile haben. Deshalb hat die EU-Behörde eine ganze Reihe Auflagen für die Fusion gemacht. Dazu gehört zum Beispiel, dass Telefónica 30 Prozent der Netzkapazitäten des neuen Unternehmens verkaufen muss.

Reichen die Auflagen aus?

Die EU-Kommission sagt Ja: „Verbraucher werden weiterhin in den Genuss der Vorteile eines wettbewerbsorientierten Marktes kommen“, kündigte Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia an. Der auf die Branche spezialisierte Professor Torsten J. Gerpott von der Universität Duisburg-Essen hält die Auflagen dagegen für ungenügend. Sie dienten als „Deckmäntelchen“ für eine industriefreundliche und verbraucherfeindliche Politik der Kommission, sagte er AFP. Auch Ilja Braun von der Verbraucherzentrale Bundesverband warnt: „Eine Konzentration im Markt birgt für Verbraucher immer Gefahren.“

Steigen jetzt die Preise?

Das ist nicht ausgeschlossen. Zwar seien kurzfristig keine Preissteigerungen zu befürchten, glaubt Gerpott. Er verweist aber zugleich auf Österreich, wo es vor 18 Monaten eine vergleichbare Übernahme gab. Dort seien „die Preise nicht mehr so schnell gefallen und zum Teil sogar gestiegen“. Das könnte mittelfristig auch in Deutschland passieren, meint der Wirtschaftsprofessor. Telefónica äußert sich nicht konkret zu Preisen. In einer Erklärung versichert das Unternehmen aber, „den Markt mit innovativen Produkten und Services (...) noch stärker herauszufordern.“

Ändern sich die bestehenden Mobilfunk-Verträge?

Bei bereits abgeschlossene Verträgen besteht kein Grund zur Sorge. „Bestehende Verträge ändern sich nicht“, sagte ein Sprecher von Telefónica Deutschland.

Verschwindet E-Plus jetzt ganz?

Ob die Marke E-Plus bestehen bleibt oder verschwindet, das lässt sich laut Telefónica Deutschland noch nicht sagen. Dafür müsse erst der Abschluss der Übernahme abgewartet werden.

Was kann noch passieren?

Denkbar sind laut Verbraucherschützer Braun, dass einige Billigmarken wegfallen, die bisher unter dem Dach von E-Plus und Telefónica angeboten werden. Ferner könnten auch Läden geschlossen werden. „Es macht keinen Sinn, dann einen O2-Laden neben einem E-Plus-Laden zu haben“, sagte Braun.

Im Zuge des Kaufs von E-Plus sei zudem die Ausgabe weiterer 740,7 Millionen neuer Aktien im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre geplant, hieß es. Für 2014 will Telefónica Deutschland Bardividenden in Höhe von mindestens 700 Millionen Euro ausschütten.

Ende August hatte die EU die Übernahme endgültig genehmigt. Im Gegenzug für die Genehmigung hatte Telefónica unter anderem zugesagt, Netzkapazitäten an den Anbieter Drillisch zu verkaufen. Die beiden Mobilfunker ziehen durch das Geschäft – gemessen an der Kundenzahl auf dem umkämpften deutschen Mobilfunkmarkt – an den Konkurrenten T-Mobile und Vodafone vorbei auf den ersten Platz. Die Übernahme soll auch die Kosten massiv drücken.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Frau Ellis Müller

09.09.2014, 08:25 Uhr

Ich inde dies immer wieder interessant: ein überschuldeter Konzern aus dem Pleiteland Spanien geht in Deutschland auf Einkaufstour.

Herr Peter Spiegel

09.09.2014, 10:14 Uhr

Schnell noch Firme absahnen mit dem am Ende wertlosen Euro und Dollar, der Michel zahlts.
BlackRock und die Anderen machen das seit Jahren.

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