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19.02.2014

07:48 Uhr

E-Plus-Übernahme

EU hat offenbar Einwände gegen Telefónica-Deal

Die Telekom bekommt eine Schonfrist. Die EU hat offenbar Bedenken bei der Verschmelzung von Telefónica Deutschland mit dem Mobilfunker E-Plus zum dann größten Anbieter Deutschlands. Telefónica muss Zugeständnisse machen.

Aus zwei könnte bald eins werden: Wenn der Deal durchgeht, würden Telefónica Deutschland und E-Plus bei der Kundenzahl die bisherigen Marktführer Deutsche Telekom und Vodafone überrunden. dpa

Aus zwei könnte bald eins werden: Wenn der Deal durchgeht, würden Telefónica Deutschland und E-Plus bei der Kundenzahl die bisherigen Marktführer Deutsche Telekom und Vodafone überrunden.

Die EU-Kartellbehörden wollen Insidern zufolge die Übernahme von E-Plus durch Telefónica Deutschland in der geplanten Form nicht durchwinken. Zwei mit der Sache vertraute Personen sagten am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters, die Behörden würden in den kommenden Tagen Einspruch einlegen. Ein Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg bestätigt diese Informationen.

Nach dem Einspruch erhielten die betroffenen Unternehmen eine Liste der Einwände, hieß es weiter. Die EU-Kommission hatte im Dezember eine Prüfung des Geschäfts mit einem Volumen von 8,6 Milliarden Euro eingeleitet
Durch den Einspruch der EU ist der Deal aber keineswegs zum Scheitern verurteilt. Das sogenannte Statement of Objections ist vielmehr ein normaler Teil der vertieften Kartellprüfung, in dem Brüssel problematische Punkte aufzählt, die gegen die Übernahme sprechen. Telefónica Deutschland wird damit aufgefordert, diese Bedenken mit Zugeständnissen zu zerstreuen.

Die größten Mobilfunker in Deutschland

Ein großer Markt

In Deutschland gibt es mehr als 113 Millionen Handyanschlüsse. Welche Marktanteile die Anbieter haben, hat das Statistikportal Statista auf Grundlage von Erhebungen der Marktforschungsinstitute Enigma, Ipsos, Ifak und Marplan ermittelt (Stand: Ende 2012).

T-Mobile

Jeder fünfte Handynutzer geht mit T-Mobile ins Netz (20,9 Prozent). Bei den Vertragskunden hält die Telekom-Tochter sogar einen Marktanteil von 24,3 Prozent.

Vodafone

Der britische Konzern kommt in Deutschland ebenfalls auf einen Marktanteil von 20,9 Prozent. Allerdings hat das Unternehmen weniger Vertragskunden als der Rivale aus Bonn (22,4 Prozent Marktanteil).

O2

Die Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns – seit kurzem an der Börse notiert – ist in Deutschland die Nummer drei, sie hat einen Marktanteil von 13,5 Prozent.

E-Plus

Jeder zehnte Handynutzer (9,5 Prozent) ist Kunde bei E-Plus, einer Tochter des niederländischen KPN-Konzerns.

Aldi Talk

Der Discounter Aldi betreibt kein eigenes Netz, hat aber eine beachtliche Kundenbasis. 8,5 Prozent der Kunden telefonieren mit SIM-Karten des Einzelhändlers.

Base

Base ist die Billigmarke von E-Plus. 5,5 Prozent der Handynutzer telefonieren damit.

Sonstige

Jeweils weniger als 5 Prozent Marktanteil haben 1&1 (3,3 Prozent), Mobilcom-Debitel (2,8 Prozent), Tchibo (1,8 Prozent) und die Telekom-Marke Congstar (1,7 Prozent).

Die zum gleichnamigen spanischen Telefongiganten gehörende Telefónica hatte den Kauf von E-Plus für 8,6 Milliarden Euro im Sommer angekündigt. Sollte der Deal über die Bühne gehen, würden der dritt- und viertgrößte Mobilfunkanbieter in Deutschland fusionieren. E-Plus gehört zum niederländischen Telekom-Konzern KPN.

Durch die Fusion entstünde ein neuer Gigant auf dem deutschen Mobilfunkmarkt: Zusammen überrunden Telefónica Deutschland und E-Plus bei der Kundenzahl die bisherigen Marktführer Deutsche Telekom und Vodafone. E-Plus und Telefónica haben seit einem Jahrzehnt immer wieder über ein Zusammengehen gesprochen.

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