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18.09.2013

15:14 Uhr

Elektronik-Konzern

Sharp will sich mit Kapitalerhöhung stärken

Sharp stand zur Jahreswende vor dem Zusammenbruch. Heute hat der Konzern trotz Hilfe von Samsung noch Lücken in seinem Pensionsplan zu stopfen. Stärken will er sich mit einer Kapitalerhöhung von 1,25 Milliarden Euro.

Für Sharp ging es lange Zeit bergab. Zur Jahreswende stand der Konzern vor der Pleite. Eine Kapitalerhöhung könnte endgültig die Trendwende bringen. Reuters

Für Sharp ging es lange Zeit bergab. Zur Jahreswende stand der Konzern vor der Pleite. Eine Kapitalerhöhung könnte endgültig die Trendwende bringen.

TokioDer ums Überleben kämpfende Elektronik-Konzern Sharp besorgt sich in großem Stil frisches Geld. Insgesamt sollen die Ausgabe neuer Aktien und Allianzen mit japanischen Unternehmen gut 166 Milliarden Yen (knapp 1,26 Mrd Euro) in die Kassen spülen. Sharp senkte zudem die Prognose für den erwarteten Verlust in dem noch bis Ende März laufenden Geschäftsjahr von 20 Milliarden Yen auf 10 Milliarden Yen (gut 75 Mio Euro).

Sharp rechnet mit Einnahmen von 149 Milliarden Yen aus der Platzierung neuer Aktien. Die Beteiligung der Firmen Denso, Lixil und Makita soll Sharp zudem zusammen 17,5 Milliarden Yen einbringen. Sharp hatte im vergangenen Jahr nach hohen Verlusten eingeräumt, dass die desolate Finanzlage den Fortbestand des Unternehmens gefährde und war unter Hochdruck auf der Suche nach frischem Geld. In der Zwischenzeit entspannte sich die Lage unter anderem durch den schwächeren Yen-Kurs etwas.

Ursprünglich hatte Sharp vor allem den Apple-Auftragsfertiger Foxconn als strategischen Partner im Visier. Doch die Gespräche über den Einstieg des taiwanesischen Foxconn stecken fest, weil die Sharp-Aktie tief unter den ursprünglich vereinbarten Kurs fiel. Stattdessen ging der japanische Flachbild-TV-Pionier bereits eine Partnerschaft mit dem Konkurrenten Samsung ein und holte sich den amerikanischen Chip-Spezialisten Qualcomm ins Boot.

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Der angeschlagene Elektronik-Hersteller baut für 2,9 Milliarden Dollar ein Werk zur Bildschirmfertigung in China. Die Staatsfirma CEC bezahlt die geplante Fertigungsstraße mit Geld, Sharp mit Knowhow.

Die neuen Sharp-Partner aus der japanischen Industrie sind bunt gemischt. Die Firma Denso ist ein Zulieferer von Autoelektronik, Makita ein Hersteller von Elektromaschinen und Hausgeräten, Lixil spezialisiert sich auf Baumaterial und Baustellentechnik.

Zugleich läuft das Geschäft von Sharp etwas besser als gedacht. Es hob die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr um 40 Milliarden Yen auf 1,31 Billionen Yen (derzeit 9,9 Mrd Euro) an. Grund sei unter anderem eine bessere Nachfrage nach TV-Geräten und Solarzellen in Japan, hieß es. Die Vorhersage für das operative Ergebnis wurde auf 30 Milliarden Yen verdoppelt. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Sharp noch einen Rekordverlust von 545 Milliarden Yen verbucht.

Die besseren Zahlen bedeuten allerdings noch keine Entwarnung: Auf Sharp lastet ein Schuldenberg von rund 1,1 Billionen Yen (etwa 8,3 Mrd Euro). Eine der Fragen ist, ob das Unternehmen genug Geld für Investitionen in Forschung und Entwicklung für die kommenden Jahre aufbringen kann. Sharp war von der Abkühlung des Geschäfts mit Flachbildfernsehern kalt erwischt worden und auch das Solargeschäft als zweites Standbein entwickelte sich schlechter als erhofft. Zudem verhagelte in den vergangenen Jahren der starke Yen die Bilanzen bei der Umrechnung von Auslandseinnahmen in die japanische Währung.

Von

dpa

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