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23.11.2015

08:18 Uhr

Ewige Ruhe im Internet

Das digitale Datenleben nach dem Tod

Das Internet ist für Viele Teil des Lebens. Doch was passiert mit den Daten, wenn man selbst nicht mehr Teil des Lebens ist. Wer sorgt sich um die ewige Ruhe im Netz? Einige Experten haben sich das zur Aufgabe gemacht.

Was passiert mit den privaten Daten, wenn der User nicht mehr am Leben ist? dpa

Digitales Erbe

Was passiert mit den privaten Daten, wenn der User nicht mehr am Leben ist?

BerlinWer heutzutage stirbt, ist längst nicht tot. Im digitalen Zeitalter geistern immer häufiger verwaiste Facebook-Profile oder Kundenkonten durch die Netzlandschaft. Wenn im realen Leben meist Angehörige den Nachlass regeln wollen, stoßen sie in der virtuellen Welt vielfach an ihre Grenzen. Doch nicht nur Verwandte brauchen Hilfe: Der Tod im Netz stellt auch Firmen vor Herausforderungen – und öffnet für manchen Unternehmer neue Türen.

Marktplatz, Videodienst, Partnerbörse – für jede Plattform ein Account, für jede Mitgliedschaft ein Passwort. Neun von zehn Internetnutzern haben laut einer Studie des IT-Verbands Bitkom allerdings nicht festgelegt, was im Todesfall mit ihren Daten passieren soll. Diese aufzuspüren und zu löschen, hat sich das Berliner Start-up Columba zur Aufgabe gemacht. Die digitalen Nachlassverwalter prüfen mit Hilfe eines patentierten Prozesses die Datenbanken diverser Online-Firmen. Knapp 250 Partnerschaften gebe es bislang, sagt Sprecherin Anne Mahncke – darunter Ebay, Spotify und Amazon. Anschließend erhalten die Erben eine Liste mit Seiten, auf denen der Verstorbene aktiv war.

Bindeglied zwischen Endkunde und der Berliner Firma sind die Bestattungsunternehmen, die den Dienst zum Pauschalpreis buchen. Seit dem Markteintritt 2013 hat Columba nach eigenen Angaben bereits über 1000 Bestatter ins Boot geholt. Die Online-Anbieter profitieren davon, den Status der Kunden überprüfen zu lassen – denn wer will schon Newsletter an Verstorbene schicken oder mit verwaisten Datensätzen arbeiten?

Auch Birgit Aurelia Janetzky arbeitet täglich an der Schnittstelle zwischen Leben und Tod. Vor fünf Jahren gründete die studierte Theologin die Firma Semno. Anfangs knackte sie selbst Passwörter von Verstorbenen und stöberte in deren Vergangenheit, doch diese Dienstleistung hat sie inzwischen abgegeben. „Ich berate Unternehmen, die digitalen Nachlass in ihre Produktpalette integrieren wollen“, erklärt die Expertin aus Denzlingen in der Nähe von Freiburg.

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