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12.04.2011

07:14 Uhr

Einstieg ins China-Geschäft

Facebook bandelt mit Google-Konkurrent Baidu an

VonFinn Mayer-Kuckuk, Axel Postinett

Mark Zuckerberg will in China einsteigen. Offenbar plant Facebook dafür eine Zusammenarbeit mit der chinesischen Suchmaschine Baidu. Damit müsste sich Facebook aber auch den Zensurbestimmungen in China unterwerfen.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Quelle: Reuters

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.

Peking, San FranciscoDie US-Onlineplattform Facebook will Medienberichten zufolge mit der chinesischen Suchmaschine Baidu ein Gemeinschaftsunternehmen gründen. Die beiden Schwergewichte der Internetwelt haben ein Abkommen über den Aufbau eines sozialen Netzwerks für den chinesischen Markt unterzeichnet, berichtet das Nachrichtenportal Sohu.com unter Berufung auf Mitarbeiter von Baidu. Da der Staat in China den Zugang zur Facebook-Webseite sperrt, ist der Marktanteil des US-Unternehmens dort bisher sehr niedrig.

China wäre jedoch für Facebook ein wichtiger Markt: Dort sind bereits 450 Millionen Menschen online – und jährlich kommen mehr als 20 Prozent neue Nutzer hinzu. Der Werbeumsatz soll bis 2014 von derzeit vier auf 13 Milliarden Dollar steigen, prognostizieren die Analysten von Susquehanna International.

Der Markt für soziale Netzwerke in China wird dominiert von den Anbietern Renren.com und QQ.com. Dabei handelt es sich aus Sicht von Facebook um harte Rivalen: Renren will offenbar noch in diesem Jahr knapp eine halbe Milliarde Dollar an der Börse erlösen, um die Kriegskasse zu füllen. Eine besonders starke Position hat auch der Internethändler Tencent, dessen aktueller Marktwert den von Ebay übertrifft. Auch Tencent baut derzeit das Geschäft mit sozialen Diensten aus.

Skepsis im Silicon Valley

Eine Facebook-Sprecherin wollte die Berichte über das Gemeinschaftsunternehmen mit Baidu auf Anfrage nicht kommentieren. Auch Baidu hat die Unterzeichnung der Absichtserklärung bisher nicht bestätigt. Der Bericht auf Sohu.com erscheint jedoch plausibel, weil Facebook-Gründer Mark Zuckerberg im Dezember in China unterwegs war. Offiziell galt der Besuch als Urlaubsreise, doch Facebook hat zugegeben, dass Zuckerberg auch Baidu-Chef Robin Li getroffen hat. Das schon lange existierende Interesse an einem Markteinstieg in China ist ebenfalls kein Geheimnis. Im Februar hat Facebook ein Büro in Hongkong eröffnet.

Generell trifft die angebliche Kooperation mit Baidu aber auf eine gesunde Portion Skepsis im Silicon Valley. Scott Kessler, Analyst bei Standard & Poor’s, verweist darauf, dass ähnliche Joint Ventures amerikanischer und chinesischer Firmen zur Markterschließung in China traditionell nie besonders erfolgreich waren – jedenfalls nicht für die US-Seite.

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