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22.09.2016

16:56 Uhr

Ericsson auf Sparkurs

In Schweden droht das Ende einer Ära

VonHelmut Steuer

Der weltgrößte Netzwerk-Ausrüster Ericsson verschärft seinen Sparkurs. Damit könnte im Jahr des 140. Firmenjubiläums die Produktion im heimatlichen Schweden zu Ende gehen. Die Gründe für den Niedergang.

Sollte sich das Aus für die Produktion von Ericsson in Schweden bestätigen, würde damit eine Ära zu Ende gehen. Der Netzwerkausrüster produziert seit 1876 in Schweden. dpa

Ericsson

Sollte sich das Aus für die Produktion von Ericsson in Schweden bestätigen, würde damit eine Ära zu Ende gehen. Der Netzwerkausrüster produziert seit 1876 in Schweden.

StockholmEine schwedische Ära könnte bald zu Ende gehen: Nach Informationen der schwedischen Tageszeitung „Svenska Dagbladet“ will der Telekommunikationsausrüster Ericsson nach mehr als 140 Jahren seine Produktion im Heimatland Schweden komplett einstellen. Dies gehe aus internen Papieren hervor, die der Zeitung vorliegen. Die Konzernleitung wollte die Angaben nicht kommentieren.

In einer schriftlichen Erklärung bestätigte das Unternehmen allerdings, dass das derzeitige Sparprogramm einen weltweiten Stellenabbau beinhalte. „Wir haben eine umfassende Produktion in Schweden, und sie ist davon nicht ausgenommen“, heißt es in der Erklärung. Auch Gewerkschaftsvertreter, die derzeit mit der Konzernleitung über das Sparprogramm verhandeln, wollten sich zu den Medienangaben nicht äußern. Insgesamt will Ericsson in den kommenden Jahren rund drei Milliarden Kronen (312,9 Millionen Euro) einsparen, wovon etwas mehr als die Hälfte auf Schweden entfällt.

Die größten Mobilfunker der Welt

Platz 12

Deutsche Telekom

Umsatz: 42,8 Milliarden Euro*
Mobilfunkanschlüsse: 146,9 Millionen*

*Quelle: Statista, GSMA Intelligence; Umsätze wurden von Britischem Pfund in Euro umgerechnet (Kurs 1,3899 Euro), Stand: Zweites Quartal 2014

Platz 10

Telenor Group (Norwegen)

Umsatz: 12,1 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 175,6 Millionen

Platz 9

China Telecom (China)
Umsatz: 22,2 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 180,2 Millionen

Platz 8

Orange Group (Frankreich)

Umsatz: 22,4 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 184,6 Millionen

Platz 7

VimpelCom Group (Niederlande)

Umsatz: 15,8 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 218,2 Millionen

Platz 6

Telefónica Group (Spanien)

Umsatz: 42,0 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 249,4 Millionen

Platz 5

América Móvil Group (Mexiko)

Umsatz: 35,5 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 266,9 Millionen

Platz 4

Bharti Airtel Group (Indien)

Umsatz: 11,0 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 287,2 Millionen

Platz 3

China Unicorn

Umsatz: 29,9 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 295,0 Millionen

Platz 2

Vodafone Group (Großbritannien)

Umsatz: 58,5 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 435,9 Millionen

Platz 1

China Mobile

Umsatz: 92,3 Milliarden Euro
Mobilfunkverbindungen: 790,6 Millionen

Auch wenn offenbar noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden ist, befindet sich Ericsson seit Längerem in einem umfassenden Umstrukturierungsprozess. Dieser wurde notwendig, um sich dem rasanten Wandel in der Branche anzupassen. Schon vor einem Jahr hatte Ericsson 2200 seiner insgesamt 17.000 Stellen in Schweden gestrichen. Außerdem trennte sich der Konzern von rund 850 externen Beratern.

Waren damals von dem Arbeitsplatzabbau in erster Linie Mitarbeiter in den schwedischen Entwicklungs- und Forschungsabteilungen sowie im Vertrieb betroffen, soll es den Zeitungsinformationen zufolge jetzt um die Schließung der beiden letzten Ericsson-Produktionsstätten in Kumla und Borås gehen. Dort werden vor allem Netzwerk-Komponenten hergestellt. In beiden Werken sind etwa 3000 Mitarbeiter beschäftigt.

Der in diesem Sommer abgesetzte Ericsson-Chef Hans Vestberg hatte schon vor einem Jahr die harten Einschnitte mit einem notwendigen Umstellungsprozess begründet. „Unsere Branche verändert sich sehr schnell, weil die Hardware immer stärker durch Software ersetzt wird“, erklärte er damals dem Handelsblatt in Stockholm. Vestberg unterstrich die Notwendigkeit einer Veränderung. „Unternehmen wie Ericsson brauchen eine neue Denkweise“, sagte er.

Grund für die Neuausrichtung seines Konzerns sei die technische Entwicklung, die die Hardware, also die Mobilfunknetze mit Antennen, Routern und Basisstationen, immer stärker in den Hintergrund gerückt habe. „Vor zehn Jahren machte die Hardware bei uns rund 75 Prozent des Umsatzes aus, 25 Prozent waren Software. Heute stehen Software und Services für 66 Prozent, die Hardware für den Rest“, erklärte Vestberg.

Mittlerweile hat Jan Frykhammar übergangsweise die Konzernleitung übernommen, bis ein neuer Chef für den Konzern gefunden ist. Frykhammar will die von seinem Vorgänger eingeleiteten Umstrukturierungsmaßnahmen fortführen und hatte im Juli eine genaue Analyse angekündigt.

Der Grund für die schnelle Veränderung der gesamten Telekom-Branche ist die immer stärkere Vernetzung von ganz unterschiedlichen Geräten: Waren bisher die Telekom-Konzerne Ericssons Hauptkunden, kommen seit Kurzem auch Autohersteller, Transportunternehmen und Behörden hinzu. Reine Sprachtelefonie spielt nur noch eine untergeordnete Rolle.

Kommentare (2)

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Baron v. Fink

22.09.2016, 17:10 Uhr

Die Dividende ist viel zu niedrig, kein Wunder dass die Werke schließen.
Überall die schlauen sozialistischen Räte mit dem üblichen Erfolg.
Basisdaten
Dividendenrendite 6,40%
KCV 9,29
KGV (2015) 14,11

Herr Hans Mayer

22.09.2016, 17:53 Uhr

Schweden ist für uns ja in vielem ein Vorbild

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