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12.05.2014

14:42 Uhr

Elektronikkonzern

Sharp macht erstmals wieder Gewinn

Nach Milliardenverlusten im Jahr 2012 konnte Sharp für das abgelaufene Geschäftsjahr wieder einen Überschuss verbuchen. Der vor allem auf LCD-Bildschirme spezialisierte Konzern will den Profit nun weiter steigern.

Sharp macht drei Jahre nach dem Fast-Kollaps wieder Gewinn. dpa

Sharp macht drei Jahre nach dem Fast-Kollaps wieder Gewinn.

TokioKostensenkungen und umfangreiche Restrukturierungen tragen Früchte beim Elektronik-Konzern Sharp. Nachdem das Unternehmen wegen der harten Konkurrenz am Rande des Kollaps stand und mit Milliardenkrediten gerettet werden musste, schreiben die Japaner nun erstmals seit drei Jahren wieder einen Gewinn. Dabei half dem Panasonic - und Samsung -Rivalen vor allem der gestiegene Umsatz mit LCD-Bildschirmen sowie Solarzellen.

Sharp hat zuletzt unter anderem von großen TV-Bildschirmen auf kleinere Displays für Smartphones und Tablet-PCs umgesattelt. Die finden bei chinesischen Smartphone-Herstellern Absatz, aber auch in Japan und Schwellenländern. Damit wird das Unternehmen unabhängiger von Apple -Aufträgen für das iPhone und iPad.

Welche deutschen TV-Traditionsmarken verschwunden sind

Loewe

Das Traditionsunternehmen aus dem oberfränkischen Kronach positioniert sich im Premiumsegment. Doch die Nachfrage ist eingebrochen, auch wenn die Marke stark ist. Im Juli 2013 beantragte die Firma Gläubigerschutz.

Metz

Seit über 70 Jahren entwickelt und fertigt das Unternehmen Flachbildfernseher und Fotoblitzgeräte am Standort Zirndorf bei Nürnberg. Die Produkte werden über Fachhändler vertrieben. Um nicht nur von der Unterhaltungselektronik abhängig zu sein, ist Metz auch in der Kunststofftechnik tätig.

Grundig

Die Fernseher von Grundig galten lange als Symbol des deutschen Wirtschaftswunders. Doch das Familienunternehmen unterschätzte die Konkurrenz. Nach starken Umsatzeinbußen gepaart mit Verlusten musste die Traditionsfirma 2003 Insolvenz anmelden. Grundig ging später an ausländische Käufer.

Nordmende

Bereits in den 30er-Jahren stieg das Bremer Unternehmen zu einem der führenden deutschen Rundfunkgerätehersteller auf. Später produzierte Nordmende auch Fernseher, Tonbandgeräte und Plattenspieler. Einige Zeit nach dem Verkauf des Unternehmens an den französischen Thomson-Brandt-Konzern wurde die Marke Nordmende aufgegeben.

Telefunken

Der Spezialist für Funk- und Nachrichtentechnik hat in den Jahren seiner Geschäftstätigkeit viele wichtige Patente angemeldet. Gleichwohl hat das Unternehmen in den 80er-Jahren wichtige internationale Entwicklungen verpasst, sodass von dem Unternehmen nur noch die Verwaltung des Markennamens übrig blieb.

Saba

Die Schwarzwälder-Apparate-Bau-Anstalt, kurz Saba, war ein Rundfunkgerätehersteller mit langer Tradition. Zuletzt war das Unternehmen Bestandteil eines chinesisch-französischen Joint Ventures. 2007 meldete Saba Insolvenz an.

Schneider Rundfunkwerke

Der schwäbische Hersteller von Unterhaltungselektronik fertigte einst Musik-Kompaktanlagen, TV-Geräte und sogar Computer. 2002 rutschte Schneider aber in die Insolvenz. Im Zuge dessen wurden die Markenrechte und Produktionsanlagen an den chinesischen TCL-Konzern veräußert.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2013/14 (bis Ende März) wies Sharp am Montag einen Überschuss von umgerechnet rund 83 Millionen Euro aus, nachdem im Jahr zuvor noch ein Verlust von 3,8 Milliarden Euro (545 Milliarden Yen) angefallen war. Der Umsatz stieg um 18,1 Prozent. Im laufenden Geschäftsjahr will Sharp den Profit auf 214 Millionen Euro steigern.

Sharp hatte in seinem Überlebenskampf tausende Stellen abgebaut und sich unter anderem den US-Chipspezialisten Qualcomm als Investor ins Boot geholt. Der Konzern setzt auf Displays mit einer neuartigen Technologie. Die sogenannte IGZO-Technik (Indium Gallium Zinc Oxide) soll bessere Bildqualität bei niedrigem Stromverbrauch und dünneren Panels bieten. Sharp will sie verstärkt in Smartphones und Tablet-Computern unterbringen.

Die im Herbst 2012 ausgegebene Warnung, dass die desolate Finanzlage die Existenz des Unternehmens bedrohe, ist inzwischen vom Tisch. Neben dem harten Sparprogramm verschaffte auch der abgeschwächte Yen den japanischen Elektronik-Konzernen zusätzliche Atemluft. Zugleich gab es im Schlussquartal des Geschäftsjahres rote Zahlen von 6,16 Milliarden Yen (knapp 44 Millionen Euro). Sharp verwies selbst auf diverse Herausforderungen: Die Gewinnspanne im Geschäft mit TV-Geräten in Europa sei unter Druck, bei Solartechnik rückten auch im japanischen Heimatmarkt günstige Rivalen aus China vor. Das Unternehmen will mit einem konsequenten Fokus auf profitable Bereiche und den Ausbau des Dienstleistungsangebots gegensteuern.

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