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29.07.2015

13:32 Uhr

Elektronikkonzern

Smartphone-Flaute belastet LG

Der Gewinn des Elektronikherstellers LG hat sich im zweiten Quartal mehr als halbiert. Vor allem das unerwartet schlechte Smartphonegeschäft setzt dem Unternehmen zu. Konkurrenz aus China wird immer mehr zum Problem.

Vor allem der Verkauf des Premium-Smartphones G4 lief für den Elektronikhersteller schlechter als erwartet. dpa

LG Gewinne brechen ein

Vor allem der Verkauf des Premium-Smartphones G4 lief für den Elektronikhersteller schlechter als erwartet.

SeoulSchwächelnde Geschäfte mit Smartphones und Fernsehern setzen dem südkoreanischen Elektronikkonzern LG zu. Der operative Gewinn brach im zweiten Quartal binnen Jahresfrist um 60 Prozent auf umgerechnet rund 190 Millionen Euro ein, wie der weltweit zweitgrößte TV-Geräte-Hersteller nach dem heimischen Rivalen Samsung am Mittwoch mitteilte. Das zweite Quartal sei schwieriger als erwartet gewesen. Das Unternehmen sei aber zuversichtlich, im dritten Jahresviertel wieder Boden gutzumachen.

Während Rivale Apple mit seinem iPhone auch im Frühjahr kräftig zulegte, schrumpfte der Smartphone-Absatz bei LG. Das neue Premium-Handy G4 habe sich in dem harten Wettbewerb schlechter geschlagen als erwartet, erklärte der Konzern. Auch nagt wie bei Samsung die Konkurrenz aus China im unteren Preissegment am Geschäft. Zudem weitete die TV-Geräte-Sparte ihren Verlust aus dem ersten Quartal massiv aus.

Smartphone-Markt im Wandel

Samsung weniger dominant

Samsung ist der mit Abstand größte Hersteller von Smartphones, doch die Dominanz bröckelt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der südkoreanische Konzern 78,1 Millionen Smartphones und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor, als er 85 Millionen Geräte absetzte. Der Marktanteil sank von 32,5 auf 23,8 Prozent, wie der Marktforscher IDC ermittelt hat. Wegen niedrigerer Verkaufspreise sinkt auch der Profit.

Apple setzt auf Premium

Apple hält seinen Marktanteil mit 12 Prozent weitgehend stabil. Der Absatz stieg deutlich auf 39,3 Millionen Geräte, wozu die neuen Modelle iPhone 6 und iPhone 6 Plus einen deutlichen Beitrag leisteten. Weil der Konzern Premiumpreise verlangt, arbeitet er mit Margen, um die ihn die Konkurrenten beneidenk.

Xiaomi holt rasant auf

Im Westen ist Xiaomi kaum bekannt, doch in China ist der Smartphone-Hersteller äußerst populär. Dank dreistelliger Wachstumsraten ist das Unternehmen nun mit einem Marktanteil von 5,3 Prozent drittgrößer Hersteller. Im dritten Quartal verkaufte er 17,3 Millionen Handys, wozu vor allem das Highend-Gerät Mi4 beitrug. Die spannende Frage: Kann Xiaomi auch im Westen Fuß fassen?

Lenovo wächst mit Motorola

Lenovo hat sich als PC-Hersteller einen Namen gemacht, drängt aber auch in den wachsenden Smartphone-Markt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der Konzern 16,9 Millionen Geräte, vor allem in Asien, dem Nahen Osten und Afrika. Der Marktanteil betrug 5,2 Prozent. Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern weiter wachsen.

LG legt deutlich zu

Der koreanische Hersteller LG verkauft viele günstige Geräte, ist mit dem G3 aber auch im Premiumsegment vertreten. Im dritten Quartal verkaufte er laut IDC 16,8 Millionen Geräte und sicherte sich damit 5,1 Prozent des Smartphone-Marktes. Das Resultat: LG konnte zuletzt auch den Gewinn deutlich steigern.

Große Namen, kleiner Marktanteil

Jenseits der Top 5 finden sich viele bekannte Namen: Sony und Blackberry etwa, aber auch Microsoft als Käufer der Nokia-Gerätesparte. Auch der chinesische Hersteller Huawei zählt dazu. 48,6 Prozent des Marktes fallen in diese Sammelkategorie, die IDC nicht weiter aufschlüsselt.

Vor einem Jahr stand noch ein Plus in den Büchern. Das Management verwies auf die Abwertung von Währungen in wichtigen Märkten wie Brasilien und Russland, wodurch LG-Fernseher dort teurer und damit häufiger zu Ladenhütern würden.

Von

rtr

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