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28.12.2011

14:18 Uhr

Entschädigung

Samsung und Sharp büßen für Preisabsprachen

Nach einem jahrelangen Verfahren um Preisabsprachen bei LCD-Monitoren werden sieben beteiligte Hersteller von Flachbildschirmen zur Kasse gebeten. Sie müssen mehr als eine halbe Milliarde Dollar Wiedergutmachung zahlen.

Ein Sharp-Mitarbeiter posiert neben einem 108-inch LCD Monitor. AFP

Ein Sharp-Mitarbeiter posiert neben einem 108-inch LCD Monitor.

New York/TallahasseeWeil sie US-Verbraucher über Jahre abgezockt haben sollen, müssen sieben Hersteller von Flachbildschirmen eine gute halbe Milliarde Dollar berappen. Unter anderem die beiden Branchenriesen Samsung und Sharp hätten sich abgesprochen und überhöhte Preise für sogenannte TFT LCD verlangt, wie sie in Computern oder Fernsehern eingesetzt werden. Das erklärte der Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaates New York, Eric Schneidermann, am späten Dienstag.

Die Generalstaatsanwälte von insgesamt acht US-Bundesstaaten sowie Verbraucheranwälte hatten sich zusammengetan und nach einem jahrelangen Verfahren einen Vergleich mit den Herstellern ausgehandelt. Darin haben sich die Firmen verpflichtet, 538 Millionen Dollar an Wiedergutmachung zu zahlen plus einer Strafe von 14 Millionen Dollar. Aus dem Topf sollen jene Kunden entschädigt werden, die in den Jahren 1999 bis 2006 etwa Notebooks oder Computermonitore angeschafft haben.

Auch die Hersteller Epson Imaging Devices, Hitachi Displays, Chi Mei Innolux, Chunghwa Picture Tubes und HannStar Display werden im Rahmen des Vergleichs zur Kasse gebeten. Wie Floridas Generalstaatsanwältin Pam Bondi erklärte, hätten im Laufe des Verfahrens mehrere Beteiligte ihre Schuld eingeräumt. Allerdings haben nicht alle verklagten Hersteller bei dem jetzt geschlossenen Vergleich mitgemacht. Der Prozess gegen LG, Toshiba oder AU Optronics läuft deshalb weiter.

Wegen der gleichen Vorwürfe hatte die EU-Kommission im vergangenen Jahr gegen mehrere Firmen bereits ein Bußgeld von 649 Millionen Euro verhängt (knapp 850 Mio Dollar). In der US-Klageschrift wird ein Beispiel aufgeführt, wie die Preisabsprachen vonstatten gingen: So hätten sich Anfang des Jahres 2000 zwei Topmanager von Sharp und Samsung gegenseitig über die zu erwartenden Produktionszahlen informiert. Sie hätten dann beschlossen, den Preis für ein Notebook-typisches 15-Zoll LCD-Panel von gut 640 auf 660 Dollar anzuheben.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Preisabsprachen

28.12.2011, 17:43 Uhr

Schön und gut, das ist wieder ´ne Sau, die die Medien durchs Dorf treiben können. Und den Konzernen tut`s nicht weh, die verdienen zwischenzeitlich an den nächsten Geräten, die per Preisabsprache längst schon wieder zu teuer verkauft werden. Viel wichtiger wäre die Meldung, wie wir als Kunden denn an das Geld heran kommen könnten, das uns zuviel abgeknöpft wurde. Das aber schreibt keiner. Alle Jahre wieder ... !

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