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07.07.2015

12:04 Uhr

Elektronikkonzern

Samsung büßt im zweiten Quartal Gewinn ein

Samsung hat einen schlechten Lauf: Zum siebten Mal in Folge meldet Südkoreas führender Elektronikkonzern einen sinkenden Quartalsgewinn. Der Start der neuen Smartphone-Spitzenmodelle fiel enttäuschend aus.

Engpässe bei der Lieferung von Samsungs Vorzeigehandy Galaxy S6 edge könnten auch Grund für die niedriger ausfallenden Umsätze gewesen sein. Reuters

Samsung Galaxy S6 edge

Engpässe bei der Lieferung von Samsungs Vorzeigehandy Galaxy S6 edge könnten auch Grund für die niedriger ausfallenden Umsätze gewesen sein.

SeoulTrotz des Verkaufsstarts seiner neuen Smartphone-Spitzenmodelle wird Apple-Konkurrent Samsung die Gewinnerwartungen des Marktes für das zweite Quartal 2015 voraussichtlich verfehlen. Das führende südkoreanische Elektronikunternehmen erwartet beim operativen Ergebnis den siebten Quartalsrückgang im Jahresvergleich in Folge. Den Gewinn aus den gewöhnlichen Geschäftstätigkeiten für die Monate April bis Juni schätzte Samsung am Dienstag auf 6,9 Billionen Won (etwa 5,5 Milliarden Euro), um vier Prozent niedriger als 2014.

Beim Umsatz rechnet das Unternehmen in seinem Ergebnisausblick mit einem Rückgang von 8,3 Prozent auf 48 Billionen Won. Samsung legt traditionell seine genauen Geschäftszahlen erst zu einem späteren Zeitpunkt vor.

Samsung Galaxy S6 Edge im Test: Auf Kante genäht

Samsung Galaxy S6 Edge im Test

Auf Kante genäht

Samsung wehrt sich: Mit den neuen Top-Smartphones aus der Galaxy-Reihe will der koreanische Konzern Apple auf Abstand halten. Wir haben das S6 Edge mit den abgerundeten Kanten getestet. Lohnt sich der Umstieg?

Die Umfrage der nationalen Finanznachrichtenagentur Yonhap Infomax unter 18 Marktanalysten hatte einen Mittelwert von 7,1 Billionen Won beim operativen Gewinn ergeben. Dass die Schätzung von Samsung unter diesem Wert liegt, könne unter anderem auch auf den Umstand zurückzuführen sein, dass die Nachfrage für das Modell Galaxy S6 Edge nicht befriedigt worden sei, hieß es.

Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ waren die Samsung-Manager vor dem Start der neuen Smartphones davon ausgegangen, dass sich das herkömmliche Galaxy S6 viel Mal so gut verkaufen lässt wie das S6 Edge. Das Galaxy S6 Edge ist baugleich mit dem Galaxy S6, hat aber einen auf der linken und rechten Seite gebogenen Bildschirm. Tatsächlich soll die Nachfrage nach beiden Varianten etwa gleich stark gewesen sein, so dass es beim Edge zu Engpässen kam.

Samsung Electronics - das Flaggschiff-Unternehmen des Mischkonzerns Samsung - hatte bereits im April zum Verkaufsstart von Galaxy S6 Edge und dem Modell S6 vor kurzfristigen Lieferengpässen gewarnt. Allerdings schätzen Analysten auch, dass Samsung angesichts der Konkurrenz aus den USA und China die Absatz-Erwartungen für sein neues Oberklassen-Smartphone insgesamt zurückschrauben müsse.

Smartphone-Markt im Wandel

Samsung weniger dominant

Samsung ist der mit Abstand größte Hersteller von Smartphones, doch die Dominanz bröckelt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der südkoreanische Konzern 78,1 Millionen Smartphones und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor, als er 85 Millionen Geräte absetzte. Der Marktanteil sank von 32,5 auf 23,8 Prozent, wie der Marktforscher IDC ermittelt hat. Wegen niedrigerer Verkaufspreise sinkt auch der Profit.

Apple setzt auf Premium

Apple hält seinen Marktanteil mit 12 Prozent weitgehend stabil. Der Absatz stieg deutlich auf 39,3 Millionen Geräte, wozu die neuen Modelle iPhone 6 und iPhone 6 Plus einen deutlichen Beitrag leisteten. Weil der Konzern Premiumpreise verlangt, arbeitet er mit Margen, um die ihn die Konkurrenten beneidenk.

Xiaomi holt rasant auf

Im Westen ist Xiaomi kaum bekannt, doch in China ist der Smartphone-Hersteller äußerst populär. Dank dreistelliger Wachstumsraten ist das Unternehmen nun mit einem Marktanteil von 5,3 Prozent drittgrößer Hersteller. Im dritten Quartal verkaufte er 17,3 Millionen Handys, wozu vor allem das Highend-Gerät Mi4 beitrug. Die spannende Frage: Kann Xiaomi auch im Westen Fuß fassen?

Lenovo wächst mit Motorola

Lenovo hat sich als PC-Hersteller einen Namen gemacht, drängt aber auch in den wachsenden Smartphone-Markt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der Konzern 16,9 Millionen Geräte, vor allem in Asien, dem Nahen Osten und Afrika. Der Marktanteil betrug 5,2 Prozent. Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern weiter wachsen.

LG legt deutlich zu

Der koreanische Hersteller LG verkauft viele günstige Geräte, ist mit dem G3 aber auch im Premiumsegment vertreten. Im dritten Quartal verkaufte er laut IDC 16,8 Millionen Geräte und sicherte sich damit 5,1 Prozent des Smartphone-Marktes. Das Resultat: LG konnte zuletzt auch den Gewinn deutlich steigern.

Große Namen, kleiner Marktanteil

Jenseits der Top 5 finden sich viele bekannte Namen: Sony und Blackberry etwa, aber auch Microsoft als Käufer der Nokia-Gerätesparte. Auch der chinesische Hersteller Huawei zählt dazu. 48,6 Prozent des Marktes fallen in diese Sammelkategorie, die IDC nicht weiter aufschlüsselt.

Im Smartphone-Markt tobt sowohl bei günstigen als auch bei teuren Geräten einer harter Preiskampf. In Asien machten im vergangenen Jahr besonders lokale Hersteller in China und Indien den Südkoreanern ihre Spitzenposition im Geschäft mit Handys und Smartphones streitig. Im Oberklasse-Segment verzeichnete vor allem Apple große Absatzerfolge. Samsung selbst nannte keine Verkaufszahlen für das zweite Quartal.

Der langjährige Smartphone-Marktführer ist außerdem der weltweit größte Hersteller von Speicherchips und Fernsehern.

Von

dpa

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