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24.04.2012

19:00 Uhr

„Eine Zumutung“

Verdi schmettert Telekom-Angebot ab

Die Gewerkschaft Verdi hat ein Angebot der Deutschen Telekom abgelehnt. Der Vorschlag sei eine „Zumutung“. Begleitet von einer Kundgebung am Verhandlungsort hatte die Telekom sich nach drei Monaten zum ersten Mal bewegt.

Die Tarifverhandlungen der Telekom werden von Protesten begleitet. Mehr als 5000 Menschen gingen laut Polizei am Dienstag in Düsseldorf auf die Straße. dpa

Die Tarifverhandlungen der Telekom werden von Protesten begleitet. Mehr als 5000 Menschen gingen laut Polizei am Dienstag in Düsseldorf auf die Straße.

DüsseldorfIm Streit um Lohnerhöhungen für 50.000 Angestellte schlägt Verdi das Tarifangebot der Telekom-Deutschlandtochter aus. Das Angebot sei eine „Zumutung“, weshalb die Tarifkommission das Scheitern der Verhandlungen bei der Telekom Deutschland GmbH erklären solle, teilte Verdi am Dienstag mit.

Der Vorschlag sei weder sozial noch ausgewogen, erklärten die Arbeitnehmer-Vertreter am Dienstag. „Während die Unternehmensführung die Aktionäre mit einer Dividende von drei Milliarden Euro beglückt, sollen die Beschäftigten den Abschluss aus eigener Tasche finanzieren“, erklärte Verdi-Vorstand Lothar Schröder. Die Kommission tage am 3. Mai. Unabhängig davon laufen parallel Gespräche für insgesamt 35.000 Beschäftigte der Konzernzentrale und bei der Tochter T-Systems.

Zuvor hatte der Dax-Konzern erstmals ein Angebot vorgelegt - knapp drei Monate nach dem Auftakt der Tarifverhandlungen. Die Gehälter der Beschäftigten der Telekom Deutschland sollten insgesamt um 3,5 Prozent steigen. Angeboten werde eine Erhöhung in zwei Stufen: Zum 1. Juli diesen Jahres sollten die Entgelte um 2,1 Prozent steigen.

Eine weitere Erhöhung um 1,4 Prozent solle im Mai 2013 folgen. Für die Monate Februar bis Juni 2012 sei für jeden Mitarbeiter eine Einmalzahlung von 365 Euro vorgesehen. Der Tarifvertrag solle bis zum 31. Juli 2013 laufen. Das Angebot liegt weit unter den Forderungen von Verdi: Die Gewerkschaft pocht auf eine Lohnerhöhung von 6,5 Prozent über zwölf Monate.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

24.04.2012, 18:24 Uhr

Einfacher Job für Verdi. Fordern ohne Rücksicht auf Verluste. Inflation interessiert nicht, ist sogar gewünscht. Wo die Telekom das Geld hernimmt, interessiert ebenso keine Sau. Ob die altersvorsorgenden Kapitalanleger Verluste ohne Ende machen, selber Schuld. Zig Milliarden Schulden, unwichtig. Ein Angebot der Telekom, das an die Schmerzgrenze geht, wird lapidar gar nicht erst zur Kenntnis genommen. Wahrlich, ein dummdreist einfacher Job für eine monopolistische Gewerkschaft. Die richtigen Themen werden vorsichtshalber gar nicht angepackt. Man sitzt ja schließlich wie die Made im Speck.

Meimel

24.04.2012, 19:13 Uhr

Ohh man, und da spricht einer von einseitiger Sicht :-)
Ein Dax Unternehmen, welches sich Geld leiht um die hohe Dividende zu zahlen, die ein unvorsichtiger Vorstandsvorsitzender in einer Sektlaune auf Jahre versprochen hat, hat kein Geld, um seine Mitarbeiter odrendlich zu entlohnen. Da frage ich mich doch, wo das Wort DUMMDREIST besser angebracht ist!!!

Account gelöscht!

24.04.2012, 19:47 Uhr

Einverstanden! Das wäre die erste Aufgabe für die Rächer der arbeitnehmerfeindlichen Unzulänglichkeiten. Warum kommt da nichts? Die "hohe Dividende" ist freiwilliger Schadenersatz für die immensen Verluste der ehrlichen Kapitalanleger. Wie immer, ist der Staat der Hauptnutznießer, der nie die Telekom optimal geführt hat, nie eigenverdientes Kapital eingesetzt hat und letztendlich froh war, die Heerscharen von "Arbeitnehmern" auf Kosten der privaten Kapitalanleger entsorgen zu können. Die Dividende wird wegen klammer Kassen jedoch gerne mitgenommen. Auch hier ein bequemer, einfacher Job. Und ein " unvorsichtiger Vorstandsvorsitzender in einer Sektlaune" soll der Buhmann sein? So einfach ist die Welt noch nicht mal bei Karnickeln!

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