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04.10.2016

13:20 Uhr

Ericsson plant Stellenabbau

Netzwerk-Ausrüster will 3.000 Stellen streichen

Schwache Nachfrage, große Konkurrenz aus Asien: Ericsson will auf dem Heimatmarkt Schweden 3.000 Arbeitsplätze abbauen – vor allem in der Produktion und im Verkauf. Welche Bereiche dagegen gestärkt werden sollen.

Der schwedische Konzern will in den kommenden Jahren mehr als 300 Millionen Euro einsparen – auch durch Stellenabbau. dpa

Ericsson

Der schwedische Konzern will in den kommenden Jahren mehr als 300 Millionen Euro einsparen – auch durch Stellenabbau.

StockholmMit einem weitreichenden Stellenkahlschlag kappt der schwedische Telekomausrüster Ericsson seine Wurzeln. Der am Dienstag vom Management angekündigte Abbau von 3.900 Arbeitsplätzen bedeutet größtenteils das Aus für die heimische Produktion. Die Zahl entspricht fast einem Viertel der Gesamtbelegschaft in Schweden, auf das zuletzt aber nur noch fünf Prozent der weltweiten Fertigung entfielen.

Der Konzern reagiert damit auf eine hartnäckige Branchenflaute. Für das Land sind die Kürzungspläne eines seiner größten Arbeitgeber ein herber Schlag. In den vergangenen Wochen hatten sich Politiker und Gewerkschafter für die Rettung der Jobs ins Zeug gelegt.

„Die Maßnahmen sind notwendig, um sowohl Ericssons langfristige Wettbewerbsfähigkeit als auch die führende Position in Technologie und Service zu sichern“, erklärte Interimschef Jan Frykhammar. Er führt die Geschäfte, nachdem Konzernchef Hans Vestberg im Juli seinen Hut nehmen musste. Unter Investoren herrscht großer Unmut: Ericsson hat in diesem Jahr rund ein Viertel seines Börsenwerts eingebüßt.

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Die Streichungen betreffen komplett Schweden. Allein in der Produktion sollen 1000 Stellen wegfallen, in Forschung und Entwicklung sowie anderen Bereichen weitere 2000. Außerdem trennt sich das Unternehmen von 900 Beratern. Allerdings will es zugleich über die kommenden drei Jahre in Forschung und Entwicklung 1000 neue Positionen schaffen.

Erst 2014 hatte die Konzernführung ein milliardenschweres Sparprogramm aufgelegt. Ericsson macht zu schaffen, dass in den Industrieländern die Geschäfte stagnieren, weil die Mobilfunknetze mit der schnellen LTE-Technik weitgehend ausgebaut sind. Der Übergang zur nächsten Generation 5G steht wohl frühestens 2020 an. Erst dann wird wieder mit umfangreichen Aufträgen gerechnet. Zudem setzt Ericsson die wachsende Konkurrenz chinesischer Rivalen wie Huawei zu.

Von

rtr

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