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22.08.2013

12:28 Uhr

Einbruch auf dem PC-Markt

Enttäuschende Zahlen für Hewlett-Packard

Umsatzrückgang bei HP: Der Trend zu Tablett und Smartphone macht dem früheren PC-Branchenriesen zu schaffen. Nachbörslich gaben die Aktien um acht Prozent nach. Konzernchefin Whitman lässt Köpfe rollen.

Die Quartalszahlen des Computerpioniers Hewlett-Packard sind nicht rosig. dpa

Die Quartalszahlen des Computerpioniers Hewlett-Packard sind nicht rosig.

Palo AltoHewlett-Packard (HP) muss im Kampf gegen die PC-Krise schmerzhafte Rückschläge einstecken. Das von Chefin Meg Whitman für die Wiederbelebung des Konzerns als zentral eingestufte Geschäft mit Servern und Software verbuchte einen kräftigen Umsatzrückgang. Ein neuer Manager soll die IT-Service-Sparte nun auf Kurs bringen. Auch sonst lief es im vergangenen Quartal nicht rund. Die Gesamterlöse sanken überraschend kräftig um acht Prozent auf 27,2 Milliarden Dollar. Whitman verabschiedete sich daher von dem Ziel, den Umsatz im kommenden Geschäftsjahr zu steigern. Anleger zeigten sich schwer enttäuscht von der Entwicklung: Die Aktie brach nachbörslich acht Prozent ein.

Die schwache Nachfrage nach herkömmlichen Computern im Zuge des Trends zu Tablets und Smartphones macht HP ebenso zu schaffen wie seinem Erzrivalen Dell, der erst vergangene Woche erneut einen Gewinneinbruch vermelden musste. Branchenexperten zufolge schrumpft der PC-Markt in diesem Jahr um sieben Prozent und 2014 um weitere 4,5 Prozent.

Nutznießer der Probleme der beiden US-Konzerne ist der chinesische PC-Riese Lenovo : Der neue Weltmarktführer, der vor Jahren das PC-Geschäft von IBM übernommen hatte, reagierte schneller auf den Wandel der Branche und fuhr zuletzt auch dank seiner riesigen Kundenbasis daheim das zweitbeste Ergebnis seiner Geschichte ein. Dell soll dagegen nach den Plänen des Firmengründers von der Börse genommen und in Ruhe saniert werden.

Whitman will den einstigen PC-Primus stärker auf Angebote abseits des klassischen Rechnergeschäfts ausrichten. Nach dem Vorbild von IBM - mittlerweile der weltgrößte IT-Dienstleister - soll sich auch HP stärker auf das einträglichere Service-Geschäft für Unternehmen konzentrieren. Der radikale Ansatz von Whitmans Vorgänger Leo Apotheker, das PC-Geschäft ganz aufzugeben, war allerdings bei Investoren auf Ablehnung gestoßen. Der deutsche Manager war nach weniger als einem Jahr an der Firmenspitze rausgeflogen.

"Es ist unwahrscheinlich, dass wir 2014 das Wachstum sehen werden, dass ich erhofft habe", sagte Whitman, die den Konzern seit rund zwei Jahren führt. Branchenexperten zeigten sich vor allem erschrocken darüber, dass die Erlöse in der IT-Service-Sparte Enterprise Group im dritten Geschäftsquartal um neun Prozent schrumpften. Die frühere Ebay -Chefin bezeichnete das Ergebnis der zweitgrößten Konzernsparte als "sehr enttäuschend". Deshalb soll ab sofort der bislang für das Tagesgeschäft verantwortliche Bill Veghte die Enterprise Group führen.

Er ersetzt Dave Donatelli, der nun nach Übernahmezielen Ausschau halten soll und bislang an der Wall Street als Senkrechtstarter mit großem Potenzial galt. Whitman erklärte, dass HP sich wieder auf die Suche nach strategischen Zukäufen mache, um den Konzernumbau voranzutreiben.

Unter dem Strich verdiente HP im Quartal 1,4 Milliarden Dollar. Vor einem Jahr verbuchte der Konzern wegen einer gigantischen Abschreibung auf eine Übernahme noch einen Verlust von fast neun Milliarden Dollar.

Von

rtr

Kommentare (6)

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manthra

22.08.2013, 03:20 Uhr

Im Jahr 2004 die Patronen-Kartuschenpreise um unverschämte 60 Prozent angehoben, dies auch noch laut und plakativ mit der schwindenden Druckernachfrage angegeben: hoffentlich bricht der Konzern unter seiner Arroganz zusammen!

Account gelöscht!

22.08.2013, 04:51 Uhr

Es geht doch nichts vor einen klassischen PC von HP. Die tragbare und miniaturiesierte Flachscheiße von Apple und Co. ist doch eine Ablachnummer.

realist

22.08.2013, 08:15 Uhr

................ist das ein Wunder???? Habe seit einigen Jahren ein Notebook in Diensten und es steht kurz vor dem Aus. Es war hochpreisig, also kein Billig-Gerät. Und jetzt und jetzt? Es wird auf billigste Art und Weise produziert Made in China. Asiatisch/amerikanischer INDUSTRIEPLUNDER für viel Geld.........................

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