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25.11.2014

09:13 Uhr

Elektronikkonzern

Sony will mehr Geld mit Unterhaltung verdienen

Der kriselnde Elektronikkonzern Sony will wieder mehr Geld mit Unterhaltungselektronik verdienen. Der Umsatz in dieser Sparte soll in den kommenden drei Jahren um fast 70 Prozent steigen, heißt es aus Japan.

Der Konzern Sony kriselt. Bei der Unterhaltungselektronik wollen die Japaner jetzt wieder punkten. Reuters

Der Konzern Sony kriselt. Bei der Unterhaltungselektronik wollen die Japaner jetzt wieder punkten.

TokioDer kriselnde Sony-Konzern will künftig mit Unterhaltungselektronik deutlich mehr Geld verdienen. Wie das japanische Unternehmen am Dienstag mitteilte, soll der Umsatz in dieser Sparte in den nächsten drei Jahren um fast 70 Prozent nach oben geschraubt werden.

Statt der für dieses Geschäftsjahr bis Ende März erwarteten sechs Milliarden Euro soll sie dann umgerechnet 10,3 Milliarden Euro einspielen. Zu dem Bereich zählt etwa das wachsende Geschäft mit Bildsensoren. Insgesamt steuert die Unterhaltungselektronik rund 70 Prozent zum Sony-Umsatz bei. Anleger zeigten sich hocherfreut: Sony-Aktien legten mehr als sechs Prozent zu.

Sony in der Dauerkrise

„One Sony“

Sony tut sich seit Jahren schwer. Als Kazuo Hirai Anfang 2012 den Chefposten übernahm, gab er die Devise „One Sony, One Management“ aus. Er will den japanischen Konzern in den drei Kernbereichen Smartphones, Digitalkameras und Computerspiele wieder zu einem schlagkräftigen Wettbewerber machen.

Ohne Partner im Smartphone-Geschäft

Große Hoffnung setzt Sony in das Smartphone-Geschäft. Deswegen übernahm der Konzern 2012 vom schwedischen Partner Ericcson dessen Anteile am schwächelnden Handy-Hersteller Sony Ericsson. Mit einem Angebot aus einer Hand will Sony gegen Wettbewerber wie Apple, Samsung und LG Boden gutmachen. Allerdings wird der Wettbewerb immer härter, chinesische Hersteller drängen mit günstigen Preisen in den Markt.

Eintritt ins Wohnzimmer

Mit seiner Playstation ist Sony unter Computerspielern eine feste Größe. Das neue Gerät, die seit Ende 2013 verkaufte Playstation 4, soll den Verkauf von Hardware und Software wieder ankurbeln. Das Geschäft läuft rund, Sony verkauft deutlich mehr Geräte als der Konkurrent Microsoft mit seiner Xbox One.

Probleme im Kamerageschäft

Das Kamerageschäft ist eine der drei großen Sony-Sparten, und auch hier tut sich der Konzern schwer. Der Absatz von Kameras und Camcordern sinkt, gerade kompakte Geräte leiden unter der Konkurrenz durch Smartphones. Allerdings profitiert Sony von der Nachfrage nach seinen Bildsensoren.

Raus aus dem PC-Markt

Der PC-Markt schrumpft – und Sony will nicht mehr mitschrumpfen: Der Konzern hat 2014 den Geschäftsbereich mit der Marke Vaio an einen Investmentfonds verkauft.

Keine Lösung fürs TV-Geschäft

Der Wettbewerb auf dem TV-Markt ist brutal – darunter leidet auch Sony, der Konzern schreibt mit Fernsehern seit Jahren Verluste. Nun gliedert er die Sparte in eine separate Gesellschaft aus. Was das Unternehmen damit plant, ist derzeit unklar.

Filmstudio leidet unter Cyberangriff

In den traditionellen Geschäftszweigen Film und Musik läuft es bei Sony meistens gut. Allerdings erschütterte Ende 2014 ein Hackerangriff das Hollywood-Studio Sony Pictures. Die Angreifer veröffentlichten zahlreiche vertrauliche Daten im Netz, darunter auch unveröffentlichte Filme und Skripte.

Vor allem das kriselnde Smartphone-Geschäft drückte Sony immer tiefer in die roten Zahlen. Wiederholt musste der Elektronikriese seine Geschäftsziele nach unten revidieren. Doch der Sanierungskurs zeigte zuletzt erste Früchte: Im vergangenen Quartal konnten die Japaner den operativen Verlust deutlicher reduzieren als erwartet.

Sony will nun die Angebotspalette bei Smartphones verkleinern. Auch bei Fernsehern soll es künftig weniger Auswahl geben. Für eine profitable TV-Sparte werde auch ein 20 bis 30 Prozent geringerer Umsatz in Kauf genommen. Die Filmsparte will Sony dagegen ausbauen.

Von

rtr

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