Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.06.2016

15:06 Uhr

EU-Kommission

Kartellwächter wollen Vorgehen gegen Google ausweiten

Google droht neues Ungemach aus Brüssel. Die EU-Kommission prüft nun offenbar auch das Kerngeschäft des Internetriesen. Laut einem Medienbericht bereiten die Kartellwächter schon konkrete Schritte vor.

Die EU-Kommission will ihr Verfahren gegen den US-Konzern offenbar ausweiten. AP

Internetriese Google

Die EU-Kommission will ihr Verfahren gegen den US-Konzern offenbar ausweiten.

BrüsselEs wäre das dritte Mal, dass die Kommission in einem sogenannten „Statement of Objections“ Google unfairen Wettbewerb vorwirft und Änderungen fordert. In den ersten beiden Verfahren, bei denen es soweit kam, geht es um Shopping-Angebote und das weltweit dominierende Betriebssystem Android. Auch das Werbegeschäft mit Diensten wie AdWords und AdSense prüfen die Brüsseler Kartellwächter schon seit Jahren. Google wies die Vorwürfe wettbewerbswidrigen Verhaltens stets zurück.

Rund 90 Prozent der Google-Umsätze von 74,5 Milliarden Dollar kamen im vergangenen Jahr aus dem Geschäft mit Online-Werbung. Dabei bringen Anzeigen im Umfeld der Internet-Suche nach wie vor das meiste Geld ein. Beim neuen Dachkonzern Alphabet steuerten alle anderen Geschäftsbereiche neben Google nur knapp 450 Millionen Dollar Umsatz bei. Es ginge somit um den Kern des Geschäftsmodells von Google.

Die Kommission fragte den Medienberichten zufolge bei Beschwerdeführern um Erlaubnis, ihre Kritikpunkte Google vorzulegen. Das gilt als sicheres Zeichen dafür, dass konkrete Vorwürfe zur baldigen Veröffentlichung ausgearbeitet werden. Nach Informationen der „Financial Times“ will die Kommission auch im Fall der Shopping-Suche mit weiteren Vorwürfen nachlegen.

In dem Fall warf die Kommission Google bereits im April 2015 vor, bei den Shopping-Angeboten werde der eigene Service zum Nachteil von Konkurrenten und Verbrauchern bevorzugt.

Im April warf die Kommission Google in einem zweiten Verfahren vor, mit der Geschäftspolitik bei Android den Wettbewerb im Smartphone-Markt zu behindern. Sie stört sich unter anderem daran, dass Hersteller von Android-Geräten mit integrierten Diensten des Konzerns zwingend auch die Google-Suche und den Web-Browser Google Chrome vorinstallieren müssten. Außerdem biete der Konzern Herstellern und Mobilfunk-Betreibern finanzielle Anreize dafür, dass sie ausschließlich die Google-Suche auf den Geräten vorinstallieren.

Bei EU-Wettbewerbsverfahren drohen in letzter Konsequenz Strafen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes. Die Kommission startete die erste Wettbewerbsprüfung von Google bereits Anfang 2010.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×