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18.01.2005

11:10 Uhr

Ein neues Gesetz soll für Entflechtung sorgen

Griechische Medienlandschaft gerät in Bewegung

VonGerd Höhler

Per Gesetz will die neue konservative Regierung Griechenlands die Verflechtung publizistischer und sonstiger wirtschaftlicher Interessen bekämpfen und für mehr Transparenz bei der Vergabe öffentlicher Aufträge sorgen. Dieses neue griechische Mediengesetz, das noch im Parlament beraten wird, zeigt bereits vor seiner Verabschiedung Wirkung

ATHEN. Die griechische Unternehmerfamilie Bobolas bestätigte gestern Verhandlungen über den Verkauf ihrer Medienholding Pegasus an den Reeder Theodoros Angelopoulos. Damit wechselt einer der größten griechischen Medienkonzerne den Besitzer.

Das Gesetz dürfte in den kommenden Monaten für weitere Veränderungen in der griechischen Medienlandschaft sorgen. Bisher werden die großen Medienhäuser überwiegend von Unternehmerfamilien kontrolliert, die Zeitungen, Fernsehkanäle und Rundfunksender oftmals zur Förderung ihrer Geschäftsinteressen instrumentalisieren, beispielsweise bei der Bewerbung um öffentliche Aufträge. Das System funktionierte vor allem unter der im vergangenen März abgewählten sozialistischen Regierung.

Bestes Beispiel ist die Familie Bobolas. Sie kontrolliert Aktor, den größten Baukonzern des Landes, der überwiegend von Staatsaufträgen lebt. Vor allem die Infrastrukturprojekte und der Sportstättenbau für die Olympischen Spiele 2004 ließen bei Aktor die Kassen klingeln. Ein anderer Teil des Bobolas-Imperiums ist die Medienholding Pegasus. Zu ihr gehören unter anderem das Boulevardblatt Ethnos, die Wirtschaftszeitung Imerisia und zahlreiche Zeitschriften. Mit 22,46 Prozent ist Pegasus außerdem größter Anteilseigner am TV-Sender Mega Channel. Die Pegasus-Medien steuerten unter den Sozialisten einen betont regierungsfreundlichen Kurs. Ein Zusammenhang mit den lukrativen Staatsaufträgen für Aktor darf vermutet werden.

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