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17.03.2006

14:19 Uhr

Erstnotiz der Taiwan-Tochter Inotera

Durchwachsener Testlauf für Infineons Speichersparte

VonJoachim Hofer

Der Testlauf für die Emission der Speichersparte des Münchener Chipherstellers Infineon ist nur teilweise geglückt. Anleger zeigten wenig Interesse an den Aktien der Taiwaner Infineon-Tochter Inotera, die am Freitag erstmals an der Börse von Taipeh notiert war. Obgleich die Aktie lediglich auf ihrem Ausgabekurs schloss, frohlockte der Infineon-Chef.

MÜNCHEN. Das IPO von Inotera galt als Probelauf für den geplanten Börsengang der Infineon-Speichersparte. Es sollte zeigen, ob Speicherchip-Hersteller bei Investoren gefragt sind. Die Münchener wollen ihre Speicher-Sparte im Sommer an die Börse zu bringen.

Infineon-Chef Wolfgang Ziebart wertete trotz des verhaltenen Handels den Inotera-Börsengang als positives Signal. „Der Kapitalmarkt hat ein deutliches Interesse an diesem soliden Speicherhersteller gezeigt“, betonte der Manager. Bester Beweis dafür sei, dass der Börsengang sechsfach überzeichnet gewesen sei.

Inotera-Chef Charles Kau verteidigte den Zeitpunkt des Börsengangs. Dieser sei gut gewählt, denn die Preise für Speicherchips seien dieses Jahr um ein Fünftel gestiegen, sagte er dem Handelsblatt. Trotzdem hoffe er „natürlich, dass der Aktienkurs bald steigt“. Mit dem Börsengang hat Inotera 200 Mill. Dollar eingenommen. Damit will das Unternehmen den Bau einer zweiten Fabrik in Taiwan finanzieren. Kau sieht Inotera auf Wachstumskurs: „Weltweit entstehen kaum noch neue Dram-Fabriken, deshalb sind wir in einer guten Position.“ Viele Anbieter bauen derzeit Dram-Kapazitäten ab und investieren stattdessen in so genannte Flash-Chips. Analysten sind skeptisch, ob die Strategie von Inotera aufgeht, denn die Dram-Preise könnten schon bald wieder abbröckeln.

Das Gemeinschaftsunternehmens von Infineon und dem taiwanischen Chipkonzern Nanya produziert ausschließlich Speicherchips, so genannte Drams, die hauptsächlich in Personalcomputern zum Einsatz kommen. Inotera verbuchte zuletzt einen Jahresumsatz von 700 Mill. Dollar und einen Gewinn von 180 Mill. Dollar. Das 2003 gegründete Unternehmen verkauft seine Chips vollständig an seine Großaktionäre Infineon und Nanya, die seit der Emission 41 Prozent der Anteile halten.

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