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21.08.2014

10:45 Uhr

Expansion

Uber hofft auf den „Gefällt mir“-Effekt

VonChristof Kerkmann

Uber will überall sein: Das Start-up öffnet seinen Fahrdienst für andere Firmen. So sollen Hotelgäste nach dem Zimmer gleich auch den Transport bestellen können. Bekommen auch Lieferdienste wie DHL bald Konkurrenz?

Bestellung mit der Uber-App: Das Start-up will mithilfe von Partnern wachsen. dpa

Bestellung mit der Uber-App: Das Start-up will mithilfe von Partnern wachsen.

DüsseldorfMit dem „Gefällt mir“-Knopf hat Facebook das Internet verändert: Millionen von Webseiten bitten damit um Sympathiebekundungen – und bringen dem Sozialen Netzwerk so Daten über die Nutzer. Nun hofft Uber auf einen ähnlichen Effekt: Unternehmen können jetzt über Schnittstellen auf den Mitfahrdienst zugreifen. Zum Start nutzten elf Partner die Funktion, teilte das Start-up am Mittwoch mit. So bietet die Hotelkette Hyatt an, nach einer Zimmerbuchung auch eine Fahrt zu bestellen.

Die Entwickler können Start- und Zieladresse eingeben und sich im Gegenzug Abholzeit und geschätzte Gebühr anzeigen lassen, wie Uber in einem Blogeintrag mitteilte. Jede App mit einer Karte sei ein potenzieller Partner. Die Bestellung von Fahrzeugen soll zunächst aber nur einer beschränkten Zahl von Unternehmen vorbehalten sein.

Zu den ersten Partnern zählen die Cafékette Starbucks, das Reiseportal Tripadvisor und die Fluggesellschaft United Airlines. Nach einem Bericht des Technologieblogs Recode verhandelt auch Facebook über eine Integration. Zumindest einige Partner erhalten offenbar eine Provision. Die Zusammenarbeit sei finanziell attraktiv, sagte Tripadvisor-Manager Adam Medros dem „Wall Street Journal“.

Kampf um die Fahrgäste

Taxigewerbe unter Druck

Für das Taxigewerbe war die Konkurrenz lange überschaubar – die Firmen konkurrierten nur untereinander. Doch derzeit geraten viele Unternehmen unter Druck. Neue Konkurrenz aus dem Internet reißt immer mehr Lücken in das klassische Geschäftsmodell. Ein Überblick.

MyTaxi schaltet Zentrale aus

Mit Apps wie MyTaxi können sich Passagiere ein Taxi finden, ohne dass ein Anruf in der Zentrale nötig wäre. Den Fahrern geht also kein Geschäft verloren, aber den Vermittlern. Die Taxizentralen versuchen mit einer eigenen App, sich die Konkurrenz vom Leib zu halten.

Uber buhlt direkt um die Gäste

Dienste wie Uber konkurrieren direkt mit den Taxiunternehmen um die Gäste. Das Start-up, das mit Google einen potenten Investor hat, betreibt selbst keine Wagen, sondern agiert als Vermittler, der eigenständigen Fahrern eine technische Plattform bietet. Damit wälzt es die Verantwortung ab: Für die Einhaltung der Bestimmungen sind die Fahrer zuständig. Viele Städte halten dieses Modell für unzulässig.

RideWith verbindet Fahrer und Mitfahrer

RideWith ist eine App des Google-Dienstes Waze und startet in Israel: Die Applikation soll Fahrer auf dem Weg zur Arbeit und zurück mit Mitfahrern verbinden. Waze erstellt Routen-Anweisungen auf Grundlage von Informationen der Nutzer über den Verkehrsfluss.

Carsharing als Alternative

Wer nach einem Kneipenabend nach Hause fahren will, kann natürlich nicht selbst fahren. In anderen Fällen sind Carsharing-Dienste aber durchaus eine Alternative. In den Großstädten wird das Netz an Fahrzeugen immer dichter, so dass Nutzer es nicht weit haben. Gerade an Bahnhöfen ist das Angebot groß.

Uber wurde 2009 gegründet und ist mit 1,5 Milliarden Dollar Risikokapital üppig ausgestattet, unter anderem von Google. Das Start-up bringt mit seinen Apps Fahrer und Gäste zusammen. Der Fahrdienst ist in mehr als 170 Städten in 44 Ländern weltweit tätig. Vielerorts stößt er auf erheblichen Widerstand der Taxibranche und der Behörden. Strittig ist vor allem die Anwendung UberPop, die seit kurzem auch in einigen deutschen Städten verfügbar ist. Etliche Behörden sehen darin ein illegales Taxiangebot, das gegen die Regeln des Gewerbes verstößt.

Die Öffnung der Schnittstellen ist Teil eines aggressiven Expansionsplans: Über die Einbindung in andere Apps will Uber Gäste gewinnen, die den Dienst bislang nicht kennen. Möglich wäre auch der Transport von Gütern – bereits am Dienstag hatte das Start-up angekündigt, in der US-Hauptstadt Washington einen Lieferdienst zu testen. „Man stelle sich vor, ein 'Jetzt liefern'-Button von Uber wäre in jeden Online-Shop integriert“, twitterte der Analyst Jeremiah Owyang.

Falls Uber deutlich mehr Anfragen erhält, müsste das Unternehmen allerdings auch mehr Fahrer gewinnen – vielerorts ist das Angebot noch vergleichsweise dünn, in Städten wie San Francisco buhlen auch Konkurrenzdienste wie Lyft um die Chauffeure.

Der große ADAC-Taxitest

In welcher Stadt fährt man am besten Taxi?

Der große ADAC-Taxitest: In welcher Stadt fährt man am besten Taxi?

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