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03.01.2013

08:01 Uhr

Ende der Netbooks

Tablet-PCs überrollen die Konkurrenz

Handlich, klein, billig – und völlig out: Immer weniger Verbraucher legen sich ein Netbook zu. Jetzt haben die beiden wichtigsten Hersteller angekündigt, sich aus dem Markt zurückzuziehen. Das Mini-Notebook stirbt aus.

Früher ein Hingucker, heute kaum noch gefragt: Netbooks.

Früher ein Hingucker, heute kaum noch gefragt: Netbooks.

DüsseldorfAngesichts der wachsenden Konkurrenz durch Tablet-Computer stehen Netbooks vor dem Aus. Mit Asus und Acer haben die beiden größten Hersteller der Mini-Notebooks angekündigt, keine weiteren Modelle mehr herausbringen, wie das asiatische Technologie-Portal Digitimes berichtet. Anbieter wie Dell, Toshiba und Hewlett-Packard hatten sich bereits zuvor aus dem Markt zurückgezogen.

Asus hatte die Gerätekategorie 2007 mit seinem EeePC begründet. Die Mini-Notebooks sollten mit einem handlichen Format, geringem Gewicht und guter Internet-Anbindung vor allem mobile Nutzer ansprechen. Die sparsame Ausstattung ermöglichte niedrige Preise, den EeePC gab es ab rund 200 Euro. Das ging allerdings zulasten der Leistung.

PC-Markt Deutschland

Nicht gut in Form

Der PC-Markt in Deutschland ist umkämpft. Der Absatz ist im dritten Quartal 2012 um 19 Prozent auf 2,68 Millionen Computer gesunken, wie das auf IT-Themen spezialisierte Marktforschungsunternehmen Gartner ermittelt hat. Belebung könnte allerdings die Markteinführung des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows 8 gebracht haben – diese schlägt sich in den Zahlen noch nicht nieder.

Nummer 1: Lenovo

Die Nummer 1 in Deutschland ist Lenovo. Das chinesische Unternehmen verkaufte zwischen Juli und September 421.000 Geräte, ähnlich viele wie im Vorjahreszeitraum. Da der Markt schrumpfte, konnte Lenovo seinen Anteil damit auf 15,8 Prozent steigern.

Nummer 2: Acer

Acer musste massive Einbußen von mehr als 11 Prozent hinnehmen, verzeichnet aber trotzdem mit 14,7 Prozent etwas mehr Marktanteil als noch vor einem Jahr. 392.000 Geräte verkaufte das taiwanische Unternehmen in Deutschland.

Nummer 3: Hewlett-Packard

Noch bitterer lief es für Hewlett-Packard, einst die Nummer 1 im PC-Markt: Der US-Hersteller verkaufte im dritten Quartal nur noch 336.000 PCs, fast ein Drittel weniger als im Vorjahr. Der Marktanteil schrumpfte auf 12,6 Prozent.

Nummer 4: Dell

Dell verkaufte 206.000 PCs, rund 35.000 weniger als im dritten Quartal des Vorjahres – da andere Hersteller größere Einbußen hatten, stieg der Marktanteil damit aber leicht auf 7,7 Prozent.

Nummer 5: Asus

Ein besonders schlechtes Jahr hatte Asus: Der Absatz brach um 37,8 Prozent auf 196.000 Geräte ein. Marktanteil: 7,3 Prozent.

Gerade der Preis lockte viele Käufer – nicht wenige legten sich ein Netbook als Zweitgerät zu. Zu Hochzeiten war jeder achte verkaufte Computer ein Mini-Notebook, der Marktanteil lag 2010 laut Zahlen der Analyse-Firma Canalys bei 13 Prozent. Den Herstellern bescherte das einen hohen Absatz, allerdings bei sehr niedrigen Margen (zumal die meisten Nutzer die Geräte mit dem offenen und kostenlosen Betriebssystem Linux verschmähten und lieber Rechner mit Windows-Lizenz kauften).

Doch das Netbook steht vor dem Aussterben. Zuletzt sank der Marktanteil stetig auf 5 Prozent. Immer mehr Verbraucher griffen zu den ebenfalls handlichen, wenngleich teureren Tablet-Computern. Zudem sanken die Preise für normale Notebooks deutlich und machten damit den kleinen Brüdern Konkurrenz. Mit dem Rückzug von Acer und Asus wird der Absatz weiter sinken.

Von

chk

Kommentare (3)

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Henry

03.01.2013, 11:00 Uhr

Die Entwicklung vom Zehnfingersystem zur Daumentechnik zeigt, daß die komplexe Hirntätigkeit verebbt auf ein einziges Areal. Da muß ihm der Computer tatsächlich wie eine Wundermaschine aus einer anderen Welt vorkommen.



Henry

03.01.2013, 11:37 Uhr

Die Sekretärin war früher hochangesehen wegen ihrer sprachlichen Begabung, des handschriftlichen Bildes, dem Umfang der Verwaltungsaufgaben, der Systematik der Aktenordner, der kreativen Lösungsvorschläge. Sie war die "linke Hand" (Kreativität) des Chefs. Heute ist sie geschrumpft zur Datatypistin, der Chef zum Leser von Balkendiagrammen. Je mehr Aufgaben der PC übernommen hat, desto weniger Hirnareale waren nötig.
Keine Wunder, daß der Burnout zur Zeiterscheinung geworden ist, denn das Gehirn wurde im Zuge der Elektrifizierung immer mehr ausgelagert.

mon_y.burns@dynip.name

13.01.2013, 18:29 Uhr

f*cken-fakt: ÜberHolen mit H. Wie in frühkindlicher Bi-N-dung satt frühkindlicher Bi-L-dung.

http://take-ca.re

http://eltern.t-online.de/bindung-im-fruehkindalter-fuer-das-ganze-leben-wichtig/id_18578054/index

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