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06.01.2014

06:39 Uhr

Elektronikmesse CES

Tablet und Smartphones bleiben die Renner

VonChristof Kerkmann

Ob Smartwatch oder Ultra-HD: Auf der Elektronikmesse CES sind zahlreiche neue Technologien zu sehen. Doch bis sie viele Käufer finden, dürfte Zeit vergehen. Das meiste Geld verdient die Branche mit zwei alten Bekannten.

Gadgets in Las Vegas: Dieser Backofen und Herd wird per integriertem Android-Tabletcomputer gesteuert. AFP

Gadgets in Las Vegas: Dieser Backofen und Herd wird per integriertem Android-Tabletcomputer gesteuert.

Las VegasIntelligente Uhren, Fernseher mit Ultra-HD-Auflösung, smarte Steuerungen für Herd, Heizung und Klimaanlage: Auf der Elektronikmesse International CES werden in dieser Woche wieder viele Innovationen zu sehen sein. Doch bis sie auf dem Massenmarkt Erfolg haben, dürften noch viele Jahre vergehen.

„Nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch kommerziell erfolgreich“, sagte Shawn DuBravac, Chefökonom des US-Branchenverbandes CEA, am Sonntag in Las Vegas. Neue Technologien seien teuer und unausgereift, der Durchbruch erfolge daher oft Jahre später. So dürften 2014 nur rund 1,5 Millionen Smartwatches verkauft werden – ein Nischenmarkt.

Die wichtigsten Fakten zur CES

Premiere in New York

Die erste Ausgabe der Consumer Electronics Show (CES) fand 1967 in New York statt. Erst seit 1978 ist sie in der Glitzerstadt Las Vegas im US-Staat Nevada zu Hause. Außerdem gab es zeitweise eine zweite CES im Sommer, unter anderem in Chicago.

Aufstieg zur Nummer 1

Als wichtigste IT-Messe der USA galt lange die Comdex (Computer Dealers‘ Exhibition), zu der sich die Fachwelt ebenfalls in Las Vegas traf. Nachdem mehrere große Unternehmen wegen hoher Kosten nicht mehr teilnehmen wollten, gaben die Veranstalter 2003 jedoch auf – seitdem ist die CES die bedeutendste Veranstaltung der amerikanischen IT-Branche.

160.000 Besucher aus aller Welt

Einige Zahlen zeigen die Dimension der Messe: Der Veranstalter CEA registrierte 2014 mehr als 3700 Aussteller und mehr als 160.000 Fachbesucher aus aller Welt in der Wüstenstadt. 2015 weitet die Technik-Show die Flächen weiter aus.

Tops und Flops

Immer wieder wurden in Las Vegas Geräte vorgestellt, die später den digitalen Alltag prägten – vom Videorekorder über CD und Camcorder bis zum hochauflösenden Fernsehen. Allerdings verschwinden viele groß angekündigte Neuerungen auch bald wieder. Das 3-D-Fernsehen setzte sich bislang nicht durch, auch die Netbooks hielten sich nicht lange am Markt.

Mehr Ifa als Cebit

Wenn man die CES mit den großen IT-Messen in Deutschland vergleicht, ähnelt sie eher der Ifa als der Cebit. Letztere versteht sich traditionell als Veranstaltung für Unternehmensanwendungen, auch wenn sie sich in den letzten Jahren verstärkt den Verbrauchern zuwendet. Bei der Ifa stehen dagegen ebenfalls digitale Produkte für Privatanwender im Mittelpunkt.

Im Zeichen der Vernetzung

Die Messe steht im Zeichen der Vernetzung. Audiosysteme spielen Musik direkt von Spotify & Co. ab, Fernseher Videos aus dem Netz. Führende Autohersteller zeigen, wie sie sich das vernetzte – und autonom fahrende – Auto vorstellen, während Hausgerätehersteller Ofen und Waschmaschine mit dem Smartphone verbinden wollen. Zudem greift die Messe Hype-Themen wie 3-D-Druck und Robotik auf.

Das große Geld verdienen die Elektronikhersteller derzeit woanders. 2014 wird die Branche nach einer Prognose des US-Verbandes CEA 1,06 Billionen Dollar Umsatz (780 Milliarden Euro) machen, ein leichtes Minus von 1 Prozent. Den größten Anteil, nämlich 43 Prozent, tragen die mobilen Geräte bei, wie die CEA gemeinsam mit dem Marktforscher GfK ermittelt hat. Zudem habe der Verkaufsstart der neuen Spielkonsolen Xbox One und Playstation 4 im Weihnachtsgeschäft für einen Schub gesorgt, sagte CEA-Analyst Steve Koenig.

Allerdings verdienen die Hersteller pro Smartphone und Tablet im Durchschnitt weniger als noch in den vergangenen Jahren. In den Schwellenländern günstige Geräte gefragt, sagte Koenig. Bei den Tablets griffen viele Verbraucher außerdem zu kleinen, billigeren Bildschirmen, oft genutzt als Zweitgerät auf dem Kaffee- oder Nachttisch.

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