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09.06.2011

10:30 Uhr

Erneuter Rückschlag

Nokias Technik-Chef Green schmeißt hin

Nokia muss die nächste Hiobsbotschaft verkraften: Mit Richard Green ist erneut ein Top-Manager von Bord gegangen. Die Gründe für die Auszeit des Technik-Chefs bleiben im Dunkeln.

Nicht nur viele Kunden kehren Nokia den Rücken zu, auch die Top-Manager. Quelle: Reuters

Nicht nur viele Kunden kehren Nokia den Rücken zu, auch die Top-Manager.

HelsinkiBeim kriselnden Handy-Konzern Nokia muss mitten im großen Umbau ein neuer Technikchef einspringen. Der bisherige Chief Technology Officer Rich Green ließ sich aus privaten Gründen auf unbestimmte Zeit beurlauben. Die Zeitung "Sanomat" berichtete am Donnerstag ergänzend, Green werde vermutlich nicht zu Nokia zurückkehren. Grund dafür seien Differenzen über die strategische Ausrichtung von Nokia, insbesondere der Verzicht auf die Entwicklung eines neuen Handys mit der Software "MeeGo", berichtete das Blatt unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Kreise. Nokia erklärte, der Manager habe sich aus persönlichen Gründen beurlauben lassen und sich nicht dazu äußern wollen, ob er zurückkehre. Green werde vorerst durch Henry Tirri, derzeit Chef des Nokia-Forschungszentrums, vertreten.

Damit reißt die Serie der schlechten Nachrichten für Nokia nicht ab: Erst in der vergangenen Woche musste der einst unangefochtene Branchenführer bei Mobiltelefonen angesichts der scharfen Konkurrenz von iPhone & Co seine Geschäftsziele für das Gesamtjahr zurückschrauben. Am Dienstag senkte die Ratingagentur Fitch die Note für die Kreditwürdigkeit der Finnen. Die Begründung lautete, dass das Unternehmen anhaltend Boden gegenüber asiatischen Konkurrenten und Apples iPhone verloren hat. Damit muss Nokia nun damit rechnen, schwerer an frisches Geld heranzukommen und für Kredite höhere Zinsen zu zahlen. Fitch senkte das Rating gleich um zwei Stufen von "BBB+" auf "BBB-" und sprach überdies von einem "negativen Ausblick". Das bedeutet, dass eine weitere Herabstufung droht.

Die Rücktrittswelle nahm bei Nokia im September 2010 ihren Lauf: Damals ging es Schlag auf Schlag: Nur drei Tage nachdem sich Nokia damals von seinem Chef Olli-Pekka Kallasvuo getrennt hatte, erklärte auch Anssi Vanjoki seinen Rücktritt vom Posten als Chef der Nokia-Sparte für Smartphones und Internetdienste. Vanjoki war für den Umbau von Nokia in einen modernen Technologiekonzern maßgeblich mitverantwortlich.

Der angeschlagene finnische Handyhersteller Nokia taumelt trotz der personellen Wechsel immer tiefer in die Krise. Der einst unangefochtene Platzhirsch kann wegen der scharfen Konkurrenz durch iPhone & Co. bei weitem nicht so viele Telefone verkaufen wie erhofft.

Kommentare (3)

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flyingfridge

09.06.2011, 10:47 Uhr

Erwähnenswert wäre vielleicht noch, warum Elop sich optimistisch zu dem Microsoft-Deal äußert: Er hat selber dort vorher gearbeitet. Böse Zungen behaupten sogar, Elop wäre ein U-Boot von Microsoft, um Nokia in den Dreck zu ziehen und dann billig an Microsoft zu verschachern. Wir werden sehen, was passiert.

BitteKeinePolemik

09.06.2011, 12:09 Uhr

die böse Zunge ist Ihre eigene! Klar ist, dass Nokia lange den Smartphone-Trend verschlafen hat. Der Microsoft-Deal ist trotzdem alternativlos. Meego ist technisch immer noch nicht aus den Startlöchern. Mit Android würde Nokia sein Profil in der Masse koreanischer und chinesischer Mitbewerber verlieren. Dazu ergänzen sich Nokia und MS ziemlich gut, indem sich Nokia nicht mehr um die Systemsoftware und Entwicklungssysteme kümmern muss und MS die beste Navigations-Infrastruktur auf dem gesamten Markt bekommt. Ausserdem ist Nokia's Kundenstruktur eher konservativ geprägt, also Geschäftskunden und naja - sind wir ehrlich - Senioren. Ich denke, die können mit der Marke Microsoft mehr anfangen als mit Android oder Linux. Angesichts des heterogenen Android-Marktes mit seinem Versionswirrwar und Inkompatibilitäten zwischen den einzelnen Herstellern, dürfte Elop mehr Sorge um ein neues Iphone Lite haben, dass den Massenmarkt ins Visier nimmt.

Anonymemeinung

10.06.2011, 21:48 Uhr

Nokia hat zwar Navteq gekauft(was sehr wichtig war), aber die eigene Nokia Navisoftware ist bestenfalls guter Durchschnitt, im Vergleich zu IgoMyway zB.

Und dass Elop die Firma weiter runterwirtschaftet, ist seit dem gross angekündigten Verzicht auf Symbian Faktum, dass war ein marketingtechnischer Supergau. Die Onlineforen sind voll, von jetzt kauf ich mir kein Nokia mehr, weil auf ein totes Pferd will keiner mehr setzen, weder die Kunden, noch die App Entwickler und gerade die sind der Garant für die Marktanteile.

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