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16.04.2015

17:12 Uhr

Elektronikkonzern

Sharp einigt sich mit Banken auf Rettungsplan

Der Elektronik-Konzern Sharp steckt massiv in der Krise. Laut einem Insider muss das Unternehmen 5000 Stellen abbauen. Für manche Investoren geht der vorliegende Rettungsplan aber nicht weit genug.

Stellenstreichung? Der japanische Elektronik-Konzern steckt massiv in der Krise. Reuters

Sharp

Stellenstreichung? Der japanische Elektronik-Konzern steckt massiv in der Krise.

TokioSharp hat sich Reuters-Informationen zufolge mit seinen Banken auf eine neuerliche Sanierung geeinigt. Eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte, die Hauptgeldgeber - Mizuho und Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ - hätten bei einem Treffen am Donnerstag dem japanischen Elektronik-Konzern zusammen 1,7 Milliarden Dollar zugesagt.

Damit verbunden sei ein Rettungs- und Restrukturierungsplan. So müsse Sharp zum Beispiel 5000 Arbeitsplätze und damit zehn Prozent der gesamten Stellen streichen sowie sein TV-Geschäft zurückfahren. Zudem werde das Geschäft mit Displays für Smartphones abgetrennt. Ein anderer Insider ergänzte, es werde auch erwogen, die Zentrale in Osaka zu verkaufen. Ferner stünden Fabriken zur Disposition.

2012 wurde der Konzern, der Produkte vom Solarmodul über Taschenrechner und LED-Lampen bis hin zu Fernsehern und Smartphone-Displays herstellt, mit rund drei Milliarden Dollar vor dem Aus gerettet. Damals fielen bereits 5000 Stellen weg, und Sharp stieg aus dem europäischen Fernseher-Geschäft aus. Nun benötigt der Konzern erneut frisches Geld für die Sanierung. Hauptproblem ist Analysten zufolge, dass Sharp seine LCD-Fabriken mit fast voller Kapazität laufen lässt, obwohl dies die Nachfrage nicht hergibt.

Ein Schlüssel beim anstehenden Umbau ist eben dieser LCD-Bereich, der für etwa 30 Prozent des Umsatzes steht. Analysten erwarten nach einer Abtrennung des Segments eine Fusion des LCD-Geschäfts mit dem Rivalen Japan Display. Allerdings hatte Sharp solche Überlegungen bislang immer zurückgewiesen.

An der Börse verteuerten sich Sharp-Aktien am Donnerstag um 4,5 Prozent und kletterten auf den höchsten Stand seit Dezember. Für manche Investoren geht der diskutierte Rettungsplan aber nicht weit genug. Die Restrukturierung könne zwar „die Blutung stoppen“, sagte Yasuo Sakuma vom Vermögensverwalter Bayview Asset Management. Das Grundproblem werde dadurch aber nicht gelöst.

Es fehle eine Strategie, wo künftig wieder Wachstum herkommen könne. Analyst Masayuki Otani vom Wertpapierhändler Securities Japan äußerte sich ebenfalls skeptisch: „Es ist schwer zu sagen, ob diese Restrukturierung ausreichen wird.“

Eine Sharp-Sprecherin sagte, das Unternehmen erwäge mehrere Optionen. Es sei aber noch nichts entschieden. Die Banken wollten sich nicht zu den Reuters-Informationen äußern.

Von

rtr

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