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23.01.2008

17:55 Uhr

EM.Sport Media

Keine Käufer für Unterhaltungssparte

Früher gehörte der Handel mit Zeichentrickserien wie den "Simpsons" zum Kerngeschäft des EM.Sport Media Konzerns. Inzwischen will das Unternehmen, an dem Leo Kirch beteiligt ist, seine Unterhaltungssparte verkaufen. Vorstandschef Werner Klatten machte den Verkauf sogar zur Chefsache - doch er wird die Kinder- und Jugendprogramme einfach nicht los.

HB MÜNCHEN. Die Nachfrage nach Kinder- und Jugend-Fernsehprogrammen sei noch schlechter als angenommen, der Vorstand wolle sich daher mit dem Verkauf länger Zeit lassen, um einen "angemessenen Erlös" zu erzielen, teilte EM.Sport Media am Mittwoch mit. Das wird offenbar immer schwieriger: In der Bilanz hat EM.Sport den Wert der Sparte deshalb auf 40 Millionen von 90 Millionen Euro abgeschrieben.

Potenzielle Käufer übten wegen der Finanzkrise in Vorsicht, die Zahl und die Höhe der Angebote seien deshalb zurückgegangen, erklärte das Unternehmen. Noch im Sommer hatte sich EM.Sport über reges Interesse an der Sparte gefreut und von einer "klar zweistelligen" Zahl an möglichen Investoren für den einstigen Kern der Vorgängergesellschaft EM.TV gesprochen. Ein Sprecher betonte, der Verkaufsprozess sei nicht gestoppt.

Einen neuen Zeitrahmen nannte er nicht. Nach wie vor werde mit mehreren Interessenten gesprochen. Die Geschicke der Unterhaltungssparte nimmt Vorstandschef Werner Klatten nun selbst in die Hand. Er berief die bisherige Geschäftsführerin Susanne Schosser ab.

Weil der Markt mit Kinder- und Jugendprogrammen übersättigt und kein Wachstum mehr zu erzielen sei, hatte Klatten im Mai beschlossen, sich von den Wurzeln des Unternehmens zu trennen und sich auf das lukrativere Sportmediengeschäft zu konzentrieren. Die Brüder Thomas und Florian Haffa hatten das Medienunternehmen aus dem Handel mit Zeichentrickserien wie "Biene Maja", "Wickie" oder den "Simpsons" aufgebaut.

Die Rechte dafür kamen von Medienmogul Leo Kirch. Im Herbst war Kirch überraschend bei EM.Sport eingestiegen und mischt seither wieder öffentlich in der Medienlandschaft mit. So soll er für die Deutsche Fußball Liga (DFL) die Übertragungsrechte für die Bundesliga ab der Saison 2009/10 vermarkten. Auch der zu EM.Sport gehörende Sender DSF bietet zeitversetzt Bundesliga-Spiele an. Zudem betreibt EM.Sport das Internetportal Sport1 und die auf Sportsendungen spezialisierte Produktionsfirma Plazamedia.

Auf das Geschäft dieses verbleibenden Geschäfts habe die Abschreibung auf die Unterhaltungssparte keine Auswirkungen, betonte das Unternehmen. Für 2007 erwartet EM.Sport bei einem Umsatz von 215 Millionen Euro einen Betriebsgewinn (Ebit) zwischen 15 und 17 Millionen Euro. Die Unterhaltungssparte werde das Jahr aber wohl mit roten Zahlen abschließen.

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