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10.01.2010

18:11 Uhr

Eatsmarter

Verleger Manthey startet Ernährungsportal

VonHans-Peter Siebenhaar

ExklusivKeine herkömmliche Koch-Seite, sondern ein Portal für gesunde Ernährung. Eatsmarter wurde vom früheren Zeitschriftenverlegers Dirk Manthey entwickelt. Mehr als Tausend Gerichte und eine Video-Kochschule sollen die Verbraucher überzeugen. Manthey hofft auch auf Erfolg im Ausland.

Der Hamburger Verleger Dirk Manthey hat ein Ernährungsportal an den Start gebracht.

Der Hamburger Verleger Dirk Manthey hat ein Ernährungsportal an den Start gebracht.

DÜSSELDORF. Miesmuscheln in Backpapier mit Kokos, Ingwer und Zitronenmelisse häufiger zu essen ist keineswegs nur etwas für Feinschmecker. Muscheln sind ein kalorienarmer Genuss. Die Meerestiere liefern zudem reichlich Vitamin D und B12, Eisen und reichlich Jod. Der frühere Zeitschriftenverleger Dirk Manthey kennt die Vorteile des gesunden Essens. „Mein Body-Maß-Index ist in Ordnung“, sagt der Medienunternehmer, der sich vor allem von den Früchten des Meeres und Gemüse ernährt, durchaus stolz. Nun macht Manthey seinen Lebensstil zum Geschäft.

In den vergangenen zwei Jahren werkelte der umtriebige Selfmademan an seinem Geheimprojekt, ein Internetportal für gesunde Ernährung. Über tausend Gerichte ließ der 55-Jährige von der Hamburger Fotoagentur Westermann fotografieren. Still und leise kaufte er ein achtköpfiges Team für Redaktion und Werbeeinkauf ein. In einem Hinterhof im angesagten Hamburger Schanzenviertel hat er Büroräume angemietet. Für die Videos hat Manthey die Hamburger Starköchin Cornelia Poletto verpflichtet. Heute ist es so weit: Die Seite www.eatsmarter.de geht an den Start. „Eatsmarter ist ein Portal für gesunde Ernährung und keine herkömmliche Koch-Internetseite“, versichert Manthey und fügt an: „Wir greifen deshalb auch keinen anderen Verlag an.“

Das Geschäft rund ums Essen ist ein Wachstumsmarkt, den die Großverlage wie Gruner + Jahr („Essen + Trinken“) und Burda („Meine Familie & Ich“) längst beackern. Gruner erwarb beispielsweise das Internetportal Chefkoch.de. Burda bündelte im Sommer seine Koch-Marken aus den Bereichen Print („Lust auf Genuss“), Internet (Kochrezept.de) und Fernsehen („TV Gusto“) unter dem Dach der Burda Food.net.

Die in sattes Grün getauchte Onlineseite von Manthey quillt vor Information über: eine Koch-Videoschule zeigt neue Kniffe am Herd, Mediziner geben Expertentipps, welche Lebensmittel satt und nicht dick machen. Drei bis vier Millionen Euro hat Manthey nach eigenen Angaben in seine neue Firma investiert. Deutschland ist nur der Anfang. So früh wie möglich will er seine Seite als Lizenz auch ins Ausland verkaufen. Um zunächst hierzulande bekannt zu werden, will er jetzt auf Google die Werbetrommel rühren. Es ist nicht sein erstes Internetunternehmen. Im Juni 2008 startete er bereits Meedia.de, einen Branchendienst für die Medienindustrie.

Der sportliche Unternehmer, der zwischen Hamburg und dem kalifornischen Malibu pendelt, strotzt vor Selbstbewusstsein. „Wir wollen die Gewinnzone relativ schnell erreichen“, sagt er. Noch in diesem Jahr soll die Internetfirma schwarze Zahlen schreiben.

Bei Eatsmart gibt es keine Abo-Gebühr, selbst das App für das iPhone ist gratis. Das Internetportal muss sich vor allem über Werbung finanzieren. „An Paid Content im Internet glaube ich nur in Ausnahmefällen“, sagt der einstige Verleger von Zeitschriften wie „Fit for Fun“ in Anspielung auf Mathias Döpfner. Der Chef von Axel Springer hatte kurz vor Weihnachten, die Apps von „Bild“ und „Welt“ kostenpflichtig gemacht.

In den vergangenen Monaten sind Manthey und seine Crew auf Tour bei den Agenturen gewesen. „Die Reaktion der Werbekunden liegt über unseren Erwartungen“, berichtet er. Noch hat er Zeit: Reklame läuft erst ab April.

Für Manthey ist sein neues Portal der Versuch eines Comebacks. Nur auf der faulen Haut zu liegen ist für ihn keine Lebensaufgabe. Vor seiner weißen Villa mit einem traumhaften Blick auf die Hamburger Außenalster liegt ein Mann auf einer Bank - eine Skulptur. Sein Gesicht bedeckt ein Zeitung. Manthey, der viel Gedrucktes verkauft hat, ist heute froh, dass er sich von seiner Verlagsgruppe Milchstraße („TV Spielfilm“, „Max“) getrennt hat. Heute gehören Burda die Reste der Milchstraße. Nun begegnen sich die alten Rivalen im Internet.

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