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21.01.2005

08:36 Uhr

Erlöse bei Fernsehgeräten, DVD-Rekordern und Videokameras sinken schneller als erwartet – Halbleiterabsatz schwach

Preisdruck macht Sony schwer zu schaffen

Die Sony-Führungsriege hat ihre Prognose für das laufende Geschäftsjahr zurückgenommen. Problemfall ist wieder einmal die wichtige Elektroniksparte, die fast zwei Drittel des Umsatzes liefert. Die Preise für Produkte wie TV-Geräte, DVD-Rekorder und Videokameras fielen schneller als erwartet.

Das Hauptquartier des japanischen Elektronikgiganten Sony in Tokio.

Das Hauptquartier des japanischen Elektronikgiganten Sony in Tokio.

HB bas/TOKIO. Wenn Sonys Shootingstar Ken Kutaragi, der Erfinder der Playstation, nach vorne schaut, ist er Zwangsoptimist. „2006 wird Sony sich dramatisch verändert haben“, versprach der Präsident der Computerspiele-Tochter Sony Computer Entertainment gestern. Zumindest profitabler muss das Unternehmen dann sein: Im Geschäftsjahr 2006/07, zum 60. Firmengeburtstag, soll das Elektronikgeschäft so weit auf Vordermann gebracht worden sein, dass konzernweit zehn Prozent operative Umsatzrendite abfallen.

Wie schwierig der Weg dahin ist, machte Sony gestern einmal mehr deutlich. Das Unternehmen senkte seine Erwartung für den Betriebsgewinn für das im März endende Geschäftsjahr von bisher 160 auf nur mehr 110 Mrd. Yen (815 Mill. Euro). Das sind zwar immer noch elf Prozent mehr als im Jahr zuvor, die Umsatzrendite wird damit aber gerade einmal 1,5 Prozent betragen.

Problemfall ist wieder einmal die wichtige Elektroniksparte, die fast zwei Drittel des Umsatzes liefert. Die Preise für Produkte wie TV-Geräte, DVD-Rekorder und Videokameras fielen schneller als erwartet, begründete Sony-Manager Katsumi Ihara. „Unsere Kostensenkungen konnten da nicht mithalten“, sagte er. Zudem bleibe auch der Absatz von Halbleitern und Komponenten sowie tragbaren Audiospielern unter den Erwartungen. Sony senkte deswegen auch seine Umsatzprognose und erwartet jetzt mit 7,15 Billionen Yen oder rund 53 Mrd. Euro einen Umsatzrückgang von fünf Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor. Vor allem auf dem japanischen Heimatmarkt brechen die Umsätze ein.

Sony, der Erfinder des Walkmans, will mit einer eigenen Plattform zum Herunterladen von Musik und den dazu gehörenden Geräten Apple bei MP3-Musikspielern Konkurrenz machen. Doch die Geräte haben sich bisher nicht recht durchgesetzt. In Japan und Europa blieben die Umsätze mit tragbaren Audiospielern hinter den Erwartungen zurück, teilte Sony mit. Zudem verkaufen sich auch DVD-Rekorder und Sonys PCs der Marke Vaio in Japan schlechter als erhofft.

Das zeigt: Sony ist noch nicht heraus aus seiner Milliarden-Rosskur, die das Elektroniksegment profitabler machen soll. Allein im laufenden Geschäftsjahr gibt Sony rund 100 Mrd. Yen für die Restrukturierung aus. Im Jahr zuvor waren es 168 Mrd. Yen. Sony hat Stellen gestrichen, rationalisiert bei Zulieferteilen und will wieder mehr Komponenten selbst herstellen. Mit hohen Investitionen für neue Halbleiter und Prozessoren will Japans zweitgrößter Anbieter von Unterhaltungselektronik die Margen im Elektroniksegment erhöhen.

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