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29.01.2015

11:28 Uhr

Elektronikkonzern

Toshiba zieht sich aus Fernsehergeschäft zurück

Aus, Schluss, Vorbei: Auch Toshiba wird Fernseher zukünftig nur noch in Japan verkaufen, das internationale Geschäft so wie die Produktion wird eingestellt. Die Nordamerika Lizenz geht an einen Konkurrenten.

Der Elektronikkonzern Toshiba stellt sein Fernsehergeschäft außerhalb Japans ein. ap

Toshiba-Fernseher nur noch in der Heimat

Der Elektronikkonzern Toshiba stellt sein Fernsehergeschäft außerhalb Japans ein.

TokioMit Toshiba zieht sich ein weiterer japanischer Fernsehgeräte-Hersteller aus dem globalen Markt zurück. Das Unternehmen werde Produktion und Verkauf in Nordamerika einstellen, kündigte Toshiba am Donnerstag an. Ein Ausstieg in anderen Ländern sei in Vorbereitung.

Als Grund für den Schritt gab Toshiba den harten Preiskampf an. Kostensenkungen hätten das Problem nicht gelöst. Das TV-Geschäft in Japan will Toshiba behalten. Die Lizenz für seine Nordamerika-Produktion gibt das Unternehmen an den taiwanischen Hersteller Compal Electronics ab.

Kleines Fernseh-Glossar

Technologie verkauft Fernseher

Die TV-Hersteller arbeiten permanent an neuen Verfahren, um die Bildqualität weiter zu verbessern und die Funktionen zu erweitern – Technologie verkauft Geräte. Welche Schlagwörter sind derzeit angesagt?

Ultra HD (4K)

Ultra HD – oft auch als 4K bezeichnet – ist ein TV-Format mit sehr hoher Auflösung. Diese beträgt 3840 x 2160 Pixel, also 8,3 Megapixel. Das ist vier Mal so viel wie bei einem HD-Bild. Es mangelt noch an passenden Inhalten, allerdings werden herkömmliche Bilder hochgerechnet. Da die Geräte immer billiger werden, eignen sie sich langsam für den Massenmarkt.

8K

Einige Hersteller arbeiten bereits an der nächsten Generation: Nach 4K soll irgendwann 8K kommen. Die Auflösung der Bilder ist erneut um den Faktor vier höher und beträgt 33,2 Megapixel. Damit erlaubt sie noch größere Bildschirme. Allerdings sind die technischen Voraussetzungen noch mangelhaft – so gibt es kaum passende Kameras, auch an geeigneten Komprimierungsverfahren fehlt es. Abgesehen davon stellt sich die Frage, wie groß das Wohnzimmer für solche Fernseher sein muss.

Quantum Dots

Eine vergleichsweise neue Technologie sind Quantum Dots, deutsch: Quantenpunkte. Dabei handelt es sich um winzig kleine Nanokristalle, die Licht sehr exakt in bestimmten Wellenlängen ausstrahlen können. So lassen sich sehr satten Farben erzeugen. Quantum Dots ermöglichen es, die Bildqualität von herkömmlichen LCD-Displays weiter zu verbessern.

OLED

OLED steht für Organic Light Emitting Diode, es handelt sich also um organische Leuchtdioden. Diese Technologie ermöglicht ein sehr kontrastreiches Bild und weite Blickwinkel, zudem verbraucht sie wenig Strom. Allerdings ist die Produktion der Paneele kompliziert und somit noch vergleichsweise teuer. Daher ist der Marktanteil der OLED-Geräte gering.

Gebogene Displays

Früher mussten Fernseher unbedingt flach sein – geht es nach einigen Herstellern, geht es heute nicht ohne gebogenes Display. Samsung, LG & Co. versprechen ein besseres Bild mit weniger optischen Verzerrungen. Der Vorteil liegt indes wohl eher im Design als im Seherlebnis. Dafür müssen Verbraucher einen hohen Preis in Kauf nehmen.

Smart TV

Fast alle neuen Fernseher sind inzwischen „smart“: Sie können nicht nur die herkömmlichen Kanäle, sondern auch Inhalte aus dem Internet darstellen, beispielsweise das Videoportal Youtube, Online-Videotheken oder extra für den großen Bildschirm programmierte. Dazu braucht es nur einen Breitbandanschluss. Allerdings nutzen viele Zuschauer diese Funktionen noch nicht. Zudem hapert es teils noch an der Bedienung – eine Kopplung mit Smartphone und Tablet soll Verbesserungen bringen.

DVB-T2 HD

Das digitale Antennenfernsehen DVB-T wird weiterentwickelt: Über DVB-T2 HD bekommen Zuschauer mehr Kanäle mit zumeist besserer Auflösung. Für den Empfang der Privatsender wird dann allerdings eine Abogebühr fällig, die bisher mit einem einstelligen Eurobetrag taxiert wird.

Sharp hatte bereits ihre TV-Marken in den USA und Europa abgegeben. Sony hat das Fernsehgeräte-Geschäft in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert, will aber bislang daran festhalten.

Von

rtr

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