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12.06.2014

08:00 Uhr

EuGH-Urteil

Google wird „Recht auf Vergessen“ umsetzen

Google zeigt Verständnis für das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum „Recht auf Vergessen“. Ab jetzt muss Google sensible persönliche Daten unter bestimmten Umständen aus der Liste der Sucherergebnisse löschen.

Das Kartellamt beobachtet, ob Google seine marktbeherrschende Stellung missbraucht. ap

Das Kartellamt beobachtet, ob Google seine marktbeherrschende Stellung missbraucht.

BerlinDer US-Internetgigant Google zeigt gewisses Verständnis für das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum „Recht auf Vergessen“. „Wir sind zwar enttäuscht von der Entscheidung“, sagte Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt am Mittwochabend in Berlin. Aber die EU-Richter gingen die Probleme an, die die Menschen hätten. Deshalb werde Google „hart daran arbeiten“, das Urteil umzusetzen. Denn wenn es den Richtern darum gehe, das Internet zu einem Ort für alle zu machen, sei dies richtig. „Für mich ist wichtig, dass wir im Dialog bleiben“, betonte Schmidt.

Google steht bei der Konkurrenz und auch bei Politikern zunehmend in der Kritik wegen seiner Marktmacht. Der EuGH hatte im Mai entschieden, dass Google unter bestimmten Umständen Verweise auf Internetseiten mit sensiblen persönlichen Daten aus der Liste der Suchergebnisse löschen muss. Die EU-Richter stärkten damit das „Recht auf Vergessen“. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel erklärte danach, sein Ministerium und das Kartellamt beobachteten, ob Unternehmen wie Google ihre marktbeherrschende Stellung missbrauchten. Als letztes Mittel brachte der Vizekanzler eine Entflechtung des Internet-Giganten ins Spiel, wie sie bei Strom- und Gasnetzen durchgesetzt worden sei. Schmidt kam während seines Berlin-Besuchs auch mit Gabriel zusammen. Ein Google-Sprecher bezeichnete das Gespräch als konstruktiv.

Die Einkaufsliste von Google

DeepMind

Die neueste Errungenschaft von Google ist das britische Start-up DeepMind, das sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Schon seit langem wurde spekuliert, Google könnte zu Methoden der künstlichen Intelligenz greifen, um große Datenbestände besser auszuwerten. Im Januar 2014 hat der Konzern dann zugegriffen.

Motorola

Im Sommer 2011 kaufte Google für 12,5 Milliarden Dollar den Handy-Hersteller Motorola. Es war die erste große Transaktion, um Google auch im Hardware-Geschäft zu etablieren. Nach weniger als zwei Jahren stieß der Konzern das Geschäft aber wieder ab und verkaufte es an den chinesischen Elektronikhersteller Lenovo. Die meisten Patente zum Schutz seines Betriebssystems Android behielt Google indes.

Nest

Erst 2011 ging das Start-up Nest an den Start, überzeugte aber mit seinen elektronischen Haushaltsprodukten wie Thermostaten oder Rauchmeldern. Anfang 2014 schlug Google zu und verleibte sich die Firma für 3,2 Milliarden Dollar ein.

Doubleclick

Im Online-Werbemarkt ist Google ein Gigant. Um die eigene Position zu festigen, griff der Konzern im Jahr 2007 zu und kaufte für 3,1 Milliarden Dollar den Vermarktungsspezialisten Doubleclick.

YouTube

Für damals abenteuerlich erscheinende 1,65 Milliarden Dollar kaufte Google im Oktober 2006 die Online-Videoplattform YouTube. Seit Jahren ist es eine erfolgreiche Plattform zum Vertrieb von Video-Anzeigen.

Waze

Fast eine Milliarde Dollar war Google im Sommer 2013 der israelische Spezialist für Navigationssoftware Waze wert. Mit der Software können von unterwegs in Echtzeit Informationen über Verkehrsstörungen übertragen werden.

Android

Ein Beispiel für einen kleineren Zukauf mit großen folgen, war die Akquisition der Firma Android im August 2005 – für geschätzte 50 Millionen Dollar. Der Name setzte sich durch und wurde zum heute allgegenwätigen Google-Betriebssytem für mobile Geräte.

Zagat

Einer der bekanntesten Herausgeber von Restaurantführern kam im Herbst 2011 unter die Google-Fittiche. Für etwa 150 Millionen Dollar kaufte Google Zagat, eine Firma, die Nutzerkritiken zu Restaurant und Geschäften sammelte und aufbereitete. Die Informationen flossen in den Kartendienst Google Maps ein.

Boston Dynamics

Der Roboter-Hersteller sorgte im Internet für Aufsehen mit einem Roboter, der sich wie eine Katze fortbewegt – und das in respektabler Geschwindigkeit und mit großer Wendigkeit. Seit Ende 2013 gehört das Unternehmen zu Google. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

Skybox Imaging

Google stärkt im Juni 2014 seine digitalen Kartendienste mit dem Kauf des Satelliten-Spezialisten Skybox Imaging, der Bilder aus dem All in hoher Auflösung erstellt. Der Preis liegt bei 500 Millionen Dollar in bar.

Schmidt äußerte sich bei der Eröffnung eines Campus für Start-Up-Unternehmen, das Google finanziell unterstützt. Der Manager würdigte den Gründergeist. „Deutschland ist auf dem Weg, eine Start-Up-Nation zu werden. Wer hätte das gedacht?“ Wichtig sei, dass man als Unternehmer verrückte Ideen hartnäckig verfolge und umsetze. Schmidt appellierte auch an Investoren, den Firmengründern mit mehr Wagniskapital anfangs auf die Beine zu helfen. Zudem mahnte er, das vor allem die Geschwindigkeit des Internets eine wichtige Rolle spiele und wichtig für die Entwicklung der Wirtschaft sei. „Das deutsche Internet ist nicht das schnellste der Welt.“

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

12.06.2014, 09:03 Uhr

„Recht auf Vergessen“ ? Auch wenn Google Daten von unseren Politikern löscht, werde ich nie vergessen...!
Hier geht es überwiegen nur um Zensur, weiter nichts.

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