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12.06.2012

00:21 Uhr

Entwicklermesse

Apples Fernsehshow bleibt aus

VonAxel Postinett

Die Hoffnungen auf einen Fernseher von Apple waren groß. Aber den hatte Konzernchef Tim Cook in San Francisco nicht dabei - stattdessen aber ein besonders dünnes MacBook und eine schlechte Nachricht für Google.

Apple-Chef Tim Cook präsentierte iOS 6 und Features von Mac OS X Lion. Reuters

Apple-Chef Tim Cook präsentierte iOS 6 und Features von Mac OS X Lion.

San FranciscoSteve Jobs ist zurück - in Gestalt eines besonders souveränen Tim Cook. Dieser eröffnete am Montagmorgen (Ortszeit) die Entwicklerkonferenz WWDC 2012 in San Francisco und wurde von den versammelten Software-Entwicklern mit stehenden Ovationen begrüßt. Cook, in schwarzem Hemd und Blue Jeans, hat sich das Vertrauen der Apple-Fangemeinde in Rekordtempo erarbeitet, genoss das Bad in der jubelnden Menge ganz offensichtlich. Die Diskussionen, ob der neue CEO Apple in die Zukunft führen kann, sind hier jedenfalls beendet.

Quasi offiziell beendet ist auch die frühere Partnerschaft mit Google: Die Kartenlösung Google Maps wird in der kommenden Version des iPhone-Betriebssystems iOS nicht mehr vorinstalliert sein und durch eine Apple-eigene Karten-Software ersetzt werden. Gleichzeitig wird eine Navigationsfunktion eingeführt. Damit schneidet Apple seinen größten Konkurrenten im mobilen Internetmarkt von wichtigen Standort-Informationen der Apple-Nutzer ab, die für die Platzierung von Online-Anzeigen wichtig sind. Jetzt muss Cook nur noch die Google Websuche loswerden, um den Marktführer bei Online-Werbung empfindlich zu treffen. Google macht nach eigenen Angaben rund zwei Milliarden Dollar Umsatz im Jahr mit mobiler Werbung, so viel wie kein anderer. Für chinesische iPhones und iPads gibt es eine Suchpartnerschaft mit dem lokalen Platzhirschen Baidu.

Wie erwartet, wurde am Montag auch die Laptop-Linie erneuert, mit Fokus auf dem Business-Produkt MacBook Pro. Erstmals wird dabei das vom iPad bekannte Retina-Display in einen Computer integriert. Die Auflösung beträgt jetzt 2880 x 1800 Pixel, was rund das Vierfache eines Standard-Dislays ausmacht.

Gleichzeitig wurden Gewicht und Maße des 15-Zoll-Laptops deutlich reduziert. Das neue Flaggschiff mit 2,3 Ghz-Intel-Quadcore-Prozessor, laut Marketingchef Phil Schiller der „beste Computer, den Apple je gebaut hat“, ist mit 1,80 cm Höhe nur noch unwesentlich dicker als das superdünne MacBook Air und wiegt nur noch 2 kg. Traditionelle Festplatten werden komplett durch Flash-Speicherplatten ersetzt. Die verbesserten Laptop-Versionen werden ab sofort ausgeliefert. Die Akkulaufzeit des MacBook Pro mit Retina-Schirm gibt Apple mit bis zu sieben Stunden an. Es sei eine "Meisterleistung der Ingenieurskunst", so Forrester-Analyst Frank Gillett gegenüber dem Handelsblatt, diese geballte Technik in einem so kleinen Gehäuse unterzubringen. Allerdings sei das überarbeitete MacBook Pro kein "bahnbrechendes Killerprodukt", das sich viele Fans von der heutigen Veranstaltung erhofft hatten.

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