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28.04.2014

12:50 Uhr

Erste Standorte veröffentlicht

Weltbild schließt jede vierte Filiale

Der nächste Kahlschlag bei der insolventen Weltbild-Verlagsgruppe geht im Juli los: 53 von 220 Buchhandlungen werden geschlossen, fast 300 Mitarbeiter sind betroffen. Welche Standorte als erste betroffen sind.

Weltbild-Filiale in Dortmund: Nach der Insolvenz der Weltbild-Mutter wird das Filialnetz ausgedünnt. dpa

Weltbild-Filiale in Dortmund: Nach der Insolvenz der Weltbild-Mutter wird das Filialnetz ausgedünnt.

AugsburgNach der Weltbild-Insolvenz schließt das Unternehmen nahezu jede vierte der bislang 220 Filialen. Insgesamt 293 der rund 1300 Mitarbeiter in den Buchhandlungen werden ihre Jobs verlieren. Im Juli sollen die ersten 24 Weltbild-Geschäfte dicht machen, das Aus für weitere Standorte soll Ende des Jahres und im Frühjahr 2015 folgen. Letztlich würden 53 Filialen geschlossen, teilte die Weltbild-Insolvenzverwaltung am Montag mit.

Die Arbeitnehmervertretung äußerte sich dennoch zufrieden. Julia Käding, Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Weltbild Plus Medienvertriebs GmbH & Co. KG, erinnerte daran, dass in den vergangenen Wochen ein weitaus größerer Kahlschlag befürchtet wurde: „Es standen spekulativ 100 Filialen im Raum.“

Die größten deutschen Buchhändler

Deutscher Buchhandel

Der Online-Händler Amazon hat den Buchhandel auch in Deutschland durcheinandergewirbelt und unter Druck gesetzt. Laut Bundesverband der Versandbuchhändler hat Amazon etwa 1,6 Milliarden Euro Umsatz mit Büchern gemacht und damit drei Viertel Anteil am Online-Geschäft.
Insgesamt setzte der Buchhandel 9,6 Milliarden Euro (allen Zahlen für 2012) um, davon die Hälfte im stationären Handel.

Platz 6

Schweitzer Fachinformationen
28 Filialen
Die Angaben beziehen sich auf reine Buchhändler. Fachabteilungen von Kaufhäusern sind nicht gezählt. Quelle: Buchreport

Platz 5

Oslander
28 Filialen

Platz 4

Mayersche Buchhandlung
46 Filialen

Platz 3

Valora Retail (Bahnhofsbuchhandlungen)
178 Filialen

Platz 2

Thalia
293 Filialen

Platz 1

DBH (Weltbild, Hugendubel, u.a.)

420 Filialen

Sie lobte, dass der Sozialplan für die ausscheidenden Mitarbeiter für eine Insolvenz sehr gut sei. Zudem bleibe Weltbild mit seinen Geschäften weiter bundesweit präsent. „Dem Gesamtbetriebsrat war es wichtig, dass ein flächendeckendes Filialnetz erhalten bleibt“, betonte Käding.

Weltbild betreibt die Geschäfte unter den Markennamen „Weltbild“ und „Jokers“. Nach den Plänen werden insgesamt 179 Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft wechseln. Die Beschäftigten werden weiterqualifiziert und erhalten maximal ein Jahr lang bis zu 100 Prozent ihres bisherigen Nettogehalts. Zudem verlieren 114 auf 450-Euro-Basis angestellte Mitarbeiter ihre Arbeit. Diese geringfügig Beschäftigten erhalten eine Abfindung.

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