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14.09.2015

14:18 Uhr

Elektronikkonzern

Toshiba startet Radikalumbau

Die Krisenserie reißt bei Toshiba nicht ab. Nach dem Bilanzskandal und Verlusten im TV- und PC-Geschäft soll der japanische Elektronikkonzern nun umgebaut werden. Der neue Chef will dabei auch heilige Kühe schlachten.

Der japanische Elektronikkonzern kämpft mit Absatzproblemen. Reuters

Werbung für Toshiba

Der japanische Elektronikkonzern kämpft mit Absatzproblemen.

TokioToshiba steht nach dem größten Bilanzskandal seit Jahren vor einem radikalen Umbau. Auf dem Weg aus der Krise werde es keine „heiligen Kühe“ geben, kündigte der neue Firmenchef Masashi Muromachi am Montag an. „Ich prüfe derzeit verschiedene Optionen für Strukturreformen, die sowohl drastisch als auch ohne Limitierungen ausfallen werden.“ Voraussichtlich werde es bis spätestens Anfang November erste Details geben.

Wegen des Bilanzskandals, der ein Volumen von insgesamt 1,15 Milliarden Euro hat, rutschte der Technologiekonzern auch im Frühjahr in die roten Zahlen. Von April bis Juni fiel ein Verlust von umgerechnet rund 80 Millionen Euro an. Vor allem auf Computern und Fernsehern blieb Toshiba sitzen. Der Umsatz sank um fünf Prozent. Für das abgelaufene Geschäftsjahr bis Ende März 2015 hatte Toshiba bereits einen Fehlbetrag von 277 Millionen Euro gemeldet.

Muromachi hat erst im Juli das Ruder übernommen. Sein Vorgänger Hisao Tanaka war gemeinsam mit anderen Spitzen-Managern zurückgetreten, weil Toshiba über viele Jahre die Gewinne zu hoch ausgewiesen hatte. Muromachi strebt nun einen Kulturwandel im Unternehmen an. Dafür sollen mehr Führungskräfte von außen angeworben werden. Der neue Chef will zudem kriselnde Bereiche wie das defizitäre Geschäft mit Computern und Fernsehern restrukturieren. In diesem Zusammenhang wird mit deutlichen Kostensenkungen gerechnet.

Die Börse in Tokio nahm Toshiba-Aktien am Montag unter besondere Beobachtung und brummte dem Konzern wegen Verstößen gegen die üblichen Regeln eine Strafe von rund 91 Millionen Yen (670.000 Euro) auf. Es wird damit gerechnet, dass die Regulierungsbehörden die Firma ebenfalls bestrafen. Die Summe dürfte hier um einiges höher ausfallen. Er wolle den Beobachtungsstatus möglichst bald wieder abschütteln, sagte Muromachi.

Die Veröffentlichung der Bilanz für das vergangene Jahr hatte das japanische Unternehmen zwei Mal verschoben. Damit lief es Gefahr, dass die Aktien von der Börse genommen wurden.Maue Geschäfte mit PCs und TV-Geräten haben Toshiba einen Verlust eingebrockt. Für das Quartal von April bis Juni wies der von einem Bilanzskandal erschütterte Elektronikkonzern am Montag einen Fehlbetrag von umgerechnet rund 80 Millionen Euro aus. Vor einem Jahr stand noch ein Plus von 350 Millionen Euro in den Büchern. Der Umsatz des japanischen Unternehmens sank um fünf Prozent auf 9,9 Milliarden Euro.

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Vor allem mit Computern und Fernsehern lief es erneut schlechter. Im vorigen Geschäftsjahr, das bis Ende März lief, war Toshiba wegen der Bilanzaffäre in die roten Zahlen gerutscht.

Damit erhöht den Druck auf Konzernchef Masashi Muromachi, der im Juli das Ruder übernommen hatte. Sein Vorgänger Hisao Tanaka war gemeinsam mit anderen Spitzenmanagern zurückgetreten, weil Toshiba über viele Jahre die Gewinne zu hoch ausgewiesen hatte. Muromachi strebt nun einen Kulturwandel in dem Unternehmen an und will kriselnde Bereiche wie das defizitäre Geschäft mit Computern und Fernsehern restrukturieren.

Von

rtr

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