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27.02.2004

08:12 Uhr

"Elende Vorstellung"

Die Gegner des Disney-Chefs formieren sich

Kurz vor der Hauptversammlung der Micky-Mouse Company hat der größte US-Pensionsfonds Calpers angedroht, nicht für die Wiederwahl von Disney-Chef Michael Eisner zu stimmen.

je PORTLAND. Wenige Tage vor der mit Spannung erwarteten Hauptversammlung der Walt Disney Co. hat der größte US-Pensionsfonds, California Public Employees Retirement System (Calpers) angekündigt, nicht für die Wiederwahl von Disney-Chef Michael Eisner in das Board of Directors zu stimmen. Neben seiner Funktion als CEO ist Eisner zugleich Vorsitzender des Board of Directors. Als Grund nannte Calpers die „elende“ Vorstellung des Medienkonzerns in den vergangenen fünf Jahren.

Die Verweigerung folgt einem Treffen zwischen Calpers-Anlagechef Fred Buenrostro jr. und Eisner, der zurzeit die Runde unter institutionellen Anlegern macht, um für Unterstützung zu werben. Calpers verwaltete ein Fondsvermögen von 155 Mrd. $ und hält knapp 10 Mill. Disney-Anteile. Vorher empfahlen bereits Institutional Shareholder Services und Glass, Lewis & Co. ihren Kunden, nicht für die Wiederwahl Eisners in das Board zu stimmen.

ISS wirft Eisner vor, Kritik in dem Kontrollgremium zu unterdrücken und nicht im Interesse der Aktionäre zu handeln. Calpers-Sprecher Brad Pacheco sagte, der Fonds sei zu dem Schluss gekommen, seine Stimme sowohl Eisner als auch drei weiteren Board-Mitgliedern zu verweigern. Die Erklärung von Calpers schwächt die Position Eisners, der bereits unter Dauerbeschuss der beiden Ex-Board-Mitglieder Roy Disney und Stanley Gold liegt, die öffentlich seine Ablösung fordern. Eine hohe Enthaltungsquote würde seine Gegner stärken und den Ruf nach seiner Ablösung als Unternehmenslenker lauter werden lassen. Einige Beobachter erwarten, dass die Kabelfernsehfirma Comcast in diesem Fall die Disney-Aktionäre mit einem höheren Übernahmepreis locken wird. Das bisherige Angebot von rund 66 Mrd. $ einschließlich Schulden hatte Disney abgelehnt.

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