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03.12.2013

19:01 Uhr

Einkaufen per Handy

Amerikaner im digitalen Kaufrausch

VonAxel Postinett

Immer mehr US-Kunden kaufen im Internet mit mobilen Geräten ein. Am Schnäppchenmontag wurde fast jeder fünfte Kauf mit dem Smartphone getätigt. Ausgerechnet bei einem Smartphone-Hersteller brach der Online-Shop zusammen.

Anzeige im Rahmen des Cyber-Mondays auf einem Smartphone: „Wir haben die Nachfrage schlicht unterschätzt“. AFP

Anzeige im Rahmen des Cyber-Mondays auf einem Smartphone: „Wir haben die Nachfrage schlicht unterschätzt“.

San FranciscoMobil macht's: Am digitalen Schnäppchenmontag in den USA entfielen 17 Prozent der gesamten Online-Umsätze auf mobile Endgeräte. Das ist ein Plus von 55,4 Prozent gegenüber Vorjahr, berichtet IBM auf Basis erster Analysen. Wer heute noch keinen mobilen Online-Shop für sein Unternehmen hat, der bekommt ein Problem.

Dumm gelaufen für Motorola. Der groß angekündigte Online-Verkauf des Top-Smartphones Moto X zum Kampfpreis von 349 Dollar, ein Rabatt von 150 Dollar, ist in den USA am Montag ausgefallen. Der Online-Shop der Google-Tochter brach unter dem Kundenansturm schlicht zusammen. Motorola-Chef Dennis Woodside entschuldigte sich und versprach Wiedergutmachung. „Wir haben die Nachfrage schlicht unterschätzt“, so der zerknirschte Manager. „Außerdem haben wir die Seite nicht ausführlich genug getestet, sie wurde instabil.“ Jetzt ist der Mittwoch für die Schnäppchenjagd angesetzt, und die Zahl der Geräte zum Sonderpreis wird verdoppelt.

Doch viele Rabatt-Ritter haben sich bis dahin woanders mit ihrem neuen Lieblingsspielzeug eingedeckt. Egal ob Kosmetika, Smartphones, Tablets, Spielekonsolen oder Haushaltswaren: Immer mehr Konsumenten vermeiden die Massenaufläufe vor den Einkaufsmalls und Supermärkten am so genannten Black-Friday und shoppen von Zuhause aus.

Erfolgsfaktoren für Web-Shops

Front-End und Back-End

Sie müssen nahtlos miteinander integriert sein. Das heißt, wenn der Besucher im Shop eine Bestellung auslöst, muss dieser Prozess in den nachgelagerten Warenwirtschafts-, Kundenwirtschafts- und Produktmanagementsystemen sauber abgebildet werden.

Multi- und Cross-Channel

"In Zukunft wird es immer wichtiger sein, mehrere Kanäle gleichzeitig zu bedienen und diese gut miteinander zu vernetzen", so Reupert. Beispielsweise können integrierte Prozesse in den Webshops von Einzelhändlern eine Funktion bieten, über die der Besucher herausfindet, ob ein Artikel in einer bestimmten Filiale vorrätig ist. "Denn nach wie vor informieren sich viele Kunden im Internet und kaufen dann doch im stationären Handel."

Mobile Enablement

Der Trend zum Smartphone hält an und darum ist es für Shop-Betreiber elementar, den Shop-Content auch mobil zur Verfügung zu stellen, um Kunden nicht an technisch fortschrittlichere Konkurrenten zu verlieren.

Produktdatenqualität

Studien haben gezeigt, dass rund ein Drittel der Kaufabbrüche in einem Web-Shop auf der Produktdetailseite erfolgen. Daher ist die Qualität von Produktbeschreibungen und Produktbildern elementar wichtig. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, rät Reupert: Besser als die Mitbewerber über Produkte informieren, bessere Usability und effektive Suchmaschinenoptimierung.

Quelle: Achim Reupert, Experte des Dienstleisters Nionex, auf Mittelstandsmanager.de

Der gesamte Handelsumsatz online in den fünf Tagen zwischen Thanksgiving am Donnerstag und dem vergangenen Montag stieg laut IBM um 16,5 Prozent. Das steht im Kontrast zum ersten Umsatzrückgang im traditionellen Handel am Black Friday seit 2009. „Wir sehen einen anhaltenden dramatischen Wandel im Kaufverhalten“, kommentiert Jay Henderson, Strategy Director bei IBM Smarter Commerce. „Das Mobilgerät wird zum Einkaufsmedium der Wahl.“

Wer aber glaubt, das Phänomen sei auf den technologischen Speckgürtel rund um das Silicon Valley begrenzt, der irrt. Die Hauptstädte des E-Commerce waren New York, Washington D.C., Los Angeles, Chicago und Atlanta. Die „Amazonisierung“ der Wirtschaft wird im kommenden Jahr „eine führende Rolle bei der Zäsur in fast jeder Branche der Welt spielen“, ist sich Frank Gens, Senior Vice President und Chef-Analyst bei IDC sicher. Die „dritte Plattform“, gemeint ist das Zusammenspiel von Mobile, Cloud Computing und Big Data, werde massiv an Bedeutung gewinnen. Die vom Wandel betroffenen Unternehmen würden sich einen „harten Kampf um die Entwickler dieser Lösungen liefern“, um nicht zurückzufallen.

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