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08.06.2015

13:47 Uhr

E-Plus und Telefonica

Airdata reicht Klage gegen Übernahme ein

Die fast neun Milliarden schwere Fusion von Telefonica Deutschland und E-Plus wurde von der EU-Kommission unter Auflagen genehmigt. Dem Stuttgarter Anbieter Airdata reichen diese nicht aus, er legt nun Klage ein.

Zusammen kommen sie auf mehr Kunden als das bisherige Führungsduo Deutsche Telekom und Vodafone. Reuters

Die deutsche Telefonica-Tochter O2 und E-Plus

Zusammen kommen sie auf mehr Kunden als das bisherige Führungsduo Deutsche Telekom und Vodafone.

Berlin/FrankfurtDie Übernahme von E-Plus durch Telefonica Deutschland hat ein gerichtliches Nachspiel. Der Stuttgarter Breitband-Anbieter Airdata habe beim Gericht der Europäischen Union (EuG) Klage eingereicht, gab das Unternehmen bekannt. „Die von Telefonica gemachten Zusagen waren völlig unzureichend, um einen lebendigen Wettbewerb im Interesse der Verbraucher aufrecht zu erhalten“, sagte Airdata-Vorstand Christian Irmler. Telefonica Deutschland teilte am Montag mit, die Klage zur Kenntnis genommen zu haben und die Details zu prüfen. Sie werde aber keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Aktivitäten des fusionierten Mobilfunk-Konzerns haben.

Die EU-Kommission hatte vergangenen Sommer die fast neun Milliarden Euro schwere Fusion von Telefonica Deutschland („O2“) und E-Plus genehmigt, dies aber an Auflagen geknüpft, um den Wettbewerb nicht zu beeinträchtigen. Diese blieben allerdings hinter den Erwartungen von Konkurrenten zurück, die gehofft hatten, dass die beiden Mobilfunker einen Teil ihrer Funkfrequenzen abgeben müssten.

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Vor der Fusion hatten vier große Anbieter um Kunden in Deutschland gekämpft. Jetzt teilen sich die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland den Markt zu dritt. Airdata kritisierte, die EU-Kommission hätte den Deal so nicht durchwinken dürfen. Die Brüsseler Behörde wollte zunächst keine Stellungnahme zu dem Fall abgeben. Das EU-Gericht soll nun klären, ob die Genehmigung in der jetzigen Form rechtmäßig ist. Airdata-Manager Irmler zufolge müsste bei einem neu aufgerollten Verfahren ein Frequenzpaket für einen Neueinsteiger bereitgestellt werden.

An der Börse verloren Telefonica-Deutschland-Aktien zu Wochenbeginn 0,5 Prozent.

Bei der laufenden Frequenzversteigerung in Deutschland wurden bislang Angebote im Wert von 2,56 Milliarden Euro abgegeben. Dies liegt eher am unteren Ende der Markterwartungen.

Von

rtr

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