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21.03.2014

15:30 Uhr

Erfolgreicher Software-Hersteller

SAP-Vorstände bekommen üppigen Gehaltszuschlag

Es war ein gutes Jahr – und das macht sich auch für die Chefs bezahlt: Der Software-Hersteller SAP zahlt seinen Vorständen einen ordentlichen Gehaltszuschlag. Nur ein Dax-Konzern entlohnt noch üppiger.

Der eine hört auf, der andere bleibt: Die SAP-Chefs Jim Hagemann Snabe (l.) und  Bill McDermott. Beide verdienten 2013 mehr als im Vorjahr. dpa

Der eine hört auf, der andere bleibt: Die SAP-Chefs Jim Hagemann Snabe (l.) und Bill McDermott. Beide verdienten 2013 mehr als im Vorjahr.

WalldorfDie Vorstände der Softwareschmiede SAP erhalten für 2013 erneut einen ordentlichen Gehaltszuschlag. Co-Vorstandschef Bill McDermott bekommt mit 9,61 Millionen Euro gut zehn Prozent mehr Geld, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Sein Noch-Kompagnon Jim Hagemann Snabe kann sich zum Abschied über ein Plus von gut 20 Prozent auf 9,98 Millionen Euro freuen. Damit gehören sie zu den Spitzenverdienern unter den Dax-Vorständen: Nur VW-Chef Martin Winterkorn bekommt mehr. Die Investoren umgarnt der Konzern mit einer höheren Dividende.

Snabe scheidet im Sommer aus dem Vorstand aus. Er will sich bei der Hauptversammlung am 21. Mai in den Aufsichtsrat wählen lassen. Aus dem Grund erhält er dann schon anteilig Geld aus einem langfristigen Anreizprogramm ausgezahlt. Das Programm läuft eigentlich bis zum Jahr 2015 und ist auf den Kurs der SAP-Aktie und interne Ziele bezogen.

Das Gehalt der SAP-Vorstände setzt sich aus kurz-, mittel und langfristigen Komponenten zusammen. McDermott sieht Teile seines Gelds erst später. Aber auch Snabe müsse auf weitere Gehaltsanteile für 2014 bis zum nächsten Jahr warten, sagte ein Sprecher. Dann kämen auf Basis der aktuellen Zahlen noch einmal fünf Millionen Euro zusammen.

Zukäufe von SAP

Wachstum dank Zukäufen

Der Walldorfer Software-Konzern SAP hat in den vergangenen Jahren hohe Milliardenbeträge für Großübernahmen ausgegeben. Damit verstärkte sich das Unternehmen für zukunftsträchtige Geschäftsfelder.

Business Objects

2007 übernahmen die Deutschen den französischen Softwarehersteller Business Objects für 4,8 Milliarden Euro. SAP kauft sich damit Analyse-Software, die Daten aus einzelnen Geschäftsbereichen von Unternehmen auswertet – und ist inzwischen Marktführer.

Sybase

Den Datenbankspezialisten Sybase übernimmt SAP im Jahr 2010 für 5,8 Milliarden Dollar und erwirbt damit Expertise für den Mobilfunkmarkt. Mit Hilfe der Sybase-Plattform lassen sich die SAP-Programme leichter auf Smartphones und Tablets spielen. Die Software von Sybase stellt außerdem den Grundstock für das wachsende Datenbankgeschäft von SAP.

Success Factors

2012 geht SAP die Übernahme von Success Factors für 3,4 Milliarden Dollar an. Software, die nicht mehr auf Firmenservern lagert, sondern nach Bedarf „on Demand“ über das Internet abgerufen wird, ist bereits heute ein Milliardenmarkt.

Ariba

Mit der Handelsplattform Ariba, die SAP ebenfalls 2012 für 4,3 Milliarden Dollar übernahm, sicherte sich der Softwarekonzern weitere Fähigkeiten. Ariba ist nicht nur eine Art Ebay für Unternehmen. Die Firma verkauft auch Software, zum Beispiel Programme, mit deren Hilfe Firmen ihren Lieferanten digitale Rechnungen stellen können.

Eine Abfindung bekommt Snabe aber nicht, wie Aufsichtsratschef Hasso Plattner schon Ende 2013 betonte. „Zum Ende seiner Dienstzeit am 21. Mai 2014 erhält Jim Snabe eine Auszahlung von Ansprüchen, die er sich seit 2011 erarbeitet hat.“ SAP-Finanzchef Werner Brandt erhielt 3,9 Millionen Euro, Vorstand Gerhard Oswald bekam ebenfalls 3,9 Millionen Euro, Vishal Sikka verdiente 4,2 Millionen Euro.

Das Wachstumstempo von SAP hatte sich wegen des Umbaus hin zu mehr Mietangeboten im vergangenen Jahr verlangsamt. Der Umsatz stieg 2013 um nur vier Prozent auf 16,8 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) legte um zehn Prozent zu. Das merken die SAP-Vorstände auch auf ihrem Gehaltskonto: Für 2012 hatten sie sich über ein weitaus deutlicheres Plus freuen können.

Im Vergleich zu ihren Vorstandskollegen können die beiden sich aber nicht beklagen: Die Vergütungen der Dax-Bosse stiegen im Schnitt von 5,1 auf 5,2 Millionen Euro, wie aus einer jüngst veröffentlichten Untersuchung des Beratungsunternehmens Towers Watson hervorgeht. Spitzenverdiener ist VW-Chef Martin Winterkorn mit 15 Millionen Euro Gehalt.

Die Anteilseigner sollen nach dem Willen der Führungsspitze einen Euro je Aktie bekommen, nach 85 Cent im Vorjahr. „Wir sind davon überzeugt, dass unsere Aktionäre am anhaltenden profitablen Wachstum der SAP beteiligt werden sollen“, erklärte Finanzvorstand Werner Brandt. Die Ausschüttungsquote beträgt wie im Jahr zuvor gut ein Drittel. Am Freitag legte die SAP-Aktie ein halbes Prozent zu.

SAP rüstet sich zudem für das internationale Geschäft: Der Konzern tritt künftig als europäische Aktiengesellschaft auf. Die Umwandlung in eine Societas Europaea (SE) erleichtert SAP künftig die Organisation über Ländergrenzen hinweg. Auch Zukäufe innerhalb Europas sind einfacher zu realisieren. Formal soll die Hauptversammlung Ende Mai über den Schritt entscheiden. Die SE wird unter den Firmen immer beliebter: Dafür entschieden haben sich neben MAN und Airbus auch kleinere Häuser wie Sixt, die GfK oder Adva.

Einen Vergleich der Dax-Gehälter der vergangenen zehn Jahre lesen Sie in unserem Dossier im Kaufhaus der Weltwirtschaft unter www.kaufhaus.handelsblatt.com.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

21.03.2014, 15:43 Uhr

Na und, wo gibt es da ein Problem?

Im Gegensatz zu unseren Großbanken verdient der SAP-Konzern aus einem redlichen Geschaeftsmodell. Deutsche Autokonzerne mit Spitzenverdienern wie Winterkorn gehören dagegen eher zu dem Industriezweig der Umweltverschmutzer, die alle paar Jahre durch Skandale auf sich aufmerksam machen.

Seitdem Leo Apotheker nicht mehr mit an Bord sitzt, verbrennt der Konzern auch kein Geld mehr.

Die Beteiligung von Shareholder und Mitarbeiter am Unternehmenserfolg ist ein tragfähiges Geschaeftsmodell. Für den Unternehmenserfolg

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