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12.05.2014

18:27 Uhr

Europas Telekomkonzerne vs. Google

Telekom-Chef fordert mehr Chancengleichheit

ExklusivAmerikanische Konzerne – allen voran Google – dominieren das Web. Das wird sich laut Telekom-Chef Höttges auch fortsetzen – wenn die Wettbewerbsbehörden Europa endlich als gemeinsamen Markt betrachten.

Telekom-Chef Timotheus Höttges: „Oft habe ich Eindruck, dass die Problematik hier in Europa noch immer nicht richtig verstanden wird.“ Reuters

Telekom-Chef Timotheus Höttges: „Oft habe ich Eindruck, dass die Problematik hier in Europa noch immer nicht richtig verstanden wird.“

DüsseldorfDer neue Vorstandschef der Deutschen Telekom Tim Höttges sieht die europäischen Konzerne im internationalen Wettbewerb immer weiter zurückfallen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir als Europäer auf Dauer so nicht weitermachen können,“ sagte der 51-Jährige im Interview mit dem Handelsblatt (Dienstagsausgabe) und forderte zugleich „Chancengleichheit mit den großen amerikanischen und asiatischen Unternehmen, die unsere Industrie beherrschen – zum Beispiel beim Datenschutz und oder bei der Möglichkeit der Marktkonsolidierung.“

Das Ziel der Attacke: die kaum kontrollierte Dominanz amerikanischer Internet-Konzerne wie Google. „Da geht es nämlich nicht mehr nur um die Telekom“, so Höttges. „Es hat längst ein Prozess begonnen, der unsere gesamte Ökonomie, ja: unsere Gesellschaft radikal verändert.“

Die größten Mobilfunker der Welt

Platz 1

China Mobile

Umsatz: 92,3 Milliarden Euro
Mobilfunkverbindungen: 790,6 Millionen

Platz 2

Vodafone Group (Großbritannien)

Umsatz: 58,5 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 435,9 Millionen

Platz 5

América Móvil Group (Mexiko)

Umsatz: 35,5 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 266,9 Millionen

Platz 6

Telefónica Group (Spanien)

Umsatz: 42,0 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 249,4 Millionen

Platz 3

China Unicorn

Umsatz: 29,9 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 295,0 Millionen

Platz 6

Verizon Wireless (USA)

Mobilfunkverbindungen: 114,5 Millionen (+ 5 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 65 Milliarden Dollar (+ 7 Prozent)

Platz 7

VimpelCom Group (Niederlande)

Umsatz: 15,8 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 218,2 Millionen

Platz 8

Orange Group (Frankreich)

Umsatz: 22,4 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 184,6 Millionen

Platz 9

Bharti Airtel Group (Indien)

Mobilfunkverbindungen: 259,8 Millionen (+ 7 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 12,6 Milliarden Dollar (+ 6 Prozent)

Platz 10

AT&T Mobility (USA)

Mobilfunkverbindungen: 107,3 Millionen (+ 3 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 59,7 Milliarden Dollar (+ 4 Prozent)

Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom landet auf Platz 12 mit 111 Millionen Kunden und einem Mobilfunkumsatz in Höhe von 33,37 Milliarden Dollar (minus drei Prozent).

Das Fazit des Telekom-Chefs: „Wir haben die nicht Möglichkeiten von Google, sollen aber die Netze bauen, mit deren Hilfe die Wertschöpfung von Google dann noch weiter befeuert wird.“ Höttges fordert von den Regulierungsbehörden in Bonn und Brüssel, Europa endlich als gemeinsamen Markt zu betrachten und nicht „mehr auf winzige Teilmärkte zu schauen mit bisweilen nur zwei, drei Millionen Kunden.“

Insbesondere beim Datenschutz steht Höttges mit seiner Attacke nicht allein. Kürzlich sorgte Mathias Döpfner, Vorstandschef der Axel Springer AG, mit einem Essay über die gefährliche Dominanz von Google für Furore. Und Siemens-Chef Joe Kaeser spricht im Ausgabe des Spiegel bereits von einem „digitalen Krieg“ um die wichtigste Ressource der Zukunft: Daten. Obwohl die Zahl der Warner stetig zunimmt: Höttges ist skeptisch, ob die Botschaft ankommt: „Oft habe ich Eindruck, dass die Problematik hier in Europa noch immer nicht richtig verstanden wird.“

Das vollständige Interview mit Tim Höttges finden Sie als Download im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

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